Herbst liegt schon in meinen Augen
und Regen ruht in meinem Blick,
das sanfte Grün dem Grau gewichen,
Abschied naht vom Sommerglück
Laub wirbelt schon durch meine Seele,
tanzt in Spiralen mit dem Wind
Die ersten Stürme zieh'n vorüber,
Schwermut mit den Vögeln fliegt
Frost fängt sich schon in meinen Haaren,
die Winterfee webt fern ihr Kleid,
kristalldurchwirkt und nordsternglänzend,
schmückt sie sich für ihre Zeit
Mit reinem Weiß wird sie bald wiegen
das Leben in den kalten Schlaf,
auf stummen Bäumen wird sie tanzen,
auf leisen Spitzen, eisgehüllt.
Mächtige Bäume, die entwurzelt auf der Erde liegen und deren Wurzeln mehrere Meter hoch in bizarren Formen in den grauen Himmel ragen.
1.) Welcher Film hat Dich in Deiner Kindheit oder Jugend eingehend beeinflusst? Inwiefern und warum?
Der Edgar-Wallace-Film "Die seltsame Gräfin". Immerhin verdanke ich ihm meinen ersten, nach zwei Schulheftseiten aufgegebenen Versuch, ein Drehbuch zu schreiben.
2.) Welcher Film ist für Dich der Beste im Genre Drama?
Das mit der, die, das Beste ist immer schwierig, aber unbedingt empfehlenswert sind "Die Mörder sind unter uns" und "Das Geisterhaus"
3.) Welchen Thriller kannst Du empfehlen?
The Sixth Sense
4.) Um welchen Horrorfilm kommt man nicht herum?
Kommt darauf an, wie sehr man sich gruseln will oder nicht. Für leicht amüsante Unterhaltung
die Neuverfilmung "Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre", für echten Horror "The Blair Witch Projekt" oder "Fear Dot Com".
5.) Welcher Liebesfilm hat sogar Dich beeindruckt?
Na welcher wohl. Eigentlich ist es fast der einzige, den ich kenne. "Vom Winde verweht"
6.) Welche Komödie ist Deines Erachtens wirklich lustig?
Gute Frage. Leider gibt es so gut wie keine Komödien, über die man wirklich lachen kann. Vielleicht liegt das auch an mir und meinen besonderen Ansprüche an Humor, aber die letzte Komödie, über die ich wirklich gelacht habe, war "Heartbreakers - Achtung: scharfe Kurven!"
7.) Welchen Film hast Du Dir zuletzt im Kino angesehen? Und wie war er?
Der letzte Film ist immer noch "Kill Bill".
8.) Welchen Film MUSS man im Kino gesehen haben?
"Schlafes Bruder", denn im Fernsehen kommt das Beste an dem Film nicht mehr rüber.
9.) Welchen Film hast Du Dir zuletzt auf DVD angesehen? Und wie war der?
Im Moment schaue ich fast nur Serien auf DVD, zuletzt "Moonlighting", Season 2, mit dem umwerfend komischen Bruce Willis.
10.) Welcher Film war es, den Du Dir zuerst gekauft hast?
Einen billigen Splatter-Hexen-Horrorfilm auf Video, von dem ich nur ca. 10 Minuten gesehen, den Rest des Filmes ausnahmslos gehört habe, weil ich mir die Augen zuhielt. Danach habe ich die Videokassette mit Emma Peel überspielt.
11.) Der schlechteste Film aller Zeiten?
Es gibt soooo viele, ich kann sie mir nicht alle merken und will es auch gar nicht.....
12.) Dein Lieblings-Regisseur (mit einer Auswahl von 3 Filme oder/und Begründung)?
David Lynch (Twin Peaks), Quentin Tarantino (Kill Bill, Killing Zoe als Produzent, Natural Born Killers als Drehbuchschreiber) und Leni Riefenstahl (egal, ob man ihr nun etwas vorwerfen kann oder nicht, so habe ich doch große Hochachtung vor ihrer Power und Kreativität)
13.) Der schönste Film aller Zeiten(subjektiv nur für Dich)?
"Der unsichtbare Dritte"
14.) Der bedrückendste Film aller Zeiten(subjektiv nur für Dich)?
"Schindlers Liste"
15.) Der traurigste Film aller Zeiten(subjektiv nur für Dich)?
Kill Bill (dass er so traurig auf mich wirkte, lag wohl an meiner damaligen seelischen Verfassung)
16.) Welcher Film ist für Dich ein Must-Watch, auch wenn er die o.g. Kriterien nicht erfüllt?
Die Bond-Filme mit Sean Connery
17.) Lieblings Schauspieler? (Mehrfachnennungen möglich)
Sean Connery
Johnny Depp
Cary Grant
Clark Gable
David Duchovny
18.) Lieblings Schauspielerin? (Mehrfachnennungen möglich)
Kirsten Dunst
Diana Rigg
Greta Garbo
Karin Dor
19.) Lieblings Soundtrack?
North by Northwest (Der unsichtbare Dritte), Kill Bill und natürlich der Walzer von Schostakowitsch aus "Eyes Wide Shut" (wobei ich den aber auch schon vorher mochte)
20.) Was möchtest Du sonst noch an Filmen erwähnen?
Es gäbe noch einige, die erwähnenswert wären, aber die spar ich mir....
der das Sachgebiet übernimmt, in meinem Zimmer ist, um sich Akten herauszusuchen und meine Chefin kommt dazu, dann sinkt die Zimmertemperatur schlagartig auf arktisches Niveau. Ich weiß nur aus Hörensagen, was da vorgefallen ist, aber als Feindin möchte ich meine Chefin nicht haben.
J. meinte dann auch sowas zu mir, wie "bei mir sei sie doch ganz zahm" oder so ähnlich. Tja, ICH diskutiere ja auch nur in Ausnahmefällen mit ihr....
dachte ich, als ich heute wieder nach einer Woche auf Arbeit erschien. Mein Zimmer stand voller bis oben hin mit Akten gefüllten Kisten und auf dem Schreibtisch lag ein Zettel: "Nicht erschrecken. Bei xy melden.". Meine Chefin fing mich jedoch gleich ab und meinte, ich solle erstmal gar nichts machen und dann zu ihr runter kommen. Dort erfuhr ich, dass mein gesamtes Aufgabengebiet wieder an eine andere Abteilung angegliedert wird, jedoch nicht ich ziehe mit auf die vorhandene Stelle (meine Chefin hat mich fest in ihren Klauen, manchmal hab ich das Gefühl, hier mit Eisenketten an den Schreibtisch gekettet zu sein), sondern der Herr, der mit ihr nicht kann und den sie deshalb los sein will. D.h. ich habe mich ein Jahr lang abgerackert, um alles, was die zwei Jahre davor liegen geblieben ist, zu retten und einen Überblick hineinzubringen und krieg jetzt wieder andere Chaosakten, bzw. muss als "persönliche Assisstentin" meiner Chefin herhalten. Auch meine Kollegen sind fast alle umgezogen und sitzen nun in ganz anderen Zimmern. Da ist man eine Woche nicht da und schon ist wieder alles anders. Aber sehr überrascht hat es mich nicht, weil ich es von hier nicht anders gewohnt bin. Es grenzt ja schon an Wunder, dass ich nun bereits seit drei Jahren in dem gleichen Zimmer sitze, während es eigentlich normal ist, mindestens jedes halbe Jahr umzuziehen. Der neuen Abteilungsleiterin für das Sachgebiet habe ich meine Aufstellung aller Akten mit WV-Terminen, Einnahmen und Ausgaben gemailt und bekam als Antwort, dass man bemüht sein wird, meine erfolgreiche Arbeit fortzusetzen. Ein Gutes hat die ganze Sache allerdings: der Verjährungstermin zum 31.12.2006 kann mir am A.... vorbeigehen. Da muss sich jetzt jemand anderes drum kümmern, denn ich habe strikte Anweisung, keine der Kostenakten, die sich für eine Weile noch in meinem Zimmer befinden werden, anzufassen.
Wir waren mit dem Unterrichtsstoff des Kurses schon mittags fertig und durften eher gehen. Natürlich habe ich diese Gelegenheit genutzt, um auch diesmal wieder den Tierpark zu besuchen, nur dass ich heute viel länger Licht und viel mehr Muße hatte. Deshalb sind es drei Stunden geworden, die ich mich dort aufgehalten habe. Immerhin hat sich die Jahreskarte nun schon zu dreiviertel amortisiert.
Und ich muss sagen, man erlebt jedes Mal neue überraschende Dinge. Heute möchte ich ganz dringend vor skrupellosen Meisenbanden warnen, die den Tierpark unsicher machen. Bisher kannte ich Meisen nur als scheue Tiere, doch als ich mich in einem bestimmten Garten aufhielt, wurde ich doch tatsächlich von ihnen angegriffen. Während eine Kohlmeise bis vor meine Schuhsohlen sprang, als dächte sie, sie könnte mir so drohen und mich zur Umkehr zwingen, umflatterten gleichzeitig zwei bis drei Blaumeisen meinen Kopf. Ich war im ersten Moment total erschrocken und dachte, sie landen gleich in meinen Haaren. Spontan musste ich an den Film "Die Vögel" denken. Als sie merkten, dass ich trotzdem nicht die Flucht ergreife, verlegten sie sich dann auf's ignorieren. Das sah so aus, dass sie mich überhaupt nicht mehr beachteten, selbst wenn ich nur Zentimeter von den Zweigen, auf denen sie saßen, entfernt war. Ich konnte ihnen sogar meinen Finger entgegenstrecken, ohne dass sie davonflogen, allerdings legten sie dann den Kopf schief als wollte sie sagen "Pühhh!". Wahrscheinlich haben sie mich als Eindringling gesehen und als die Verwirr- und Angstmachtaktik nichts half, versuchten sie es mit der Ignoriermethode. Das Gute dabei war, dass ich dadurch auch sehr nah zum Fotografieren an sie heran gekommen bin, trotzdem ist es immer noch schwierig ein vernünftiges Foto zu machen, weil diese Meisen sowas von flatterhaft sind und überhaupt nicht daran denken, mal 30 Sekunden still zu sitzen.
Wie man hier sieht, sind Elefantenbulle und das Weibchen voneinander getrennt worden. Wie gut, dass wenigstens die Rüssel über den Graben reichen, um ein wenig zu schmusen.
Der Säbelzahntiger und überlebensgroße Löwen. Im Dunkeln besonders nett.
heute schon den ganzen Tag wie blöde rum. Zwar nicht sehr stark, so wie ich es aus anderen Zeiten kenne, sondern nur ganz sacht, aber auch das ist unangenehm, weil man immer das Gefühl hat, irgendwas turne einem auf dem Pullover herum. Außerdem tut mein Kopf weh und der Muskelkater ist auch noch schlimmer geworden. Ich glaube, ich werde für den Rest des Tages den Rat meines Horrorskops für heute beherzigen: "Schotten Sie sich ab, meiden Sie weitgehend den Kontakt zu anderen Menschen, dann kommen Sie vergleichsweise gut durch den Tag."
Nach der Schule war ich für eine kurze Stunde wieder im Tierpark. Erst wollte ich gar nicht, weil es regnete und ziemlich kalt geworden war, doch als ich es hinter dem Zaun trompeten hörte, überlegte ich es mir anders. Und es war witzig - ein Pfau begleitete mich ein ganzes Stück des Weges und tappte wie ein Hund neben mir her. Auch eine Miese Katze war heute draußen und unterwegs traf ich ein Pärchen, das mich fragte, ob ich irgendwo einen Ausgang gesehen hätte. Inzwischen hatte ich mich selbst schon wieder verlaufen, weshalb ich verneinte, anmerkte, dass ich mich ständig im Tierpark verirre und viel Glück bei der Suche wünschte. Es ist seltsam, auf der Karte wirkt der ganze Park so einleuchtend einfach und zu dieser Jahreszeit, wo die Bäume kein Grün tragen, sieht man durch sie hindurch, dass die Entfernungen zu markanten Stellen gar nicht so groß sind, und trotzdem.....
zwickt in den Armen, vor allem den hinteren Oberarmen und in den Unterarmen direkt am Handgelenk. Habe ja auch genug Möbel gestemmt und das Wohnzimmer nimmt langsam Formen an. Inzwischen ist die Surroundanlage wieder verkabelt (wenn man auf solchen Schnickschnack verzichten würde und sich nur einen Fernseher ins Zimmer stellt, würde vieles einfacher sein) und ich konnte mich ans Werk machen, die Bücherregale einzuräumen. Da ich nicht viel Platz habe, kann ich nicht so streng nach Themen gehen, trotzdem werden die Bücher erst grob nach Größen und Themenbereichen wie Astrologie, Feng Shui, Heilkunde, Belletristik, Geschichte u.ä. geordnet. Innerhalb dieser Themenbereiche werden sie dann farblich, inhaltlich und größenmäßig möglichst passend zusammengestellt. Damit könnte ich mich wirklich Stunden beschäftigen, aber wenn ich bei dieser Tätigkeit angelangt bin, fängt es langsam an Spaß zu machen, während alles andere davor Horror ist.
die im Schlaf von ihren Bücherregalen erschlagen wurde. Seitdem hat sie nie wieder ein Buch gelesen.
Unter dem Link
https://www.fengshui-advice.de/fengshui.swf
kann man interaktiv herausfinden, welche Schlafrichtungen nach Feng Shui als gut empfohlen werden.
Natürlich muss das individuell nicht immer stimmen, zum Beispiel gelten nach der indischen Tradition, dem Vastu, wieder ganz andere Zuordnungen. Letztendlich sollte man probieren und sich auf das eigene Gefühl verlassen.
der mit seiner Geburtstagskerze verbrannte. Dies sollte sein letzter Geburtstag gewesen sein. Wie dumm, dass die Pralinenschachtel Feuer fing.
und das gänzlich ohne Verschnitt. Mein Bruder brachte noch K. mit, die ihrerseits eine 50iger Packung Obduktionsmesser zum Öffnen von Leichen mitbrachte, welche sie mal von einem Arzt bei einer Obduktion geschenkt bekam. Die Dinger sind wahnsinnig scharf, schärfer als jedes Teppichmesser, und sie hat damit überstehende Nasen klasse abgeschnitten bekommen. Sie wurde von uns deshalb auch zum zuständigen Nasenabschneider ernannt, hat sich dabei aber selbst mehrmals in den Finger geschnitten (nur ganz leichte Schnitte) und tat immer so, als sei sie ohnmächtig. Erste-Hilfe-mäßig versorgt werden musste sie trotzdem, damit sie mir nicht den Teppich vollblutete. Nachdem ich mir dann noch fast die Hüfte verdreht hatte, meinte mein Bruder, eigentlich könnten wir doch gleich einen Sammeltransport für drei Personen mit dem Notarztwagen in das Krankenhaus bestellen.
Nu sitze ich hier in dem bodenlosen - stimmt nicht, dem teppichgrundenen - Chaos und habe keine Peilung, wo ich mit dem Aufräumen anfange, mal abgesehen davon, dass ich völlig fertig vom Möbelherumtragen bin.
Durch Pampelmusenorangine ziehen die Geleenomaden.
Den Satz "Seit 15 Jahren studiere ich die dunkle Seite des Mondes." gesprochen oder gedacht, danach "O Moon of Alabama" im Kopf gehabt und seit dem Aufwachen von diesem Song begleitet worden. Ist der nicht von Brecht? (geträumt am 1.12.06)
Edit am 3.12.06: Gerade fällt mir ein, dass ich mich seit 1990 ernsthaft mit Astrologie beschäftige, das sind in etwa 15 Jahre. Vielleicht ist Astrologie "die dunkle Seite des Mondes"?
Nachdem ich vor kurzem über die Veränderung meiner farblichen und musikalischen Vorlieben schrieb, sind mir heute bei verschiedenen Gelegenheiten noch andere Wandlungen aufgefallen, die sich in den letzten Jahren vollzogen haben. Während des Unterrichts erkannte ich plötzlich klar, wie sich das Verhalten anderer zu mir und dadurch wiederum das Verhalten von mir gegenüber anderen geändert hat. Dies betrifft vor allem die Interaktionen innerhalb meines Berufs, jedoch bleibt nicht aus, dass sich gewisse Erfahrungen auch auf das Verhalten in anderen Situationen auswirken. Und ich könnte nicht sagen, was sich zuerst geändert hat. Vielleicht ist das Verhalten der anderen mir gegenüber nur die Wiederspiegelung der eigenen inneren Wandlung meiner Selbstwahrnehmung und Prioritätensetzung. Vielleicht ist es aber auch nur eine vorübergehende Phase, die den geänderten äußeren Umständen zu danken ist. Letzteres gibt zwar einerseits Hoffnung, dass irgendwann die Umstände wieder besser werden, aber andererseits möchte ich nicht wirklich dahin zurück, zumindest nicht, wenn ich dabei die negativen Dinge erneut mit in Kauf nehmen muss. Während ich mich früher mit Leichtigkeit überall eingewöhnt habe und mit fast allen gut ausgekommen bin, scheine ich jetzt ständig mit Widerständen zu kämpfen. (Früher nannte man mich Susi Sonnenschein und ich schuftete bis zum körperlichen und seelischen Zusammenbruch, nur um gut Freund mit allen zu sein - heute könnte man mich Susi Schlaftablette nennen, aber das hat den enormen Vorteil, dass ich wieder ein Privatleben habe und seltsamerweise erkennt man auch erst jetzt, wer von den Kollegen wirklich ein Freund ist.) Allerdings glaube ich nicht, dass die Veränderung nur etwas mit mir zu tun hat. Einen nicht unerheblichen Anteil trägt wohl ebenfalls das betriebliche Klima, das sich in den letzten Jahren durch die vielen Umstrukturierungen, Einsparungen und die damit verbundene permanente Überlastung rapide verschlechtert hat.
Als ich mit meiner Kollegin nach der Schule nach Hause fuhr, stellten wir fest, dass wir beide die gleichen Konflikte in Hinblick auf unsere Mütter mit uns selbst auszutragen haben. Das, was ich ihr erzählte, habe ich schon oft erzählt oder geschrieben, allerdings wurde mir erst heute plötzlich klar, dass dies im Prinzip auch eine einschneidende Veränderung ist, die mir als solches noch gar nicht so sehr bewußt geworden ist. Sie gab mir wieder, was ihre Psychologin dazu gesagt hat, es war genau dasselbe, wie ich es selbst für mich sehe und handhabe, so dass mir ein Besuch beim Psychologen in dieser Hinsicht wohl keine neuen Erkenntnisse bringen dürfte. (Ich finde es ganz angenehm, mich mit jemandem mal über tiefschürfendere Themen unterhalten zu können, leider wurde unsere Unterhaltung dadurch unterbrochen, dass ich aussteigen musste. P. sagte, dass wir ja noch zwei Tage hätten und ich antwortete in meinem Dusel, dass wir morgen weiterquatschen könnten. Klar, am Samstag - da habe ich doch schon was anderes vor. Natürlich meinte ich Montag.)
Für sich betrachtet ist jede dieser Wandlungen eine Winzigkeit, doch wenn ich sie zusammen betrachte, so wie es heute mit einem Mal der Fall ist, erscheinen sie mir wie die losen Teile eines Puzzles, das vielleicht noch nicht vollständig zusammengesetzt ist. Und auf einmal wirken sie nicht mehr so klein, sondern wie die lebendigen Organe von etwas Großem. Das erinnert mich an eine Formulierung über die Wirkung von Uranus im 8.Haus: Eine Welt bricht zusammen.
Ich kann nicht sagen, dass in der Zeit, als Uranus durch mein 8. Haus lief, irgendetwas geschehen wäre, das mir spontan diese Aussage entlockt hätte (ok, bis auf "die Rückkehr des farbigen Sehens", wie ich dieses Ereignis mal nennen will, was ja aber eben eine Rückkehr war, wenn auch vieles nicht mehr so war wie früher). Doch nun im Rückblick möchte ich tatsächlich meinen, eine alte Welt zurückgelassen und eine neue betreten zu haben, wenn es sich dabei auch hauptsächlich um innere Welten handelt und jede dieser Welten sowohl ihre positiven als auch ihre negativen Eigenheiten hat.
Ich bin nicht älter als 30 und gucke böse. (Das lag wahrscheinlich daran, dass ich diesmal angestrengt versucht habe so auszusehen, als sei ich voll bei der Sache. Sowas kommt dann dabei raus. Wie ich auch gucke, immer ist es verkehrt. Ich glaube, ich erschieß mich - wird das beste sein.)
Ansonsten traf ich vor dem Supermarkt einen Schäferhund, der mit gelassener Würde ein mit roten Lampen blinkendes Weihnachtshalsband trug (ich dagegen hätte mit so eine Halsband schon längst eine Macke bekommen), im Supermarkt eine Omi mit roter Mütze und rotem Schal, die zwischen Brot, Gemüse und Käse drei Flaschen Red Bull auf das Transportband legte, und unfreiwillig im Bus die Schlagzeilen auf zwei Seiten Zeitung. Links: "Tierhasser schneidet Igel Pfoten ab", rechts reißerisch aufgemacht eine ganze Seite Natascha Kampusch. Die Igelgeschichte regt mich auf, während mich Natascha inzwischen völlig kalt läßt. Von diesen ganzen Mißbrauchsstorys ist man schon völlig übersättigt, regelrecht abgestumpft, und ich weiß wieder mal, warum ich keine Zeitung mehr lese.
Um 6:30 h statt um 7:30 h aufgestanden - zwar nur eine Stunde früher, aber mir erscheint es wie eine Ewigkeit. Im Bus meinen Bruder getroffen. Ihn wegen des Traumes gefragt, ob er seinen ersten Geldschein noch hat. Er lacht, verrät mir aber dann, dass er einen 5-DM-Schein aufgehoben hat. Da hab ich im Traum wohl wieder Tomaten auf den Augen gehabt. In der Fachhochschule einer blonden Frau hinterher getigert, die in denselben Hörsaal geht, in welchen ich muss. Ich such mir einen Platz, packe aus, schneuze mich, schaue hoch, die blonde Frau, die gegenüber Platz genommen hat, schaut ebenfalls hoch und - wir gucken uns groß an, denn sie ist meine Kollegin P. Wir haben beide voneinander nicht gewußt, dass wir in dem Kurs sind und anscheinend habe ich nicht nur im Traum Tomaten auf den Augen. Ich also meine Sachen zusammen gepackt und mich rüber gesetzt. Als der Kurs beginnt, sind wir ganze fünf Männeken. Dies steigert sich im Verlauf der ersten halben Stunde noch auf neun. Schon nach den ersten zehn Minuten des "richtigen" Unterrichts habe ich große Lust in die Tischkante zu beißen. Der Unterricht ist zwar gut strukturiert und selbst für die Dümmsten der Dummen wird der Stoff sehr verständlich rübergebracht, aber dafür ist er auch extrem langweilig und unser Seminarleiter redet so richtig schön einschläfernd laaaangsaaaaam. Dies sieben Stunden lang und man ist genauso breit, als hätte man neun Stunden Akten bearbeitet. Am interessantesten fand ich noch die eher unwichtige Story, dass in Görlitz ein Multimillionär existiert, der jedes Jahr der Stadtkasse eine Million Euro zur Sanierung alter Bauten und Denkmäler spendet, aber darauf besteht, dass sein Name nicht genannt wird. Sollte sein Name irgendwo erscheinen, würde er sofort aufhören zu spenden. Scheint so, als wären die Lotto-Jackpot-Gewinner in Görlitz beheimatet. Vielleicht sollte man da mal hinfahren...
Nach dem Kurs ein Stück mit einem "Mitschüler" gelaufen, der dann so zu mir meinte, ich hätte nicht so ausgesehen, als sei ich sehr bei der Sache gewesen. Nun ja, das ist gerade mein Problem, ich wirke nie so, als sei ich bei der Sache, selbst wenn ich es bin. In so einem Unterricht kommt wieder mein Hang zum Tagträumen durch und trotzdem habe ich alles mitbekommen. So war es schon früher in der Schule.
Dann einen kleinen Abstecher zum Tierpark gemacht, um mir eine Jahreskarte zu holen. Dafür musste ich fast geschlagene zehn Minuten in eine Webcam grinsen, weil die Bilder immer nicht gut genug waren, und bald bekam ich fast einen Krampf von diesem Dauergrinsen.
Als ich endlich den Tierpark betrat, hatte ich nur noch ca. eine halbe Stunde Helligkeit, danach wurde es in Eilzuggeschwindigkeit dunkel. Das war das erste Mal, dass ich im Finstern im Tierpark unterwegs war, und ich muss sagen, es war wirklich extrem gruselig. Ich finde es ja immer schon unheimlich, wenn ich mich bei Tageslicht dort verlaufe - und ich verlaufe mich jedesmal! -, aber wenn im Dunkeln riesige Säbelzahntiger und nachtaktive Hyänen den menschenleeren Weg säumen, einem Wildgänse über den Kopf streichen und Trauben von Pfauen in den kahlen Baumkronen hocken, man überall um sich herum ein Scharren und Gackern und Gurren und Glucksen, ein Fiepen und Knurren hört, während man seine Hand nicht vor Augen erkennt und auch nicht die aufgestellten Wegkarten, kann einem wirklich anders werden, insbesonders, wenn man sich wie immer verirrt hat und den Ausgang nicht findet. Als ich ihn schließlich fand, war das schmiedeeiserne Tor schon verriegelt und verrammelt, aber zum Glück gibt es die Ein-Weg-Drehtüren. So gern ich die Tiger mag, übernachten möchte ich dann doch nicht bei ihnen. Die haben früh bestimmt Hunger.
Ich sehe meine zweitoberste Chefin am Tisch stehen und in einem Buch blättern, bzw. lesen. Mein Kollege K. kommt herein, sieht seinen Post- und Unterlagenberg auf dem Tisch liegen, kehrt um und sagt, dass er mit einem Koffer wiederkommt.
Dann stehe ich mit meiner zweitobersten Chefin in der U-Bahn und luge über ihre Schulter, um zu erkennen, was in dem Buch geschrieben steht, in welchem sie noch immer blättert. Ich erkenne sehr viele Namen, die mit nachfolgenden kurzen Absätzen aufgeführt sind. Auf meine Frage erklärt mir Fr. St., dass in diesem Buch alle Gefängnisinsassen aufgelistet sind, die während der Haftzeit einen Roman o.ä. geschrieben haben.
Ich bemühe mich weiter, etwas in dem Buch lesen zu können und sehe den Namen "Luchterhand".
Sofort sage ich spontan: "Über den habe ich auch was geschrieben!"
Es besteht kein Zweifel, dass es der Herr Luchterhand aus meiner Geschichte ist.
Einige Bilder in Form von Fotos in den nächsten Sequenzen, u.a. einen Bär, der mit seinen Tatzen an einem Elefanten mit reich geschmücktem Überwurf hängt.
Ich finde es ja lustig, dass ich jetzt von Herrn Luchterhand schon so träume, als gäbe es ihn wirklich.
Aber gut, so lange er nicht auf mir drauf liegt.....
eher so, als sollte man getestet werden ob man behindert ist:
https://www.viquet.com/live/sites/viquet/pages/die_tests/personality.html
Praxisbezug und klare Strukturen.
Langes Herumreden ist nicht Ihre Sache. Sie packen an, sind praktisch veranlagt, arbeiten konzentriert und ernsthaft. Ungenauigkeit macht Sie nervös. Sie lieben Klarheit und Struktur. Was Sie machen ist logisch und nachvollziehbar. Am Herumphantasieren verlieren Sie schnell den Spaß. Sie wollen umsetzen, was Sie planen und sind dabei realistisch und gründlich.
Die für andere Menschen gewiß unglaublichen Schwierigkeiten, die ich beim Reden habe, haben darin ihren Grund, daß mein Denken oder besser mein Bewußtseinsinhalt ganz nebelhaft ist, daß ich darin soweit es nur auf mich ankommt, ungestört und manchmal selbstzufrieden ruhe, daß aber ein menschliches Gespräch Zuspitzung, Festigung und dauernden Zusammenhang braucht, Dinge, die es in mir nicht gibt. In Nebelwolken wird niemand mit mir liegen wollen und selbst wenn er das wollte, so kann ich den Nebel nicht aus der Stirn hervortreiben, zwischen zwei Menschen zergeht er und ist nichts.
(aus Kafkas Tasgebüchern)