Als offizielles Mitglied der virtuellen Hippie-Kommune Peace On Earth und in Hinblick auf die gestrige Frage, ob ich meine Schuhe selbstbemalt hätte, ist mir ein weiterer Beweis meines bunten und blumigen Hippieherzens eingefallen.
Alles begann mit dem neuen Linoleumfussboden meiner Eltern. Dies war eine scheußliche Holzparkettimitation. In den Wohnungen meiner Eltern gab es immer nur Linoleum, nie Teppich und Parkett oder Laminat sowieso nicht. Warum meine Eltern nur Linoleum kauften, weiß ich nicht. Vielleicht aus Sparsamkeit, vielleicht aus praktischen Erwägungen, vielleicht kannten sie aus dem Krieg nicht anderes. Diese Linoleumböden wurde in den seltensten Fällen erneuert. Meistens lag der Bodenbelag so lange, bis er fast durchgelatscht war. Der Kauf und die Verlegung des nagelneuen Linoleums für das Wohnzimmer war daher ein ganz besonderes und auch einmaliges Ereignis, soweit ich mich erinnern kann, meine Mutter war unheimlich stolz auf ihr edles Kunststoffholzparkettimitat.
Ich dagegen konnte schon damals Linoleum eigentlich nur zum Zwecke von Linolschnitten etwas abgewinnen.
Ich weiß nicht, welches Teufelchen oder welche höhere Intuition mich darauf brachte, dass dem neuen Linoleum ein paar Blümchen ganz gut stehen würden, aber rein zufällig hatte ich entdeckt, dass es sich mit einem bestimmten bunten Marker besonders satt und schön auf dem Fussbodenbelag malen ließ. Also suchte ich mir eine eher unauffällige Stelle unter dem Couchtisch (ich ahnte wohl schon, das meine spannende Idee nicht ganz mit dem Geschmack meiner Eltern konform gehen würde) und begann den Fußboden mit kleinen Streublümchen zu verzieren. Leider war die Stelle nicht unauffällig genug, denn schon bald darauf entdeckte mein Vater diese "riesen Schweinerei", wie er sich ausdrückte. Sonst waren sich meine Eltern nie einig, aber bei dieser Standpauke hielten sie zusammen wie Pech und Schwefel. Und zum Abschluß fragte mich mein Vater, warum ich den ausgerechnet auf dem Fussboden malen müsse und mich nicht wie jeder andere an den Tisch setzen und auf einem Stück Papier zeichnen könne. Tja, wenn ich auf einem Stück Papier Blümchen gemalt hätte, dann wüsste ich heute nicht, dass dieser Spezialmarker wirklich absolut scheuerfest, essigreinigerbeständig, fleckentfernerresistent und bombensicher ist. Meinen Eltern blieb nichts anderes übrig als sich wohl oder übel an den Gedanken zu gewöhnen, dass unter ihrem Couchtisch Blümchen wachsen.
(Sie können froh sein, dass ich nicht ein riesiges geniales Linolschnittfresko aus dem Fussboden gemacht habe....pfff)
auf meinem Balkon! Ehrlich jetzt! Ich hab's genau gesehen!
Da wollte ich ahnungslos meine Blumen gießen und sehe diese kleine, dicke, schwarz-weiß gestreifte Spinne auf dem Balkongeländer krabbeln. Die sah irgendwie putzig aus und ich dachte mir - ok, fotografierste mal (ich fotografiere ja eh alles, was mir unter die Linse kommt). Ich also mit dem Makro ran und plötzlich sprang die doch vom Balkongeländer auf den Blumenkastenrand. Das war mindestens das Hundertfache ihrer Körpergröße! Hilfe! Ich will keine springenden Spinnen auf meinem Balkon, auch nicht wenn sie putzig aussehen....
EDIT:
Das ist der Rest, den ich von der Spinne erwischt habe. Wenn das keine Schönheit ist, dann weiß ich nicht, aber das Springen sollte sie sich abgewöhnen...:-/

Normalerweise finde ich ja den Friedrichshain nur energetisch merkwürdig, doch der Traum eines Spaziergangs durch den Friedrichshain hat das irgendwie in Bilder umgesetzt. Es beginnt damit, dass ich an einer Bushaltestelle warte, wo meine Mutter mich in meiner Traumerinnerung früher mal "ausgesetzt" hat und ich ewig gebraucht habe, um irgendwas zu finden (das Grab meiner Oma?). An der Bushaltestelle sieht man nur Unkraut wachsen und etwas weiter hinten beginnen Gärten. Etliche Leute ziehen Kabel einen Weg entlang. Ich laufe den Park suchend im großen Bogen am Friedhof vorbei und komme auf einer Straße heraus, wo sehr alte und wuchtige Häuser stehen. Die Straße ist ziemlich schmal, fast wie eine Gasse, aber an ihrem Ende steht der Stalinbau vom Frankfurter Tor in dessen Säulenunterbau ich mit meinem Cousin immer Fange spielte. Die Häuser auf der rechten Seite sind noch älter, vielleicht Mittelalter, und dunkel - ich betrachte sie interessiert. Irgendwie habe ich auch das unbestimmte Gefühl schon einmal in einem Traum dort gewesen zu sein. Hinter dem Ende der Gasse befindet sich der Eingang zum Park. Bevor ich hineingehe, treffe ich einen Mann und eine Frau, ich nehme an ein Ehepaar, welche ich auch schon einmal getroffen zu haben glaube. Ich habe irgendwie den Eindruck, nicht willkommen zu sein und gleich darauf sprechen sie mich an und sagen wörtlich zu mir, nicht unfreundlich, aber bestimmt, dass ich ihr Dorf wieder verlassen soll. Ich denke bei mir, dass das wohl ein Kiez ist, wo sie unter sich sein wollen und keine Besucher dulden. Ich sage, dass ich gleich in den Park gehe und sie sind zufrieden, fragen mich aber auch, ob ich einen Erzieher als Begleiter habe. Anscheinend darf man in den Park nicht ohne Begleitung eines Diplom-Pädagogen, ich werde mir nun bewußt, dass es in dem Park fast nur behinderte Kinder gibt. Ich sage, dass ich alleine bin, aber das scheint auch ok zu sein. Sie nicken und sagen, dass ich ja schon dort war, aber sonst keiner von den Bewohnern und Erwachsenen einen Fuss in den Park setzt. Ich gehe durch das niedrige schwarze Metallgartentor, welches ich erst aufklinken muß und befinde mich nun im Park. Kurz darauf gehe ich durch ein Zelt, in welchem Kaninchen oder Hasen gehalten werden, vielleicht als Streichelzoo. Danach rase ich im Auto einen steilen Berg hinunter, wo links und rechts Bäume stehen. Da mir das zu gefährlich ist, klemme ich mir den weißen Trabi unter den Arm und laufe damit hinunter, bin aber immer noch genausoschnell wie im Auto, nur dass ich jetzt sicher bin, dass dem Wagen nichts passiert. Schließlich spaziere ich, die S-Bahn suchend, durch ein Viertel mit sehr abgerissenen Hinterhofhäusern, die aber seltsam anders aussehen als ich es von solchen Häusern gewohnt bin. Alle stehen hinter abgeschlossenen hohen Mauern, welche Quadrate bilden und die Häuser selbst sind nur vier-bis fünfgeschossig. Hinter den Mauern sehe ich völlig abgerissene und trostlose Fassaden, mit winzigen Balkonen. Hier überlege ich mir im Traum, dass meine Oma wohl auch in einem dieser Häuser gewohnt hat und dass ich den Friedrichshain wirklich eigenartig finde, weil irgendwie alles so anders ist. In der Ferne sehe ich nun schon den Eingang zu einer S-Bahn-Station, doch bevor ich sie erreiche, muss ich noch an einer riesigen, aus irgendetwas aufgestapelten, altertümlichen Mauer, bzw. Wand vorbei.
Vielleicht waren meine Augenringe etwas zu tief, meine Haut etwas zu blass, meine Fingernägel etwas zu zersplittert und mein Gesichtsausdruck etwas zu lustlos, doch Robert schien es nicht zu bemerken. Freudig begrüßte er mich vor dem baufällig-barocken Tor eines städtischen Naherholungsgebietes. Die Jacke hatte er diesmal weggelassen. Er trug ein sommerlich-legeres weißes Baumwollshirt zu einer knielangen Bermudahose, welche den Blick frei gab auf außerordentlich schön geformte und optimal behaarte Waden. Selbst in meinem jetzigen Zustand konnte mir das nicht entgehen. Sogleich fühlte ich etwas durch meine Adern fließen, ich will es Leben nennen, und die nette Art von Begrüßung tat ein übriges, dass ich mich mit einem Mal überhaupt nicht mehr müde fühlte.
Warmer Wind wehte übermütig durch mein Haar und der süße Duft des gelb-hängenden Geißblatts stieg mir verheißungsvoll in die Nase. Robert plauderte sofort drauflos, er hatte eine sehr unterhaltsames und souveränes Verhalten an sich, welches mir die Illusion meiner eigenen Persönlichkeit um so stärker ins Gedächtnis brachte. Mir war jetzt schon klar, dass ich ihm unter den Händen zerrinnen würde wie schmutziger Staub und es würde ihm nicht einmal auffallen. Aber daran wollte ich jetzt nicht denken. Bereit alles hinter mir zu lassen, schlenderte ich mit ihm auf den Eingang zu, wobei ich auf einem kleinen Mauervorsprung eine buntbemalte afrikanische Buschtrommel wie ein wundersames Omen in einer Ecke stehen sah. „Merkwürdig“ dachte ich, „was man in dieser Stadt so alles findet...“
Wir kreuzten die Allee mit den blühenden Apfelbäumen und steuerten geradewegs auf den Biergarten zu, aus welchem gedämpftes Gemurmel und gelegentliches Gläserklirren, unterbrochen von mehrmaligem Lachen klang. Schnell hatten wir uns einen freien Tisch neben einer alten Linde gesucht, die angenehmen Halbschatten spendete, und sofort untersuchten wir genauestens die Speisekarte. Ich orderte einen großen Salat und er ein überbackenes Steak (warum wusste ich das schon vorher?), die würzige Luft machte Appetit - genießerisch ließ ich die zitronige Marinade auf der Zunge zergehen, nachdem ein untersetzter, kraushaariger Kellner uns das gewünschte gebracht hatte. Robert hatte sich sofort über sein Steak her gemacht, erinnerte sich aber zwischendurch netterweise an mich und fragte, ob ich mal davon kosten möchte. Wir einigten uns auf den Tausch von einem Stückchen Steak und einem Kartoffelschnitz gegen ein Tomatenviertel und einen Würfel Fetakäse, die Handlung des Herübereichens der Kostprobe mit der Gabel seinerseits wurde von ihm mit dem Wort „Raubtierfütterung“ begleitet. Erleichtert stellte ich fest, dass ich nicht rot wurde. Er konnte mich nun bis an sein Lebensende mit unserer ersten Begegnung in seinem Wagen aufziehen, er würde kein Vergnügen daran haben.
„Ist nett hier.“ stellte er fest. „Gemütlich. Kommst du oft hier her?“
„Nö, eigentlich nicht. Ich bin niemand, der sich oft in Biergärten und Cafes herumtreibt. Und du?“
„Na ja, sagen wir so: es ist nicht mein Lebenssinn.“
Wir lachten und beschlossen mit einen großen Eisbecher für jeden nachzulegen, jedoch erst nachdem er mich gefragt hatte, ob ich nicht lieber ein Stück Sahnetorte möchte. Ich hörte diese Neckereien kaum noch und winkte nur grinsend ab. Kleine weiße Fallschirmchen tanzten überall in der Luft, ließen sich in unseren Haaren, auf den Armen und Schultern nieder. Deutlicher konnte man niemanden darauf aufmerksam machen, dass wir uns mitten in der Paarungszeit befanden.
Licht bricht sich
am bleichen Silber
meiner Traurigkeit
und fliegt vorbei,
jahrzehnteschnell,
- der Schatten bleibt
Ein Stern versinkt,
erlischt im Nimmermehr,
stirbt ungekannt
in den Wassern der Nacht,
welche ich schöpfe
mit vollen Händen
aber ich muß ziemlich gewütet haben. Als ich aufwachte, hatte ich Puschel wie eine Aktentasche unter'm Arm geklemmt, die Kissen lagen alle auf dem Fußboden verstreut und das Fußende der Decke befand sich am Kopfende. Dunkel kann ich mich erinnern, Tischtennis um mein Leben gespielt zu haben....
Ich bin völlig neu mit noch jemand anderem als Aushilfe auf einer Geburtsstation. Eine ehemalige Kollegin von mir ist auch dort und zeigt mir alles.
Wir haben da sowas wie ein Internat, wo wir die ganze Woche über wohnen. Auf der Geburtsstation geht es hoch her, allerdings sieht es mehr aus wie in einem Büro. Und es herrscht totales Chaos hinsichtlich der Termine. Wir wissen eigentlich nicht genau, wann wir frei haben und wann wir anwesend sein müssen. Ein junges Paar, die Frau ist Bulgarin, besteht darauf, dass das Kind heute schon (im Traum am 27.) kommen soll, obwohl der Geburtstermin erst der 28. ist. Sie diskutieren mit den Ärzten hin und her und lassen sich nicht überzeugen, bis morgen zu warten. Schließlich mische ich mich mit ein, obwohl ich noch gar keine Ahnung habe, und sage laut: "Das Kind will erst morgen kommen.", worauf der Vater mit mir anfängt zu diskutieren (wobei ich überhaupt das Gefühl habe, dass es ihm wichtiger als der Mutter ist, dass das Kind heute kommt) und mich fragt, was ich damit meine. Ich antworte, dass es doch besser wäre, auf den natürlichen Termin zu warten, als die Geburt mit Gewalt einzuleiten.
Vielleicht sollte ich über einen Berufswechsel nachdenken. *fg*
Da ich das Foto meines aufgeräumten Kühlschrankes in den unendlichen Weiten meiner drei Festplatten nicht mehr gefunden habe, schnappte ich mir nun also doch mein Laptop, habe es mir damit neben meinem Kühlschrank bequem gemacht und alles, aber wirklich ALLES, was sich darin befindet, katalogisiert. In meinem Kühlschrank gibt es keine Nebensächlichkeiten,
Herr Kaiser!
1. Sechs nicht mehr ganz so frische Eier
2. Eine angebrochene Packung Bio-Butter
3. Fünf Beutel Sour Cream aus den "Baked Potatos"- Packungen (ich kaufe die extra nur wegen der Sour Cream)
4. Ein Glas Senf, in welchem sich nur noch eine Bodenschicht befindet
5. Eine Tüte Parmesan
6. Eine Tüte Salatfix Französisch
7. Ein volles und ein angebrochenes Glas Kapern
8. Ein Fläschchen Carotinöl
9. Ein Fläschchen Zitronensaft
10. Eine fast leere und eine volle 1,5 L-Flasche Pink Grapefruit-Saft
11. Eine angebrochene 1 Liter-Packung Grapefruitsaft
12. Eine angebrochene 1 Liter-Packung Sauerkrischsaft
13. Ein Sauerstoffwasserbereiter
14. Eine Flasche Zitronen-Sirup
15. Eine Flasche Erdbeer-Sirup
16. Eine Flasche Amarenakirsch-Sirup
17. Zwei Packungen "Baked Potatoes"
18. Eine VOLLE Flasche Baileys
19. Eine angebrochene Packung Milch
20. Drei 0,5 Liter-Flaschen Cola
21. Eine fast leere 875 ml-Flasche Heinz-Ketchup
22. Eine Tüte Capri-Sonne Orange
23. Vier Packungen Milchreis mit Kirschen
24. Eine Packung Weizenfladen aus Rimini
25. Eine Salatgurke
26. Zwei Flaschen Mineralwasser
27. Eine angebrochene Flasche Rama Culinesse
28. Eine Tube Tomatenmark
29. Eine Dose Heringfilets in Senfcreme
30. Eine Dose Heringfilets in Champingnon-Creme
31. Eine angebrochene Packung Frischkäse mit Schnittlauch
32. Eine Packung Augenkompressen
33. Eine Tüte mit vier Schusterjungen
34. Ein Glas kristallisierten Akazienhonig
35. Eine Packung Joghurt-Dressing mit Gartenkräuter
36. Eine Packung Joghurt-Dressing Senf-Zitrone
37. Eine Flasche Aloe-Vera-Gel
38. Ein voller und ein angebrochener Becher Schlagsahne
39. Eine Packung Fruchtaufstrich Himbeer-Johannisbeer
40. Zwei Wasser-Maxx-Flaschen mit Wasser
In Gefrierfach und -würfel:
1. Eine Packung Rosenkohlröschen
2. Zwei Margharita-Pizzas
3. Ein gefülltes Ciabatta Rucola-Pesto
4. Drei Packungen Rahm-Spinat
5. Eine Tüte gefrostete Himbeeren
6. Eine Tüte gefrostete Beerenmischung
7. Zwei Eistüten Schoko-Vanille und Erdbeer-Vanille
8. Eine Tüte Jumbo-Pommes
9. Eine Tüte gefrosteten Textilputz
10. Eine Packung Mohn-Käse-Kuchen
11. Zwei Packungen Schnittlauch
12. Zwei Packungen Basilikum
13. Ein Kühlaggregat für Eisbereiter
14. Zwei Eiswürfelbereiter
15. Eine Packung Hot Dogs
16. Ein gefrostetes Krustenbrot
17. Eine Packung Fusilli Funghi
18. Vier gefrostete Kornschiffle
19. Fünf Pückler-Eisschnitten
20. Eine Tüte Potatoe-Wedges
21. Einen Quark-Strudel
22. Eine Tüte Broccoli
23. Zwei Tüten Blumenkohl
24. Eine Tüte Kräuter-Sahne-Tortelloni
25. Eine Packung Kartoffelpuffer
26. Eine angebrochene Packung Roggenmischbrotscheiben
27. Eine 2-Liter-Packung italienisches Eis Schoko-Orange
28. Zwei 500 ml-Packungen italienisches Eis mit Erdbeersauce (äußerst lecker!)
.....heute um 1:10 h im ZDF!
Gestern zappte ich ab und zu in den neuen Sat 1 comedy-Sender, weil dort die ganzen Folgen der schrecklich netten Familie wiederholt werden, die ich zwar bereits unendliche Male gesehen habe, aber über die ich immer noch lachen kann, und landete bei einer Sendung, die hieß "Mein dicker peinlicher Verlobter" oder so ähnlich. Darin besuchte so eine kleine Maus die angeblichen Eltern ihres wirklich sehr dicken und peinlichen Verlobten und wurde von diesen total fertig gemacht, indem sie ihr die schrecklichsten Fragen stellten. Schließlich musste sie außerdem noch mit ihnen zusammen in den Whirlpool und schon da wirkte sie sehr verzweifelt. Doch als im Wasser schließlich der Schwiegervater in Spe seine Unterhose auszog und damit durch die Gegend wedelte, machte sie den Eindruck, als würde sie gleich zusammenbrechen und losheulen. Sie tat mir wirklich leid.
Vielleicht ja auch deshalb, weil mich die ganze Sache an ein unvergessenes und peinliches Erlebnis mit den Eltern meines Ex-Freundes erinnerte. Dieser wollte, dass wir an einem schönen Sommertag mit seinen Eltern an den See zum Baden fahren. Von diesen Aktivitäten mit seinen Eltern war ich zwar nicht begeistert, aber ich tat ihm den Gefallen und er lackierte mir extra die Zehennägel, weil seine Mutter mit meinem Aussehen zufrieden sein sollte.
Am See zogen wir uns gleich am Auto um und schmissen die Klamotten einfach in den Kofferraum. Nach einigen Runden im Wasser begann es plötzlich zu gewittern und genauso schnell prasselten dicke Regentropfen herunter. Wir rannten zum Wagen zurück und zogen uns eiligst wieder an. Leider fand ich im Kofferraum meinen Slip nicht mehr, weshalb ich nur meine anderen Sachen überschmiß und mich ins Auto setzte, damit seine Eltern los fahren konnten.
Während der Fahrt dachte ich dann aber so bei mir : "Mist! Wie kriege ich jetzt den Slip wieder? Ich kann ihn ja nicht da hinten im Wagen liegen lassen.....". Diese Frage beschäftigte mich so, dass ich K., meinem damaligen Freund der neben mir auf dem Rücksitz saß, LEISE davon erzählte, dass sich ein gewisses Kleidungsstück noch im Kofferraum befindet. Kaum war ich fertig, posaunte er dies schon nach vorne zu seinen Eltern, welche sich, worüber auch immer und mir unverständlicherweise, köstlich amüsierten.
In diesem Moment hätte ich ihn gerne gelyncht.
Endlich kamen wir bei ihnen zu Hause an und sein Vater überreichte mir mit einem süffisanten Grinsen das Unterhöschen, das er ziemlich schnell in einer Ecke gefunden hatte. Nein, war mir das peinlich. So peinlich, dass ich es bis heute nicht vergessen habe. Hätte sich K. nicht wie ein Gentlemen benehmen, seinen Vater mit einer gekonnten List ablenken (meinetwegen hätte er erzählen können, im Haus sei jemand durch das Fenster eingebrochen, der Dachstuhl brenne oder sonst irgendetwas) und unauffällig das Höschen aus dem Kofferraum entwenden können? So wie dieser eine Ritter da den Handschuh aus dem Löwenkäfig? Also wirklich......
ich habe letzte Nacht geträumt, dass ich ein Wohnungsangebot bekommen habe. Das Din A4-Blatt sehe ich noch genau vor mir. 6 Zimmer inklusive Gärtner und alles in irgendwelchen ausgebauten und sanierten Kammern.
Diesmal wurde ich am Morgen jedoch nicht von Baulärm geweckt, sondern vom Summen einer gepiercten Riesenschnake (mir schien, ich hätte da etwas blitzen sehen, als sie vorbeiflog und die Zähne bleckte). War ja auch erst 4:30 h. Das Summen war schon zu hören, wenn sie nur vom anderen Zimmerende aus den Anflug begann. Ich habe mich totgestellt, gewartet bis sie kam, und dann zugeschlagen, weiß aber nicht, ob ich sie erwischt habe, weil ich keine Leiche fand. Kennt ihr das übrigens auch, dass ihr, selbst wenn ihr wißt, dass die Mücke platt ist, trotzdem danach so ein Phantomsummen im Ohr habt? Das ist schrecklich. Meist kann ich dann nicht mehr einschlafen, weil ich es nur noch summen höre und das immer lauter und lauter, obwohl wenn gar nichts mehr da ist.
Rein und gleißend brach sich das Licht der Nachmittagssonne an den kühlen, frischgeweißten Wänden. Bei weit aufgerissenen Fenstern entfernte ich die letzten Farbspritzer von Scheuerleisten und Fensterscheiben, während ein leichter Farbgeruch mein Gehirn fast unmerklich umnebelte. Doch nicht nur Farbdämpfe waberten durch mein Geruchszentrum, auch ein pausenloser Lärm, verursacht durch mehrere Baggerfahrer, welche sich auf der Anliegerstraße irrsinnig zu schaffen machten, durchdröhnte meinen Kopf im Unendlostakt, bis ich nichts mehr wahrnahm, sondern nur noch ein physisch vibrierendes Unbehagen und eine nervöse Gereiztheit verspürte. Vollkommen fertig ließ ich mich auf das satinseidene Bett fallen, wo ich beinahe eingenickt wäre, jedoch jedes Mal von dem inneren Dröhnen wieder hoch schreckte, welches sich inzwischen bis in meine Zehenspitzen fortgepflanzt hatte. Leicht angewidert schleppte ich mich in die Küche um zu überlegen, was ich mit diesem Tag noch anfangen sollte, nachdem die Arbeit für heute getan war. An Schlafen war nicht zu denken, obwohl ich mich fühlte, als müsste ich eine Woche lang besinnungslos alle Viere von mir strecken.
Nach einer erfrischenden Dusche versuchte ich es mit positivem Denken, welches schließlich in dem Einfall mündete, mir eine schallisolierte und klimatisierte Schlafkabine in die Wohnung setzen zu lassen. Doch schnell verwarf ich diesen Gedanken wieder, denn ich wusste aus Erfahrung, das Klimaanlagen eine ebenso aufreizende Wirkung auf mein Befinden haben. Aber vielleicht half es ja, wenn ich mich ablenkte. Vor mich hin fluchend suchte ich das kleine Kärtchen, welches ich gestern von dem Bücherstapel im Flur entwendet hatte. Endlich fand ich es in einem Hosenbein der Jeans wieder, die ich achtlos in eine Ecke neben dem Kleiderschrank geworfen hatte. Zögernd tippte ich die Zahlen in das Telefon, als der Hörer auf einmal begann, den Alarm in der Halle des Bergkönigs zu schrillen und ich ihn vor Schreck fast fallengelassen hätte.
„Ja?“ fragte ich müde und hörte am anderen Ende eine fremde, aber irgendwie auch sehr vertraute Stimme.
„Was machst du heute?“ fragte mich diese.
„Das weißt du doch.“ antwortete ich ziemlich barsch, was mir gleich darauf leid tat, und ich überlegte, ob ich erwähnen sollte, dass ich ihn gerade beinahe angerufen hätte.
„Ach so. Na ich wollte nicht stören.“ hörte ich, danach ein Schweigen.
„Warte mal, ich bin für heute fertig. Was gibt’s denn?“
Robert brachte lässig hervor, dass er dachte, wir beide könnten ja mal den Biergarten unsicher machen, natürlich ohne Bier, oder auch mit, aber nicht zuviel, oder so, vielleicht auch auf einen kleinen Spaziergang. Nur so. Nur wenn ich Lust hätte.
Ich seufzte angestrengt in das Telefon und machte damit klar, dass jedwede körperliche Bewegung für mich heute nicht mehr in Frage käme. Aber Biergarten wäre ok, denn ich hatte sowieso noch nichts gegessen. Er wollte wissen, ob er mich abholen solle, doch die peinliche Erinnerung an seinen letzten Besuch brachte mich dazu, einen Treffpunkt am Park auszumachen. Eine halbe Stunde hatte ich Zeit, um aus einem bemitleidenswertem und bedauernswürdigem Wrack das blühende Leben zu machen.
Früh am Morgen schon werde ich jeden Tag von dem Baulärm geweckt, der von den Nachbarschaftshäusern ausgeht, die dieses Jahr an der Reihe mit Fassadeninstandsetzung sind. Nächstes Jahr sind es dann wahrscheinlich die Häuser genau mir gegenüber. Darauf freue ich mich besonders. Und es ist einfach unmöglich bei dieser Hitze mit geschlossenem Fenster zu schlafen.
Aber nicht mal hier auf Arbeit ist es viel anders. Tage lang baggern die jetzt auf irgendeiner Garagenstraße hin und her, aber wenn ich die Fenster zu mache, fließe ich hier weg. Ich werde bald irre. Wieso nimmt das eigentlich mit dem Baulärm nie ein Ende? Wenn ich zu Hause meine Ruhe habe, hämmern sie im Büro mit Presslufthämmern, wenn im Büro Ruhe ist, bauen sie an meinem Haus herum und jetzt ist es überall. Ich lass gleich alles fallen und geh nach Hause (wo es aber auch nicht viel stiller ist).
Tagebucheintragung vom 19.06.1979
Was soll ich nur schreiben, um ausdrücken zu können, wie glücklich ich bin?
Heute traf ich sie wieder. Wir fuhren auf die Felder, ich hatte eine Decke mitgebracht und sie kalte Buchweizenpfannkuchen (übrigens sehr lecker – langsam lerne ich die russische Küche zu schätzen, wenn auch einiges gewöhnungsbedürftig ist). Vor dem Ortsausgang trafen wir auf eine Kolonne NVA-Fahrzeuge. Wir befürchteten schon, in eine Truppenübung zu geraten. Man weiß ja gar nicht, wo man noch seinen Fuß hinsetzen darf. Überall sind ganze Waldgebiete abgesperrt. Einige Soldaten pfiffen ihr hinterher und ich kann das gut verstehen.
In diesem weiß-geblümten Sommerkleid kommt ihr süßer Knackarsch besonders gut zur Geltung, weil der Rock bei jedem Schritt so luftig mitschwingt. Na ja, ein bisschen eifersüchtig war ich auch, nur ein bisschen. Und sie hat sich umgedreht und mich angelacht. Eine Baumblüte hing in ihrem Haar. Wir haben uns ein stilles und uneinsehbares Plätzchen mitten im Feld gesucht. Dort habe ich sie geküsst (diesmal schon etwas mutiger, als beim ersten Mal am Fluss), nachdem ich ihr das Tuch aus dem Picknickkorb über die Augen gelegt hatte. Das ging sehr gut, denn gleich war ich nicht mehr so schüchtern. Ich habe gedacht, dass vielleicht etwas (das) passiert und war schrecklich aufgeregt. Ganz feuchte Hände hatte ich, ich hoffe, sie hat das nicht gemerkt (ich habe sie immer unauffällig an der Picknickdecke abgewischt). Wie ich es hasse, dass ich so dumm und unwissend bin. Ich getraue mir nicht zu sagen, dass ich mit 34 Jahren noch nie.......
Aber wird sie es nicht ohnehin merken? Vielleicht, wenn ich mir besonders viel Mühe gebe, stört es sie nicht. Und wenn sie mich wirklich liebt, ist das dann nicht nebensächlich?
Ich habe gerade &. Mir kommt es schon, wenn ich nur an sie denke. Ich durfte ihre Brüste anfassen. Sie sind so üppig, weich und warm. Und sie hat sich über mich gebeugt und mit ihnen mein Gesicht berührt. Was für ein Wahnsinns-Gefühl! Ich stelle sie mir jetzt immer so vor. Während ich das schreibe, könnte ich schon wieder. Ich werde mir jedes einzelne Mal mit & notieren, damit ich niemals die Leidenschaft und das Begehren vergesse, die ich heute für sie empfinde. Und wer weiß, vielleicht irgendwann, kann ich ihr ja sogar meine gesammelten „Ergüsse“ überreichen, als Beweis meiner Liebe, denn ich möchte, dass sie alles über mich weiß und meine tiefsten Abgründe kennt.
Ach ja, da fällt mir ein, zum Abend hin, als sich die Schäfchenwolken in ihren wunderschönen blauen Augen spiegelten, da sagte sie: „Klaus (ich mag den leicht klirrenden Klang, mit dem sie meinen Namen ausspricht), das war ein herrlicher Tag!“
Für mich auch, Liebes, für mich auch! &
Heute waren ich, mein Bruder und seine Freundin bei meiner Mutter, um ihr zu helfen, die Sachen wieder einzuräumen, nachdem mein Cousin inzwischen mit der Renovierung des Schlafzimmers fast fertig ist. Er muss ihr nur noch eine neue Gardinenstange anbringen. Meine Mutter hat haufenweise Zeug, alte Zeitungen, alte Bücher, alte CDs aussortiert, die sie nach und nach weghaut, bzw. meiner Tante mitgibt die das Altpapier irgendwo verkauft und noch ein paar Euro bekommt. Heute hatte sie auch wieder mehrer Stapel Bücher und CDs, aus denen wir uns aussuchen sollten, was wir davon haben wollen. K. hat gleich eine ganze Kiste mit Bauchtanz -CDs für ihr Kulturzentrum mitgenommen und ich habe auch einige Bücher und CDs mit nach Hause gebracht. Irgendwie ist schon ein komisches Gefühl dabei, zumal mein Vater ja nicht tot ist, aber andererseits ist meine Mutter wild entschlossen, alles rauszuschmeißen. Dafür kann man jetzt im Schlafzimmer wenigstens wieder treten und durchatmen. Im Fernsehzimmer dagegen stapelt sich der ganze Krempel noch immer bis zur Decke (der Fernseher ist dahinter nicht mehr zu sehen). Hier will sie jetzt aber auch anfangen. K. meinte schon, wenn mein Vater wirklich wieder nach Hause kommt, dann bekommt er gleich einen Herzinfarkt, weil die Hälfte von seinem ganzen angesammelten Müll weg ist. Meine Mutter will dann behaupten, das lagere alles im Keller und falls er von dort etwas möchte, einfach sagen, dass sie es dort nicht findet. Das war bisher der einzige Trick, mit dem es ihr gelungen ist, überhaupt ein paar alte Zeitungen u.ä. aus der Wohnung rauszukriegen. Andererseits rückt jetzt die Option Pflegeheim doch immer mehr in den Vordergrund. K., die selbst ehrenamtlich einige alte Leute betreut, meint, das schaffe meine Mutter nicht, auch dann, wenn einmal am Tag eine Stunde lang zusätzlich eine Hilfe käme.
Hinzu kommt, dass sich mein Vater jetzt immer schlimmer gebärdet. Er randaliert jetzt richtig gehend, rüttelt an den Gittern von seinem Bett, versucht mit seinen Beinen sich darüber zu schwingen, obwohl er nicht mal laufen kann (das konnte er auch schon vorher kaum, da gehbehindert) und wird immer ausfallender. Die Ärzte wollen jetzt versuchen ihn zum Sitzen zu bringen, doch statt Geduld zu haben und mitzuarbeiten, z.B. auch bei den Bewegungsübungen, beschimpft er jeden und würde wohl am liebsten ausbüxen. Ist ja irgendwie auch verständlich, aber er scheint nicht mehr zu begreifen, dass er am schnellsten seinen letzten Rest Selbständigkeit wiedererlangt, wenn er dafür auch mal was anderes tut, als zu toben.
Die Krankenschwestern habe letztens meine Mutter beiseite genommen und ihr erzählt, mein Vater hätte sie mit "Blöde Weiber, leckt mich am Arsch!" beschimpft. Meiner Mutter ist das furchtbar peinlich, obwohl die Schwestern auch zu ihr sagten, dass sie damit umgehen können und einfach die Tür zu machen, wenn er wieder tobt. Doch meine Mutter sagte zu mir, dass sie trotzdem gemerkt hat, dass sie irgendwie entsetzt waren, zumal sie ja wissen, dass mein Vater Pfarrer war.
Mein Bruder meinte, dass ihn das an unsere Oma, meines Vaters Mutter, erinnert, die in den letzten Lebensjahren dement war, und damals auch sehr ausfällig gegen andere wurde und vor allem mißtrauisch. Sie dachte immer, jeder würde sie bestehlen und das denkt ja mein Vater auch schon seit Jahren.
Bleibt zu hoffen, dass ich wenigstens diese eine Gen ausnahmsweise nicht geerbt habe, denn ich werde jetzt schon immer vergesslicher und paranoider.
Ich bin auf einem großen Fest mit vielen, vielen Leuten. Dort tanze ich mit einer Blogger(in), während die anderen zuschauen. Wir tanzen ziemlich schnell und irgendwie eigenartig (vielleicht linksherum) so dass mir fast schwindlig wird, aber es geht sehr gut und wir kommen leicht in den Takt. Nach dem Tanz kümmere ich mich wieder um andere Leute und stehe mit ihnen zusammen, aber die Blogger(in) kommt stets mit dazu und scheint mich auf irgendetwas aufmerksam machen zu wollen. Schließlich bekomme ich durch Zufall mit, dass es sich um meine und ihre Hochzeit handelt, was mir völlig neu ist. Ich erfahre, dass die standesamtliche Trauung schon vorüber und die Eheurkunde unterzeichnet ist, kann mich aber an überhaupt nichts erinnern. Langsam werde ich nun konfus und frage ich mich, ob ich irgendwie geistig umnachtet oder betrunken war, dass ich mich an nichts mehr erinnern kann. Die Vorstellung mit ihr verheiratet zu sein, gefällt mir irgendwie nicht so richtig und ich frage mich, was ich dagegen unternehmen kann. Doch der Gedanke, mich gleich wieder scheiden zu lassen, behagt mir auch nicht. Ich überlege, dass man ja auch verheiratet ein ganz normales Singleleben führen kann, andererseits ist mir aber klar, dass es finanzielle Verbindlichkeiten mit sich bringt.
Etwas verwirrt setze ich mich vor dem Tanzsaal auf eine Treppe, wo auch schon zwei ehemalige Mitschüler sitzen. Ich beginne mit ihnen ein kurzes Gespräch, danach stehe ich plötzlich auf dem schmalen Vorsprung eines noch nicht fertigen Hochhauses. Neben mir geht es tief hinab und ich traue mich kaum zu bewegen. Große Kräne stehen herum und noch riesigere Betonplatten, allerdings arbeitet zur Zeit keiner. Wie ich da wieder heruntergekommen bin, weiß ich nicht mehr.
Ferdinand der Seebeuter, der sich nun inmitten des krakeligen Jubels direkt neben dem Steuermann postiert hatte, um von da seine Befehle zu geben, nahm schräg hinter sich ein Bewegung wahr. Als er herumschnellte sah er den Schiffsjungen Peter, den sie in Sansibar vor einer speckigen Spelunke aufgegabelt hatten, und der gerade noch das Deck mit einem Stein geschrubbt hatte, schnell wie ein Äffchen die Wanten heraufklettern.
„Peter!“ schrie der Kapitän, „ Was machst du denn? Komm sofort da runter!“
„Gleich, Käpt’n. Ich will nur schnell unsere Fahne hissen.“
Der Kapitän wurde puterrot. „Ja, bist du denn des Teufels.....von allen guten Geistern verlassen? Kruzifixundtürkennochmal!“ Die Ader an seiner rechten Schläfe, welche sein Steuermann statt auf das Steuerrad zu achten fasziniert anstarrte, pulsierte gefährlich.
„Komm da runter!“ brüllte er erneut in seinem schwingenden Bass und einem beginnenden hysterischen Tonfall, so dass der Fockmast leicht vibrierte.
„Aber....“ erwiderte schreiend der Schiffsjunge, der schon fast ganz oben angekommen war, und wurde sofort unterbrochen.
„Komm sofort da runter, oder ich lasse dich neben unserer Flagge aufknüpfen!“
Ergeben machte sich der Schiffsjunge wieder auf den Weg zum Schiffsdeck, während Ferdinand noch immer wütend vor sich hinschimpfte. Mit gesenktem Kopf versuchte Peter sich hinter einem der Rettungsboote zu verdrücken, doch der Kapitän zitierte ihn sofort zu sich hinüber und las ihm die Leviten: „Ich gebe hier die Befehle! Und ich sage, wann die Fahne gehisst wird! Willst du uns denn schon verraten, bevor wir zehn Meilen an das Schiff herangekommen sind? Damit die abhauen und uns die gesamte russische Flotte auf den Hals hetzen können? Hast du denn gar keinen Verstand in deinem Schädel? Du gehst jetzt unter Deck und kommst erst wieder hoch, wenn ich es dir sage!“ Mit den silbrigen, zornigen Augen in dem braungebranntem Gesicht, welches von einer steilen Unmutsfalte verunziert wurde, umrahmt von flammenden roten Haaren, wirkte er wie der Leibhaftige persönlich.
„Ai, ai, Käpt’n!“ murmelte der Schiffsjunge betreten und machte sich unsichtbar.
„Alles nur Luschen hier auf diesem Kahn. Die werden mir alles kaputt machen.“ dachte Ferdinand verächtlich und warf einen strafenden Blick auf den Steuermann links von sich, der sich noch immer mehr für seine blau geäderte Schläfe interessierte als für das Steuerrad.
Unter der Pappel da träumte ich
das Lied des Sommerwindes,
unter der Birke da suchte ich
das Haar des Elfenkindes,
unter dem Kirschbaum da weinte ich
Tränen des Abschiednehmens,
unter dem Ahorn da wartete ich
auf das Ende des Juliregens,
doch unter dem Pfirsichbaum,
du weißt (der alte, krumme),
da küsste ich deinen Mund,
den brombeerverschmierten