Alien
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Samstag, 3. Februar 2007

Könnte nicht irgendwann einmal

etwas einfach nur ganz einfach gehen? Ich meine einfach so zur Abwechslung? Ohne dass ich vom hundertsten ins tausendste komme, ständig nebenbei noch andere Probleme lösen oder Problembehandlungsmenüführungen veranstalten muss, ohne dass sich stets immer irgendetwas verhakt, verheddert, verkeilt, verknotet, verbiegt, nicht funktioniert und mir die lange Nase zeigt? Sich einfach nur mit dem beschäftigen, mit dem man sich auch beschäftigen wollte und das unter minimalstem Zeitaufwand? Wäre das nicht einfach nur schön?

Erste Traumerinnerungen

Nachdem Elsa ihren ersten Traum, an den sie sich erinnern kann, gepostet hat, habe auch ich angefangen in meinen frühesten Kindheitserinnerungen zu kramen. Eine dieser Erinnerungen ist das Bild einer Frau mit langen schwarzen Haaren und einem weißen Gewand, welche von mir abgewandt auf einem Hinterhof vor einer Art leerem Müllcontainer steht, so dass ich nur ihre kohlrabenschwarzen, glatten und bis zur Hüfte reichenden Haare sehe. Das Bild ist dunkel, als ob es Nacht oder Abend wäre. Zeitweise war ich mir nicht mehr sicher, ob dies ein reales oder ein Traumbild gewesen ist, so wie ich das auch von der Erinnerung daran, wie mir mein Vater den Schnuller weggenommen hat, nicht genau wußte. Letzteres habe ich inzwischen als real verbucht, wobei ich interessant finde, dass dies das erste Mal gewesen ist, bzw. das erste Mal, dass ich mich daran erinnern kann, das Gefühl gehabt zu haben, etwas falsch zu machen. Vielleicht hätte ich dieses Gefühl nicht gehabt, wenn mir mein Vater nicht einfach nur den Schnuller aus dem Mund gerissen, sondern mir auch erklärt hätte, warum er das tat, nämlich weil ich wahrscheinlich zu alt dafür war (ich schätze, es war ein Alter wo ich noch nicht laufen konnte oder es gerade gelernt habe). Vielleicht hätte ich es verstanden. Ich glaube, ich habe damals schon sehr viel verstanden, zumindest wenn ich so höre, was meine Mutter über mich erzählt. Aber zurück zu der schwarzhaarigen Frau. Inzwischen bin ich mir sicher, dass es ein Traum gewesen ist, da dieses Bild mit einer Handlung verbunden war, die sehr starke, allein von der Handlung her nicht erklärbare Emotionen hervorrief. Es war irgendwie so, als würde ich diese Frau kennen und sie verlieren, weil sie sich selbst opferte, indem sie in diesen leeren Container stieg. Jetzt, wo ich es beschreibe, fällt mir eine gewisse Ähnlichkeit zu "Ring" auf, der Unterschied ist nur, dass sie halt nicht in einen Brunnen, sondern in den Container kletterte. Und dieser Traum war mit einem tiefen Gefühl von Trauer und Verlust verbunden. Ich glaube, ich habe nach dem Aufwachen geweint und bin zu meiner Mutter gelaufen.
Und es gibt noch einen weiteren Traum, den ich wahrscheinlich mit allerhöchstens 5 Jahren geträumt haben muß, der seinen Schrecken vor allem daher nimmt, dass er so real war. Ich träumte, dass ich mitten in der Nacht aufstehe, um auf die Toilette zu gehen. Als ich unser großes Wohnzimmer durchquert habe, in den Korridor komme und schließlich das Bad betrete, sitzt eine riesige Eule, die muß wohl mindestens so groß gewesen sein wie ich damals, direkt auf dem Klodeckel und schaut mich an. Mir ist, als hätte sie auch irgendwas gesagt in der Richtung, ich dürfe nicht auf die Toilette, oder so. Ich bin dann ängstlich wieder ins Wohnzimmer gelaufen und da ging der Traum weiter damit, dass die Eule, aber auch verschiedene Leute direkt durch die Wand in das Zimmer gekommen sind. Ich kann mich noch erinnern, dass sich meine Eltern sehr über den Traum amüsiert haben.

Überhaupt habe ich schon als Kind viel geträumt, die Träume aber auch schnell wieder vergessen. Ab und zu habe ich sie meinen Eltern zur Belustigung erzählt, die darauf den Standardsatz hatten, der meistens kopfschüttelnd hervorgebracht wurde: "Was du alles träumst!". Doch erst mit ca. Anfang bis Mitte 20 habe ich begonnen, meine Träume mehr oder weniger regelmäßig aufzuschreiben. Kurz davor hatte ich jedoch ebenfalls einen Traum, den ich trotz Nichtaufschreibens nie vergessen habe. Ich war ca. 19 oder 20 Jahre, als meine Großmutter väterlicherseits starb. Viele Jahre zuvor, da war ich 13, ist bereits mein Großvater verstorben. Meine Großmutter hatte einige ihrer letzten Jahre in einem Altersheim verbracht, wo sie mit ihren Gedanken schon in einer anderen Welt weilte und niemanden mehr erkannte. Kurz nachdem sie gegangen war, hatte ich folgenden Traum:
Ich sehe meine Großeltern auf einer sonnenbeschienenen Wiese. Sie halten sich in den Armen und tanzen lachend einen flotten Walzer. Ich stehe etwas abseits und schaue zu. Als sie mich bemerken, winkt mich meine Großmutter heran und versucht mir nun, noch immer lachend, beizubringen, wie man einen Walzer tanzt, indem sie mir die Schritte zeigt und sich dabei mit mir dreht.Dieser Traum hat mich tief beeindruckt, so tief, dass ich das Gefühl hatte, ich müßte ihn unbedingt meinen Eltern erzählen. Ich hielt ihn fast für so etwas wie eine Botschaft und seltsam ist, das ich inzwischen mehrfach von gerade Verstorbenen geträumt habe und diese Träume stets sehr beeindruckend und sehr tröstlich waren.

Freitag, 2. Februar 2007

Und wieder einen dicken Stock in meinen Bau geschleppt - über meine schönsten Macken

Irgendwie finde ich das ziemlich schwierig, da ich glaube, dass die schönsten und skurrilsten Macken gerade die sind, die man an sich selbst gar nicht mehr bemerkt oder noch nie bemerkt hat. Trotzdem bin ich in mich gegangen und habe mehr zutage befördert, als ich im ersten Moment vermutete:


1. Ich hasse es, im Stehen oder im Gehen zu essen. Auch esse ich nicht gerne in ungemütlicher oder kalter Umgebung. Lieber hungere ich den ganzen Tag bis ich ausreichend Zeit und eine mir angenehme Umgebung habe um zu essen.

2. Ich schnaube niemals durch beide Nasenlöcher gleichzeitig, sondern immer erst durch das linke und dann durch das rechte.

3. Ich spreche mit Pflanzen, natürlich so, dass es sonst niemand mitbekommt, und es fällt mir unheimlich schwer, kranke und schon völlig trostlose Pflanzen wegzuwerfen, so lange nicht wirklich alles tot ist. Es fühlt sich so an, als würde ich ein krankes Haustier in den Müll werfen, aber da ich in meiner Wohnung kein Asyl für kranke oder halbtote Pflanzen aufmachen kann, läßt sich das manchmal nicht vermeiden. Und auch jetzt, wenn ich das schreibe, habe ich das Gefühl ein furchtbares Verbrechen zu gestehen.

4. Menschenbabys lassen mich kalt, aber bei Katzenbabys bekomme ich Muttergefühle.
Es ist nicht so, dass ich keine Kinder mag, ich mag sie teilweise sogar ganz gerne, zumindest einige, aber sie können mich einfach nicht zu Entzückensschreien animieren. Ich finde Babys, auf jeden Fall die meisten, so überhaupt nicht süß.

5. Ich habe viele "katzige" Angewohnheiten, z.B. rieche ich gern an meinen Socken und Schuhen(allerdings wirklich nur an meinen und nicht an denen von anderen *gg*), döse gerne, teilweise auf dem Bauch mit angewinkelten untergezogenen Armen, mag es warm und kuschelig, beobachte gerne Vögel, beobachte überhaupt viel, weshalb ich Orte lieber mag, wo ich einen Überblick habe, sowie alle grünen Wiesen, liebe es am Bauch gekrault zu werden, hasse es aber, wenn man mich am Genick anfasst, liege meistens faul herum bis ich plötzlich einen Rappel kriege und alles auf den Kopf stelle, und vieles mehr. Zeitweise habe ich schon die Möglichkeit in Erwägung gezogen, im letzten Leben eine Katze gewesen zu sein...*gg*

6. Ich habe manchmal eine Abneigung dagegen körperlich vereinnahmt zu werden, z.B. durch Umarmungen, mag aber zarte und flüchtige Berührungen.

7. Ich bin extrem geräuschempfindlich, wobei die Geräusche von Lärm bis zu kaum hörbaren hochfrequenten Tönen reichen können. Besonders krank machen mich Auto- und Maschinenlärm, plötzliche laute Geräusche oder Geknalle, allerdings habe ich auch manchmal Phasen, in denen ich Musik ebenfalls nicht verkraften kann, und es gibt einige sehr leise Töne, die andere teilweise gar nicht hören, die mich extrem stören, wie z. B. diese Mücken-Ultraschall-Vertreibungsapparate. Von den Dingern werde ich genauso aggressiv wie die Mücken.

8. Ich kann nicht Kopfrechnen, wenn mich jemand dazu auffordert. Mein Kopf ist dann eine hohle Blase, aber wenn ich alleine für mich was rechnen will, klappt es zumindest in den grundlegendsten Zügen und mit einer großzügigen Rundungshandhabung ganz gut.

9. Ich mag es nicht, wenn mir andere Leute vor den Füßen herumlaufen. Ich habe lange Beine und einen großen Schrittradius, was bedeutet, dass mich alle Beine stören, die sich in meinen Schrittradius hineinverirren. Leider wird mein Schrittradius oft unterschätzt, besonders von kleineren Menschen, die mich mit ihren trippeligen Schritten fast über sie stolpern lassen.

10. Und zu guter Letzt habe ich noch eine Macke, die ich mit Madame Lila, welcher ich dieses mächtige Stöckchen zu verdanken habe, teile, nämlich eine Telefonphobie, bei mir noch ergänzt durch eine Kontakthaltungsphobie. Ich telefoniere überhaupt nicht gerne, tue es meist nur für dringende Absprachen. An das Telefon gehe ich zwar in der Regel, da ich keinen Empfangssekretär angestellt habe, allerdings eher ungern. Außerdem mag ich nicht gerne irgendwo anrufen, nur um den Kontakt zu halten. Daher kann es vorkommen, dass ich mich bei manchen Leuten monate- oder gar jahrelang nicht mehr melde. Es kann auch vorkommen, dass ich plötzlich, wenn mich schon jeder abgeschrieben hat, wieder in Erscheinung trete. Dies aber nur bei den Leuten, wo ich mich das traue, weil ich das Gefühl habe, dass da echte Sympathie im Spiel ist. Manchmal neige ich auch dazu in einer Traumwelt zu leben und mit den mir sympathischen Leuten nur in Gedanken zu verkehren, was mir oftmals völlig ausreicht.

Ich glaube, wenn ich noch länger über dieses Thema meditiere, fallen mir bestimmt noch hundert andere Macken ein. Aber ich finde, das reicht für heute.

Mitnehmen darf sich das Stöckchen wer will. ;o)

Oh Gott,

eben war eine Kollegin G. hier, die hat bestimmt anderthalb Stunden erzählt und sich ausgeheult, dabei hat sie mir das alles schon am Mittwoch ausführlich auseinandergesetzt. Zum Schluß habe ich gar nicht mehr so richtig zugehört, andererseits ist es aber auch verständlich, dass es sie beschäftigt. Es geht darum, dass sie sich mit der Kollegin R., die nebenan im Zimmer sitzt, verkracht hat, aus wie ich finde wirklich nichtigem Anlaß. Kollegin G. hatte Besuch an ihrem Arbeitsplatz und etwas nötigend, so wie sie manchmal ist, zu ihrem Besuch gesagt, er möge sich setzen. Dazu muß ich sagen, dass ich ihre nötigende Art manchmal selbst etwas nervend finde, aber wenn man dreimal, teilweise auch fünfmal Nein gesagt hat, dann läßt sie einen in Ruhe. So ist sie eben. Diese Situation hat dann wohl Kollegin R. nebenan mitbekommen und hat sowas in der Art gesagt, vielleicht auch etwas bissig, wie: "Du brauchst ihr nicht zu sagen, wann sie sich zu setzen hat, das wird sie schon allein tun, wenn sie will." Darauf erwiderte Kollegin G., dass es Kollegin R. gar nichts angeht, was sie zu ihrem Besuch sagt, und dass sie zu der Frau sowas sagen darf, weil es ihre Freundin ist." Danach ist Kollegin R. abgezogen, kam dann aber nach einiger Zeit wieder herein und fragte, ob sie sich beruhigt hätte. Natürlich hatte sie sich nicht beruhigt, sondern wies darauf hin, dass Kollegin R. sie verletzt hätte, als sie sowas sagte, zumal sie kein Schulmädchen sei, mit der man so sprechen könne. Kollegin R. sagte dann zu ihr, sie solle mal in den Spiegel schauen und ist gegangen. Seitdem, inzwischen sind es drei Wochen, herrscht Funkstille zwischen den beiden und die dritte Mitarbeiterin, die bei Kollegin R. im Zimmer sitzt, hat sich ebenfalls zurückgezogen. Sie haben jetzt immer die Tür geschlossen, sprechen nicht mehr mit ihr und Kollegin R. duzt sie auch nicht mehr. Das geht ihr ziemlich an die Nieren und ich habe zu ihr gesagt, dass sie nicht erwarten sollte, so wie sie es tut, dass R. sich jetzt ausdrücklich bei ihr entschuldigt. Stattdessen sollte man sehen, ob nicht beide Seiten sich wieder ein kleines Stückchen annähern und aufeinander zukommen könnten, ohne dass über irgendeine Schuldfrage diskutiert wird. Doch sie besteht darauf, dass sie keine Schuld hat, sondern R. sie verletzt hätte und auf sie zukommen müßte.
Für einen Außenstehenden erscheinen solche Auseinandersetzungen manchmal eher lächerlich, aber wenn man selbst schon einmal involviert war, weiß man, wie sehr leicht dahin geworfene Bemerkungen oder die Art, wie sie gesagt werden, verletzen können und so völlig verhärtete Fronten entstehen. Doch für einen außenstehenden Mitarbeiter nervt das auch, wenn überall dicke Luft herrscht und keiner mehr miteinander spricht. Ich kenne das ja noch sehr gut von meiner letzten Abteilung. Nun ja, Kollegin G. muß wissen, was sie macht. Schließlich ist sie ja, wie sie sagte, keine Schulmädchen mehr und ich kann beide schlecht an die Hand nehmen und sagen: "So, nun gebt euch schön die Hand und vertragt euch wieder."

Donnerstag, 1. Februar 2007

Ungekennzeichnet

Fabrikneuer Himmel, goldbezogen,
flächenverstärkt und kompatibel,
durchfahre die Straße
der kosmischen Gewässer,
immerfort lockend -
in den Furchen blauer Freiheit
suchte ich vergebens
nach dem Datum
deiner Mindesthaltbarkeit.

...

Wer keine Angst hat, hat keine Phantasie.
(Erich Kästner)


Komisch, dass mir zur Zeit ständig solche Sätze über den Weg laufen. Scheint so, als hätte ich mehr Phantasie als mir lieb sein kann.

Botticelli in den Bergen

An einer Haltestelle stehend bemerke ich erst bei einem Standortwechsel, durch den eine Häuserfront aus meinem Blick verschwindet, dass ich mich in den Bergen befinde. Denn nun erstreckt sich majestätisch und schön ein Bergmassiv vor meinen Augen. Auf der höchsten Spitze des Bergmassivs kann ich, klein wie ein Stecknadelkopf, ein Schloß erkennen. Es steht so hoch oben, dass es fast in den Wolken verschwindet. Ein Wolkenschloß! Erstaunlich, wie es jemand in dieser Höhe bauen konnte. Ich versuche es mit einem sehr großen Objektiv zu fotografieren, um es größer auf das Foto zu bekommen. Dabei muß ich mich weit nach hinten lehnen, ich falle schließlich mitten auf der Haltestelle auf die Knie, weil es so hoch oben ist. Meine Mutter kommt dazu und will mir in einem Apparat Gemälde von Botticelli zeigen. Vielleicht war es ein Dia-Projektor, denn man muß irgendwo hindurchschauen. Während ich aber noch mit der Kamera beschäftigt bin, erzählt sie schon: "Das war mein schönster Botticelli.".

Mittwoch, 31. Januar 2007

Gerade habe ich mir so überlegt,

wie gerne ich mich einmal wieder frei und leicht fühlen würde. Ok, unter der Knute von Saturn kann man wahrscheinlich nicht erwarten, die fröhliche Leichtigkeit in Person zu sein, aber diese Saturn-Phase zieht sich und zieht sich und alles ist irgendwie so zäh und ärgerlich.
Ich habe darüber nachgedacht, wann ich mich in meinem Leben frei und leicht gefühlt habe. Und es gab sie diese Phasen, selbst unter den widrigsten Bedingungen und auch in meinem Job. Vor allem in den Praktika hat mir die Arbeit tatsächlich Spaß gemacht, aber inzwischen bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass dies wohl ausschließlich ein Privileg von Praktikanten ist. Ab irgendeinem mysteriösen Punkt im Berufsleben ist die Freude über Nacht aus unerklärbaren Gründen verflogen. Dabei ist für das Gefühl der Leichtigkeit weniger ausschlaggebend, ob oder was man arbeitet, als viel mehr, wie wohl man sich unter den Menschen fühlt, mit denen man den ganzen Tag zusammen ist. Wenn ich mich so in meinem Job umschaue, dann kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass nicht nur ich unter einem Saturneinfluß leide, sondern die gesamte "Firma".
Überall sieht man verkniffene und mürrische Gesichter, man traut sich kaum noch jemanden anzusprechen, aus Angst eine blöde Antwort zu bekommen und weil irgendwie alle überempfindlich sind, überall bekriegen und behassen sie sich, und natürlich muß es immer ein schwarzes Schaf geben, auf das man draufhauen kann. Manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl, die Leute brauchen das, und seltsamerweise scheinen sie es in Abteilungen, in denen sie eigentlich nicht viel zu tun haben, noch viel stärker zu brauchen, als dort, wo wirklich Stress herrscht, was mich immer sehr verwundert. Früh lastet ein Gewicht auf einem, als würde man in den Knast gehen und die Ketten schon hinter sich her ziehen, weil man den ganzen Tag ernst aussehen und sich jede Leichtigkeit verkneifen muss.
Ich merke regelrecht, wie mich die Zeit im Büro zu einem ganz anderen Menschen macht. War ich einige Zeit im Urlaub und kehre dann zurück, bin ich völlig verändert und trete auch anders auf. Dies dauert jedoch nur wenige Tage, längstens eine Woche an, bevor mich die klebrige Tretmühle wieder zu einer ängstlichen Büromaus gemacht hat. Natürlich wird trotzdem mal gelacht, jedoch niemals so richtig frei, weil man nie so genau weiß, ob sich nicht jemand von diesem Lachen belästigt fühlt. Dies kommt ziemlich oft vor, denn sobald sich einige anscheinend gut amüsieren, kommen andere und fragen mehr oder weniger laut, ob diejenigen eventuell nicht zu tun hätten oder gar hätten, aber nichts tun. Und doch ist das alles wieder nicht schwer zu verstehen, wenn man sieht, unter welchem Druck jeder steht. Selbst jemand, der versucht, sich nicht unter Druck setzen zu lassen kommt unwillkürlich dahin, weil er sich diesem geballten Frust einfach nicht entziehen kann. Manchmal denke ich in dieser Situation an den Spruch:
"Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.". Warum nur?

Dienstag, 30. Januar 2007

Der heilige Spinat

Ich belausche ein Gespräch zwischen zwei mir völlig fremden Gästen - ein Mann und eine Frau - auf meiner Geburtstagsfeier. Die Frau sagt zu dem Mann, dass es hier in der Nähe einen Ort namens "Der heilige Spinat" gäbe, von wo aus Flugzeuge nach Mexiko fliegen würden.
Der Mann hört interessiert zu. Er ist aus der Bloggerszene, ohne dass ich ihn konkret benennen könnte, und hat mir sehr viele Geburtstagsgeschenke in Form von Fotos und Geschichten mitgebracht, welche in einem großen Buch gesammelt sind. Als ich darin blättere, finde ich auch ein mitgeschriebenes Chat-Gespräch zwischen mir und jemandem, der sich Worldgnost nennt. Ich ändere den Namen im Traum in -ghost um, da ich mit -gnost nichts anfangen kann und sich viele in Chats Ghost nennen. Evtl. ist es ja ein Tippfehler. Der andere nennt mich in diesem Gespräch Zugogo, was wohl eine lustige Abänderung des Nicks Zuckerwattewolkenmond sein soll. Ich frage mich, wer dieser geheimnisvolle Blogger ist. Ist er vielleicht selbst dieser Worldgnost oder Worldghost? Denn wie hätte er sonst an das Chat-Gespräch kommen können?

PS: Ich werde heute zum heiligen Spinat reisen und denselben zum Abendessen kochen. ;o)

Huch,

da komm ich gerade ins Büro und sehe hier auf einem der Äste, die sich vor meinem Bürofenster wiegen, so ein kleines rotbuschiges Etwas entlanghuschen. Ein Eichhörnchen! Die habe ich hier noch nie gesehen. Anscheinend sind sie dabei, ihre Friedrichshain-Population in andere Gebiete auszudehnen. "Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen", sagt man. Ob das Eichhörnchen am Morgen auch etwas zu sagen hat?

Montag, 29. Januar 2007

...

Man muß Phantasie haben, um den Tod zu fürchten.
(Marlene Dietrich über Erich Maria Remarque in "Nehmt nur mein Leben...")

Eingesperrt im Hochhaus

Mit sehr vielen anderen Menschen zusammen werde ich in einem Hochhaus festgehalten, welches einem reichen und mächtigen Herrn gehört. Dieser macht sich einen Spaß daraus, uns dort wohnen zu lassen, wobei wir da gar nicht mal schlecht leben - ich kann mich erinnern, in einem Swimmingpool geschwommen zu sein, der allerdings so wenig Wasser hatte, dass ich ständig mit den Knien an den Boden stieß -, aber bei bestimmten Gelegenheiten ebenfalls einzelne von uns erschießen zu lassen. Diese Gelegenheiten ergaben sich, wenn wir etwas taten oder nicht taten, was es genau war, ist mir entfallen. Vielleicht wußten wir auch selbst nicht so genau, was wir tun oder lassen mussten, um nicht erschossen zu werden. Nun war ich seltsamerweise in dieser Situation äußerst gelassen, ja mehr noch, ich war der festen Überzeugung, dass mir nichts passieren kann, da ich einen kühlen Kopf bewahre, die Situation überschaue und mit diesem reichen Herrn ganz normal umgehe, ohne irgendwelche Angst zu zeigen. Ich kann dabei nicht so richtig nachvollziehen, warum das die anderen Leute anscheinend nicht können und ganz anders reagieren. Mit diesem kühlen Kopf beschließe ich, mich für jenen Herrn so interessant zu machen, dass er es schon aus Neugierde nicht fertig bringt, mich erschießen zu lassen und ich glaube, das ist mir auch gelungen.

Samstag, 27. Januar 2007

Eintrag vom 8.1.2007, zwei Stunden später kurz vor 22 Uhr - Noch immer kein Licht in Sicht

Es seltsam, wie sich das Leben mit einem Schlag ändert, wenn man ohne Strom ist. Beschäftigt man sich sonst abends immer mit allen möglichen Dingen, so weiß man auf einmal an einem frühen Winterabend nichts mehr mit sich anzufangen. Man kann sich mit Essen ablenken (ich bin seit langem mal wieder froh, einen Gasherd zu haben und bereue, meinen Flötenkessel entsorgt zu haben, da ich nur noch Wasser mit dem Wasserkocher koche), allerdings ist mehr als eine Dose Eintopf zu öffnen im Dunkeln nicht drin. Aber immerhin besser als gar nichts Warmes. Mit so einer kleinem Batterie-LCDlampe lässt sich sogar etwas lesen, strengt aber auf Dauer an. Ich denke ernsthaft darüber nach, früh ins Bett zu gehen....

Eintrag vom 8.1.2007, kurz vor 20 Uhr - Obstsalat im Dunkeln

Heute habe ich nun endlich geschafft mich aufzuraffen, mir den Obstsalat zu schnipseln, auf den ich schon seit Tagen Appetit hatte. Ich sage immer, Heißhunger muss gestillt werden, solange er heiß ist. Und sogar nicht nur die relativ einfach und ohne Gematsche zu handhabenden Äpfel und Bananen schnitt ich hinein, sondern außer den Orangen schälte und entkernte ich auch noch eine Mango, was immer eine riesige Sauerei ist, und knackte Walnüsse. Ich mag ja eigentlich überhaupt kein Nüsseknacken, aber die Essfertigen gab es im Supermarkt nicht. Hinzu kamen noch ein paar filettierte Weintrauben (nein, das hab ich nicht natürlich nicht selbst gemacht - die gab es im Glas *gg*) und eine Prise Indien-Würzmischung. Ich hoffe nur, dass ich von dieser Riesenportion Obst keinen Vitaminschock kriege.

Kaum hatte ich den Obstsalat fertig und glücklicherweise auch schon fotografiert, was ja enorm wichtig ist *gg*, stand ich von einer Sekunde zur anderen im Dunkeln. Erst dachte ich, es ist nur meine Wohnung, doch der Blick aus dem Fenster zeigte mir, dass die ganze Straße, einschließlich gegenüberliegender Tankstelle in tiefste Dunkelheit gehüllt lag, während sonst die Straßenlaternen und Neonreklamen die Straße erleuchten. Fünf Minuten später sah man gegenüber in den Fenstern überall die Kerzen flackern. Gott sei Dank habe ich meinen Adventskranz noch und auch sonst ist mein Wohnzimmer überdurchschnittlich gut mit Kerzen ausgestattet. Ich habe jetzt ebenfalls alles angezündet und richtige Heiligabend-Stimmung hier in der Bude. Außerdem läuft mein Notebook dank Hochleistungsakku, allerdings ohne Internet, so dass ich diesen Text schreiben kann. Ich könnte natürlich versuchen, im Dunkeln ein tief verbuddeltes Modemkabel herauszukramen, um damit gleich vom Telefonanschluß ins Netz zu gehen - aber nö, keine Lust (die Trägheit).Das war wirklich Eingebung, dass ich mich so früh schon an den Salat gemacht habe, denn eigentlich wollte ich erst später mit dem Schnippeln loslegen und das wäre wohl etwas schwierig geworden. Jetzt sitze ich hier und habe wenigstens den Obstsalat, der mir in der Dunkelheit beisteht, und warte darauf, dass ein Licht kommen möge.

Von Diverses

Kafka und Schwanensee

Im Traum stelle ich aufgrund der gestrigen Dokumentation verblüffende Übereinstimmungen zwischen meinem Leben und dem Kafkas fest, die bis zu kleinen Details reichen. Das überraschendste Detail, dessen Erinnerung plötzlich wie eine Erleuchtung über mich kommt, ist die Tatsache, dass Kafka in seinem Jugendzimmer ein Schwanensee-Bild zu hängen hatte und ich bis zu meinem 17. Lebensjahr in meinem Kinderzimmer ebenfalls. (Im Wachzustand bin ich mir mittlerweise nicht mehr sicher, ob das wirklich Kafka war, oder ob ich das aus der Putin-Biographie, die ebenfalls gestern im Fernsehen lief, aufgeschnappt habe.) Ich sehe nun das Poster deutlich wieder vor mir und kann mich auch an den Platz erinnern, wo es befestigt war. Es hat einen hellblauen Hintergrund mit einem weißen Schwan in der rechten vorderen Ecke und erinnert an ein Gemälde von Chagall, nur dass dieser keine Schwäne gemalt hat.
Bis kurz nach dem Aufwachen bin ich mir absolut sicher, dass dieses Poster tatsächlich in meinem Zimmer hing, doch einige Minuten später kommen mir Zweifel. Hat es das Bild wirklich gegeben? Der Traum hinterließ eine deutliche Verwirrung und die Frage, welchen meiner Traum- und Nichttraumerinnerungen ich trauen kann. Ich kann es nicht sagen. Vielleicht gab es das Bild, vielleicht auch nicht - die Poster in meinem Zimmer haben damals oft gewechselt.
Absolut sicher weiß ich nur, dass ich meine gesamte Kindheit hindurch diese Tänzerin in meinem Zimmer zu hängen hatte, die ohne weiteres Schwanensee hätte tanzen können:



Und die Moral von dem Traum ist wohl, dass Extreme-Hardcore-Glotzing zu gepflegten Verwirrtheitszuständen führen kann.

Freitag, 26. Januar 2007

Die Eulen sind nicht das was sie scheinen

und die DVDs noch viel weniger. Was die Aufschrift "Dolby Digital" darauf soll, wird wohl sogar Agent Cooper niemals ermitteln können. Vielleicht bekommt er ja einen heißen Tip vom Holzscheit.

Teilweise habe ich auf Grund des katastrophalen Tones überhaupt nix verstanden, dann ewig an der Anlage rumgeschraubt, bis ich auf die Idee kam, mal in den Rezensionen auf Amazon zu lesen. So merkte ich, dass es nicht nur mir so geht und meine Anlage vollkommen unschuldig ist.

Also werde ich bis zum Herbst auf die Komplett-Ausgabe warten und dann das kleinere "Übel" wählen.

Ich werde wohl heute abend

zur Einstimmung in das Wochenende ein Extreme-Hardcore-Glotzing veranstalten, da es tatsächlich mal wieder was zu glotzen gibt. Kommt ja selten genug vor.
Zuerst ein oder zwei Twin-Peaks-Folgen der zweiten Staffel, die heute als Leih-DVD bei mir eingetrudelt ist, danach die Doku auf arte "Wer war Kafka?" und den später folgenden Film "Der Prozess" von Orson Welles nach Kafka. Mal schauen, ob ich durchhalte. *gg*

Nosferatus Schloß

Eine verlassene Burg, menschenleer. Die Abenddämmerung bricht an, die ganze Szenerie ist in Halbdunkel getaucht. Im Burghof ragt einer der Burgtürme mit einem offenen Rundbogenfenster gespenstisch in die Höhe. Der Ort erinnert ein wenig an Nosferatus Schloss, weshalb mich ein leichter Grusel gepackt hält, während ich den Burghof erkunde. Dort, durch diese Tür muss ich hinein. Mir fällt etwas ein, das ich vergessen habe. Deshalb laufe ich nochmals aus dem Hof heraus und umrunde die Burgmauern ein kleines Stückchen. Dann beeile ich mich zurückzukommen, denn ich will dort sein, bevor es ganz dunkel geworden ist. Womöglich finde ich sonst nämlich die Tür nicht mehr. Schon stehe ich vor derselben und mir fällt auf, dass ich in der Eile gar nicht mehr zu dem Turm hinaufgesehen habe. Ich bin froh darüber, weil ich denke, dass ich mich sonst noch mehr beim Überqueren des Hofes gegruselt hätte. Jetzt drücke ich die alte, schwere Tür auf - pechschwarz sieht sie aus - und vor mir liegt ein finsterer Hausflur. Mitten auf dem glatten, gekachelten Boden des Hausflurs steht eine leere viereckige Schachtel ohne Deckel. Ein Windstoß fegt plötzlich durch den Hausflur hindurch in meine Richtung und schleudert mir die Schachtel direkt entgegen. Als sie mich trifft, fange ich sie auf und setze sie wieder vorsichtig auf dem Fußboden ab.

Donnerstag, 25. Januar 2007

Das KZ-Spiel

Mit dem Rucksack unterwegs, brauche eine Unterkunft oder Übernachtungsmöglichkeit. Da treffe ich auf ein Projekt, dass sich KZ nennt und auch ein nachgestelltes KZ sein soll, allerdings wenig Ähnlichkeit mit einem richtigen KZ hat, schon deshalb, weil man sich freiwillig dafür entscheidet, dort einzutreten. Einerseits aus Neugier, was in diesem Projekt geschieht, und andererseits weil ich eine Unterkunft suche, entscheide ich mich selbst ebenfalls dort einzutreten. Dazu muss ich zuerst meinen Rucksack und meine Sachen abgeben. Es ist ein reines Frauen-KZ, sowohl die "Häftlinge" als auch die "Wärter" sind ausschließlich Frauen. Wir haben gepflegte Zimmer, in denen aber sehr viele zusammen wohnen und schlafen, und bekommen mehr als genug zu essen, auch Obst wie Bananen u.ä. Gearbeitet wird wenig, eigentlich gleicht es mehr einem großen Ferienlager, welches mit ein paar Fiesheiten gewürzt ist. Man muss sich unterordnen und sich diese gefallen lassen.
Zwischendurch fahre ich mit dem Bus irgendwo anders hin und lande in einer Arbeitgemeinschaft, bzw. einem Kurs, welcher sich ebenfalls mit Spielen beschäftigt, jedoch mit Computerspielen. Eigentlich wollte ich da nicht hin, irgendwie interessiert mich das auch gar nicht, aber ich beschließe, mir das mal anzuschauen und da zu bleiben. Während ich mit den anderen Mitgliedern - unter ihnen meine ehemalige Kollegin G.E. - auf den Leiter des Kurses warte, spiele ich auf einen Gerät herum, welches wie ein Mini-TV aussieht, aber ein größeres Handy ist. Endlich kommt der Leiter und ich muss feststellen, dass sie in diesem Kurs nichts anderes machen, als gemeinschaftlich in einer Spielezeitschrift zu lesen. Ich finde das furchtbar langweilig, denke mir aber, dass es durchaus einen Sinn macht, weil man sich so eine feste Zeit einplant, in der man Zeitschriften liest, während man sonst nicht dazu kommt. Erst sitze ich alleine, doch dann befindet sich plötzlich meine ehemalige Schulfreundin A. neben mir - links, wie früher in der Schule - und ich frage sie, wie oft in der Woche denn dieser Kurs stattfindet. Bei ihrer Antwort "Jeden Tag" bin ich regelrecht entsetzt, denn ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, warum Leute ihre kostbare Freizeit opfern, um jeden Tag in diesen Kurs zu gehen. Die Sache hat sich damit für mich erledigt und sofort befinde ich mich erneut im KZ.
Ich habe mich inzwischen entschlossen zu flüchten. Zwar überlege ich, dass ich auch einfach sagen könnte, dass ich wieder austreten will, denn schließlich ist die ganze Sache freiwillig, aber ich traue dem Frieden nicht. Ich fürchte, dass sie mich, wenn sie wissen, dass ich weg will, doch festhalten werden. Also plane ich meine Flucht heimlich, wobei mir auch klar ist, dass ich wohl einige meiner Sachen zurücklassen muss. Trotzdem versuche ich zunächst, so viel wie möglich davon zusammenzusuchen, ohne dass es auffällt. Dazu muss ich an verschiedene Schränke heran, da ich die Sachen ja alle abgegeben habe, und es darf natürlich nicht zuviel sein, weshalb ich mich bei allen Dingen entscheiden muss, ob ich sie mitnehme oder nicht. Dieses Zusammensuchen ist gar nicht so einfach, weil in dem großen Schlafsaal ein ständiges Kommen und Gehen herrscht. Auch eine Aufseherin kommt herein und ruft mich zu sich. Sie befiehlt mir, ein Stück aus meinem Rock herauszuschneiden, weil sie es an die Eidechsen verfüttern will und reicht mir eine Schere. Die Schere geht schwer und schneidet schlecht, verhakt sich mehrmals im Stoff. Schließlich habe ich ein Stück herausgeschnitten - es ist ein weiter langer Rock mit kleinen Streublümchen - und gebe es ihr. Es tut nicht weh, denn ich denke, dass der Rock mir sowieso nicht gefällt und ich bald wieder draußen sein werde. Sollen den Stoff doch die Eidechsen fressen, obwohl ich mich frage, ob ihnen der wirklich schmeckt. Nur dass ich bei der Flucht mit einem kaputten und "gebrandmarktem" Rock herumlaufen muss, ärgert mich ein bißchen.
Während ich noch dabei bin, mich weiter auf meine Flucht vorzubereiten und eine passende Gelegenheit abzuwarten, wache ich auf.

Bemerkung: Beim Durchdenken des Traumes fällt mir unwillkürlich die Redewendung "sich ins eigene Fleisch schneiden" ein, obwohl ich mir nur in den Rock geschnitten habe.
Übrigens ist das Thema Spiel in Verbindung mit Selbstbestimmung/Zwang und dem Symbol Schere auch astrologisch angezeigt, mit Mars t im 5. Haus im Quadrat zu Uranus r.

Oh Gott,

heute musste ich den ganzen Weg von der Arbeit bis nach Hause mit dem Sonnenblumenhausmeister fahren. Unterwegs erzählte er mir, was er für einen beschissenen Tag hatte, dass alles schief gelaufen ist und dass letztens in seinem Büro im Keller eingebrochen wurde. Geklaut wurde der Rechner, allerdings ohne Monitor und Drucker, sowie seine Getränke mitsamt Leerflaschen und Kaffeegranulat. Den Ghettoblaster dagegen haben sie da gelassen.
Als ich sagte, dass ich noch in den Supermarkt muss, weil ich bei der Kälte nicht gerne einkaufen gehe, aber langsam wieder was zu essen brauche, fiel ihm natürlich ein, dass er ja auch neuen Kaffee brauche, weil seiner geklaut wurde und dass er deshalb mitkommen wolle. Außerdem meinte er so, dass in meiner Küche wohl schon lauter verhungerte Mäuse lägen.
"Nee" sage ich, "ich habe keine Mäuse. Weder tote noch lebende."

Mittwoch, 24. Januar 2007

Auszug 3 Geheimlehre I - Stichworte: Engel, Mysteriensprache

Engel
sind
Menschen
einer
höheren
Art . . .
und nicht mehr. Sie sind weder „dienende“ noch „schützende“ Engel, noch sind sie die „Boten des
Allerhöchsten“; noch weniger die „Sendboten des Zornes“ von irgendeinem Gott, den sich die Einbildung des Menschen geschaffen hat. Ihren Schutz anzurufen ist ebenso thöricht, als zu glauben, daß ihre Sympathie durch irgendeine Art von Sühne erlangt werden könne; denn sie sind, ebenso sehr wie der Mensch selbst, die Sklaven und Kreaturen des unveränderlichen karmischen und kosmischen Gesetzes. Der Grund dafür ist einleuchtend. Da sie keine Elemente von Persönlichkeit in ihrem Wesen haben, so können sie auch keine persönlichen Eigenschaften haben, wie solche von den Menschen in den exoterischen Religionen ihrem anthropomorphischen Gotte zugeschrieben werden – einem eifernden und sich abschließenden Gotte, welcher sich freut und zürnt, welcher Wohlgefallen hat an Opfer, und in seiner Eitelkeit mehr despotisch ist als irgend ein endlicher närrischer Mensch. Dem Menschen, als einer Zusammensetzung der Wesenheiten von allen diesen himmlischen Hierarchieen mag es gelingen, sich selbst als solchen in einem Sinn erhaben zu machen über irgend eine Hierarchie oder Klasse, oder selbst über eine Verbindung derselben. „Der Mensch kann sich die Devas weder geneigt machen, noch ihnen befehlen,“ wird gesagt. Aber durch Lähmung seiner niederen Persönlichkeit, wodurch er zur vollen Erkenntnis der Nichtgetrenntheit seines höheren Selbst von dem Einen Absoluten SELBST gelangt, kann der Mensch, selbst während seines irdischen Lebens „einer von uns“ werden. So wird der Mensch dadurch, daß er von der Frucht der Erkenntnis ißt, welche die Unwissenheit vertreibt, gleich einem von den Elohim, oder den Dhyânis; und wenn er einmal auf ihrer Ebene ist, so muß sich der Geist der Solidarität und vollkommenen Harmonie, welcher in jeder Hierarchie herrscht, über ihn ausbreiten, und ihn in allen Einzelheiten beschützen.
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Die nüchterne Wahrheit ist, wie soeben gezeigt, die, daß jeder sogenannte „Geist“ entweder ein entkörperter oder ein zukünftiger Mensch ist. Wie vom höchsten Erzengel (Dhyân Chohan) hinab bis zum letzten bewußten Bildner (der niederen Klasse der geistigen Wesenheiten) sie alle Menschen sind, welche vor Äonen in anderen Manvantaras auf dieser oder auf anderen Sphären gelebt haben; so sind die niederen, halbintelligenten und nichtintelligenten Elementale alle zukünftige Menschen.
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„Das Reich Gottes“ und des Himmels ist in uns, sagt Jesus, nicht draußen. Warum sind Christen so vollständig blind der selbstverständlichen Bedeutung der Weisheitsworte gegenüber, die sie mit Entzücken mechanisch wiederholen?
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Um es noch klarer zu machen, so ist ein Emblem gewöhnlich eine Reihe von graphischen Bildern, welche allegorisch betrachtet und erklärt wird, und eine Idee in panoramaartigen Ausblicken, einen nach dem andern, entfaltet. So sind die Purânen geschriebene Embleme. Das Gleiche gilt von dem mosaischen und dem christlichen Testamente oder der Bibel und allen anderen esoterischen Schriften.....
Die religiöse und esoterische Geschichte einer jeden Nation wurde in Symbole vergraben; niemals wurde sie mit den entsprechenden Worten buchstäblich ausgedrückt. Alle Gedanken und Regungen, alle Gelehrsamkeit und geoffenbarte und erworbene Erkenntnis der früheren Rassen fand ihre bildliche Darstellung in Allegorie und Parabel. Warum? Weil das gesprochene Wort eine Kraft hat, die den modernen „Weisen“ nicht bloß unbekannt ist, sondern von ihnen nicht einmal vermutet und naturgemäß nicht geglaubt wird. Weil Ton und Rhythmus in enger Beziehung zu den vier Elementen der Alten stehen; und weil diese oder eine andere Schwingung in der Luft sicherlich die entsprechenden Mächte erwecken wird und eine Vereinigung mit denselben, je nachdem der Fall geartet ist, gute oder böse Wirkungen hervorbringt. Keinem Schüler wurde jemals erlaubt, geschichtliche, religiöse oder wirkliche Ereignisse irgend einer Art, mit ebenso vielen nicht mißzuverstehenden Worten vorzutragen, damit nicht die mit dem Ereignisse in Verbindung stehenden Mächte aufs neue angezogen werden........
Die vielseitigen Facetten der Mysteriensprache haben zur Annahme sehr verschiedenartiger Dogmen und Bräuche in der Exoterik der kirchlichen Rituale geführt. Diese wiederum waren der Ursprung der meisten Dogmen der christlichen Kirche; zum Beispiel von den sieben Sakramenten, der Dreieinigkeit, der Wiederauferstehung, den sieben Todsünden und den sieben Tugenden. Die sieben Schlüssel der Mysteriensprache befanden sich jedoch immer in der Verwahrung der höchsten unter den initiierten Hierophanten des Altertums; und nur der teilweise Gebrauch einiger weniger von diesen sieben ging durch den Verrat einiger frühzeitigen Kirchenväter - ehemaliger Tempelinitiierter - in die Hände der neuen Sekte der Nazarener über. Einige der ersten Päpste waren Initiierte, die letzten Bruchstücke ihrer Wissenschaft aber sind jetzt in die Hände der Jesuiten gefallen, welche sie in ein System von Zauberei verwandelt haben. Es wird behauptet, dass Indien - nicht beschränkt auf seine gegenwärtigen Umrisse, sondern einschließlich seiner alten Grenzgebiete - das einzige Land der Erde ist, welches noch unter seinen Söhnen Adepten besitzt, welche die Kenntnis der sieben Untersysteme und den Schlüssel zu dem ganzen System haben. Seit dem Falle von Memphis begann Ägypten einen von diesen Schlüsseln nach dem andern zu verlieren, und Chaldäa hatte in den Tagen des Berosus nur drei mehr aufbewahrt. Was die Hebräer anbetrifft, so zeigen sie in allen ihren Schriften nicht mehr als eine vollständige Kenntnis der astronomischen, geometrischen und numerischen Systeme des Symbolisierens der menschlichen und insbesondere der physiologischen Funktionen. Niemals besaßen sie die höheren Schlüssel. Somit sind die Occultisten und Kabbalisten die wahren Erben der Erkenntnis oder geheimen Weisheit, wie sie noch jetzt in der Bibel zu finden ist; denn sie allein verstehen noch den wirklichen Sinn derselben, während die profanen Juden und Christen sich an ihre Schale und den toten Buchstaben halten...... Aber auch hierin werden sie schwerlich Erfolg haben, wenn sie den Glauben teilen, daß das jüdische kabbalistische System den Schlüssel zum ganzen Geheimnis enthält; denn das ist nicht der Fall. Auch keine andere Schrift enthält ihn gegenwärtig in seiner Gänze, nachdem selbst die Veden nicht vollständig sind.
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Ganz sicherlich die, welche uns das Recht giebt, zu sagen, daß die Geschichte, welche uns Ezra von Moses erzählt, von ihm, während seines Aufenthaltes in Babylon gelernt wurde, und daß er die Allegorie, die von Sargon handelte, auf den jüdischen Gesetzgeber angewendet hat. Kurz gesagt, daß der Exodus niemals von Moses geschrieben, sondern aus alten Materialien von Ezra neu zusammengestellt worden ist. Und wenn so, warum sollten nicht auch andere Symbole und Glyphen, die in ihrem phallischen Element noch viel roher sind, von diesem Adepten des späteren chaldäischen und sabäischen Phallusdienstes eingeschoben worden sein? Man lehrt uns, daß der ursprüngliche Glaube der Israeliten ganz verschieden war von dem, welcher Jahrhunderte später von den Talmudisten und vor ihnen von David und Hezekiah entwickelt wurde. All dieses ist, trotz des exoterischen Elementes, das sich jetzt in den zwei Testamenten findet, vollkommen genügend, die Bibel unter die esoterischen Werke zu rechnen, und ihr geheimes System mit indischer, chaldäischer und ägyptischer Symbolik in Zusammenhang zu bringen. Der ganze Kreis biblischer Glyphen und Zahlen, die astronomische Beobachtungen andeuten - Astronomie und Theologie stehen in enger Verbindung - findet sich in indischen exoterischen, sowie esoterischen Systemen. Diese Figuren und ihre Symbole, die Zeichen des Tierkreises, Planeten, ihre Aspekten und Knoten - der letztere Ausdruck ist jetzt selbst in unsere moderne Botanik übergegangen - sind in der Astronomie als Sextile, Quartile und so weiter bekannt, und wurden durch Zeitalter und Äonen von den archaischen Völkern benutzt und haben in einem Sinne dieselbe Bedeutung wie die hebräischen Zahlen.....Geheimnisse, die für den, der seine mystische Sprache verstehen kann, in dem indischen System hundertmal ausführlicher aufgezeichnet sind, als irgendwo anders.
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Es findet sich mehr Weisheit unter den exoterischen Fabeln der Purânen und der Bibel, als in allen exoterischen Thatsachen und Wissenschaften in der Weltlitteratur, und mehr occulte wahre Wissenschaft, als exakte Kenntnisse auf sämtlichen Akademien zu finden sind. Oder, klarer und stärker gesprochen, es findet sich soviel esoterische Weisheit in einigen Teilen der exoterischen Purânen und des Pentateuch, als Unsinn und absichtlich kindische Phantasie, wenn man sie bloß nach dem toten Buchstaben und den mörderischen Interpretationen der großen dogmatischen Religionen, und insbesondere ihrer Sekten liest.
Es lese irgend einer die ersten Verse der Genesis und denke über dieselben nach. Dort befiehlt „Gott“ einem anderen „Gotte“, der seinem Gebote Folge leistet - selbst in der vorsichtigen englischen protestantischen autorisierten Übersetzung von König Jakob 1. Im „Anbeginne“ - die hebräische Sprache hat kein Wort, um die Idee der Ewigkeit auszudrücken - bildet „Gott“ den Himmel und die Erde; und die letztere ist „ohne Form und leer“, während der erstere in der That kein Himmel, sondern die „Tiefe“, das Chaos ist, mit Dunkelheit auf ihrer Fläche.
„Und der Geist Gottes bewegt sich auf der Fläche der Wasser“, oder der großen Tiefe des unendlichen Raumes. Und dieser Geist ist Nârâyana, oder Vishnu. „Und Gott sprach: Es werde eine Feste . . .“ Und „Gott“, der zweite, gehorchte und „machte die Feste“. „Und Gott sprach es werde Licht“. Und „Es ward Licht“. Nun bedeutet das letztere überhaupt nicht Licht, sondern, wie in der Kabalah, den androgynen Adam Kadmon, oder Sephira (geistiges Licht), denn diese sind eins; oder, nach dem chaldäischen Buch der Zahlen, die zweiten Engel, während die ersten die Elohim sind, welche die Summe des „bildenden“ Gottes sind. Denn an wen sind diese befehlenden Worte gerichtet? Und wer ist der, der befiehlt? Das was befiehlt, ist das ewige Gesetz, und er, der gehorcht, sind die Elohim, die bekannte Grösse, welche in oder mit x wirkt, oder der Koefficient der unbekannten Größe, die Kräfte von der Einen Kraft. Alles dies ist Occultismus, und findet sich in den archaischen Strophen. Es ist vollständig gleichgültig, ob wir diese „Kräfte“ die Dhyân Chohans nennen, oder mit Hesekiel die Auphanim.
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Wenden wir uns zur chaldäischen, so finden wir in ihr Anu, die verborgene Gottheit, das Eine, dessen Name übrigens auf sanskritischen Ursprung hinweist; denn Anu bedeutet im Sanskrit Atom, Anîyâmsam-anîyasâm, kleinstes des Kleinen, ein Name des Parabrahman in der Vedântaphilosophi, in welcher Parabrahman kleiner beschrieben wird als das kleinste Atom, und größer als die größte Sphäre oder das größte Weltall, Anagrânîyas und Mahatoruvat. In den ersten Versen der akkadischen Genesis, wie sie sich aus den Keilschrifttexten der babylonischen Ziegel oder Lateres Coctiles findet, und von George Smith übersetzt ist, finden wir Anu, die passive Gottheit, oder Ain Suph; Bel, den Schöpfer, den Geist Gottes oder Sephira, sich bewegend auf der Fläche der Wasser, daher Wasser selbst; und Hea, die Universalseele oder die Weisheit der Drei zusammengenommen.
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Vâmadeva Modelyar beschreibt den Anbruch der Nacht höchst poetisch. Obwohl schon in Isis Unveiled mitgeteilt, ist es doch einer Wiederholung wert.
Seltsame Geräusche werden gehört, die von einem jeden Punkte ausgehen. . . . Diese sind die Vorläufer der Nacht des Brahmâ; Dämmerung erhebt sich am Horizonte, und die Sonne verschwindet hinter dem dreizehnten Grade des Makara (des zehnten Zeichens des Tierkreises) und wird nicht mehr das Zeichen des Mina (das Tierkreiszeichen Pisces, oder die Fische) erreichen. Die Gurus der Pagoden, deren Aufgabe es ist, das Râshichakram (den Tierkreis) zu überwachen, können jetzt ihre Kreise und Instrumente zerbrechen, denn sie sind fürderhin nutzlos. Allmählich verblaßt das Licht, die Wärme vermindert sich, die unbewohnten Orte vermehren sich auf der Erde, die Luft wird dünner und dünner; die Wasserquellen vertrocknen, die großen Flüsse sehen ihre Wellen erschöpft, der Ozean zeigt seinen sandigen Grund und die Pflanzen sterben. Menschen und Tiere nehmen täglich an Größe ab. Lehen und Bewegung verlieren ihre Kraft, die Planeten können kaum mehr im Raume gravitieren; sie erlöschen einer nach den andern, wie eine Lampe, die wieder zu füllen die Hand des Chokra (Dieners) vernachlässigt. Sûrya (die Sonne) flackert und geht aus, der Stoff verfällt der Auflösung (dem Pralaya), und Brahmâ taucht wieder unter in Dyaus, den ungeoffenbarten Gott, und da seine Aufgabe erfüllt ist, verfällt er in Schlaf. Ein anderer Tag ist vollbracht, die Nacht setzt ein, und dauert bis zur nächsten Morgendämmerung.
Und wiederum kehren nun in das goldene Ei seines Gedankens die Keime zurück von allem, was existiert, wie uns der göttliche Mann sagt. Während Seiner friedlichen Ruhe stellen die belebten Wesen, die mit den Prinzipien der Thätigkeit begabt sind. ihre Thätigkeiten ein, und alles Gefühl (Manas) schläft ein. Wenn alle in die Höchste Seele aufgesaugt sind, so schläft diese Seele aller Wesen in vollkommener Ruhe, bis zu dem Tage, an welchen sie wieder ihre Form annimmt, und aufs Neue aus ihrer ursprünglichen Dunkelheit erwacht.
Wie das Satya Yuga immer das erste in der Reihe der vier Zeitalter oder Yugas ist, so kommt das Kali immer zuletzt.....
So wird im Kalizeitalter der Verfall beständig fortschreiten, bis das Menschengeschlecht sich seiner Vernichtung (pralaya)nähert. Wenn . . . der Schluß des Kalizeitalters nahe sein wird, wird ein Teil des göttlichen Wesens, welches existiert, aus seiner eigenen geistigen Natur (Kalki Avatâra) . . . auf die Erde herabsteigen, ... begabt mit den acht übermenschlichen Fähigkeiten . . . Er wird Rechtschaffenheit auf Erden wiederherstellen: und die Gemüter jener, welche am Ende des Kali Yuga leben, werden erweckt werden, und werden so durchsichtig sein wie Krystall. Die veränderten Menschen . . . werden die Samen von menschlichen Wesen bilden, und werden eine Rasse hervorbringen, welche den Gesetzen des Kritazeitalters (oder des Zeitalters der Reinheit) folgen wird. So wie es heißt:
„Wenn die Sonne und der Mond und (das Mondhaus) Tishya, und der Planet Jupiter in einem Hause sind, wird das Krita- (oder Satya-) Zeitalter wiederkehren . . . .

(aus "Die Geheimlehre I" von Blavatsky)

Gerade

sitzen auf meinem Fensterbrett gleich drei Elstern und rauben die Futterstelle aus, die eigentlich für die Meisen gedacht war. Wofür die Meisen Wochen brauchen haben die Elstern in zwei Tagen weggefressen.

Also wenn

Bush plötzlich und unerwartet ans Energiesparen denkt, dann sollte man ihn im Auge behalten. Ich fresse einen Besen, wenn es ihm dabei tatsächlich um die Umwelt geht. Bei etwaigen Kriegsplänen ist eine unabhängigere Energieversorgung jedenfalls immer sehr von Vorteil.
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