In die Kreuzspinnenburg,
die tief versteckte,
am großen Wasser,
unter den alten Kastanien
dort wo dein Liebchen eingekerkert
ihres Kreuzspinnenritters harrte,
dorthin schicktest du mich
und ließest mich allein
ohne Kreuzspinnenritter
und ohne Schwert,
die Kreuzspinnen liebten mich
und meine Gewänder,
das Zeichen trugen sie
der alten Götter,
umwebten mich
und zogen ihre Fäden enger
Was dachtest du dir bloß?
wie zum Beispiel, wenn mein Kumpel bei mir auf der Couch sitzt, einen schweren Fotokunstband auf seinen Knien, ihn umständlich versucht anzuheben und ich zu ihm sage "Kriegst ihn nicht hoch?" oder wenn ein junger Mann aus dem Nachbarhaus vor meiner Tür steht, weil er eine Lieferung bulgarischen Wein für meinen urlaubenden Nachbarn entgegengenommen hat und ich ihn frage, ob er was zum unten reinstecken hat, womit ich natürlich AUSSCHLIESSLICH den Briefkasten meinte. *grrrrrrr*
lauern die Fettnäpfchen, sondern auch beim Sprechen. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich wohlweislich und mit Bedacht von vornherein nicht viel sage. Aber selbst wenn ich dann mal den Mund aufmache, gelingt es mir immer noch, mich mit allergrößtem Elan in jedes umherliegende Fettnäpfchen zu stürzen. Wie zum Beispiel als ich ein Geburtstagsgeschenk von der Witwe des Freundes meines Vaters erhielt. Es war eine grellbunte, grottenhäßliche, abwaschbare, billige Plastik-Shopper-Tasche, wie man sie oftmals bei diversen Firmen als Geschenk für eine Bestellung erhält. Das Fatale in dieser Situation war, dass ich mich tatsächlich freute, da ich solche Taschen immer für meine Freibadbesuche verwende und bei der letzten kurz vorher der Reißverschluß kaputt gegangen war. Also sagte ich in meiner spontanen Freude: "Oh, toll! Die kann ich wirklich gutgebrauchen, weil ich solche ollen Taschen immer für das Freibad nehme." Erst als mich die Witwe etwas seltsam anschaute merkte ich, dass irgendwas an dem Satz nicht in Ordnung gewesen war. Als ich den Fauxpas bemerkte, wäre ich am liebsten im Erdboden versunken und noch heute könnte ich mir dafür aufs Maul hauen. Es gibt ja Leute, die machen sowas mit Absicht, ich aber nicht. *in peinlichem Gedenken*
gleich am frühen Morgen ein Besen in die Fresse fällt, den der Hausmeister gegen die Haustür gelehnt und dort vergessen hat, hätte ich eigentlich wissen müssen, dass der Tag nichts werden kann.
Ich finde, "Mulholland Drive" ist ein Film, über den man immer wieder meditieren kann. Bisher habe ich ihn zweimal ganz und zweimal halb gesehen (weil er so spät lief, dass ich eingeschlafen bin). Ich rätsel dabei gerne und komme jedesmal auf völlig neue Ideen. Der ganze Film ist wie ein Rätsel, oder besser, wie ein Traum, den es zu deuten gilt. Und da ich eh ein Faible für Träume habe, ist es kein Wunder, dass mir der Film liegt. Außerdem wollte ich als Kind immer eine Mischung aus Sherlocka Holmes und Emma Peel sein, wobei Emma Peel hier nichts zur Sache tut, da es mir mehr um die heute im Vergleich zu den unzähligen Kung Fu-Filmen müden Karatekünste ging. Aber auch Sherlocka Holmes passt nicht so richtig, da das große Vorbild stets die Logik und die Wissenschaft auf seine Fahnen schrieb. Dürfte ich heute noch Kind sein, wäre ich wohl eine Mischung aus Sherlocka Holmes, Emma Peel und Großstadtschamanin. Reizende Vorstellung, und sofort fällt es mir wie Schuppen von den Augen, warum ich FBI-Agent Dale Cooper so mag - er wäre das genaue männliche Pendant zu mir. Aber ich schweife ab.
David Lynch hat selbst 10 Hinweise zur Lösung des Rätsels gegeben:
Schenken Sie dem Anfang des Films besondere Aufmerksamkeit, denn zwei wichtige Hinweise finden sich bereits vor der Eröffnungssequenz.
Beobachten Sie, wann und wo rote Lampenschirme eine wichtige Rolle spielen.
Achten Sie darauf, wie der Name des Films heißt, für den sich der Regisseur Adam Kesher Schauspielerinnen anhört und ansieht. Wird dieser Titel an einer anderen Stelle im Film wiederholt?
Beachten Sie genau, an welchem Ort der Unfall stattgefunden hat.
Wer gibt wem einen Schlüssel und in welchem Zusammenhang, und warum tut er das?
Achten Sie genau auf die Kleidung, den Aschenbecher und die Tasse Kaffee.
Wer macht sich im Club Silencio bemerkbar? Was ist dort zu spüren, zu beobachten und zu entschlüsseln?
Ist es allein Camillas Begabung, die ihr hilft?
Achten Sie genau auf die Ereignisse im Umfeld des "schwarzen Mannes" hinter Winkies.
Wo ist Tante Ruth?
Ich persönlich glaube ja, dass es durchaus mehrere Lösungen geben kann, aber am interessantesten ist es natürlich die zu finden, die sich Lynch dabei gedacht hat.
Sherlocka Holmes kombiniert:
Im Film ist eine deutliche Zweiteilung zu erkennen, welche durch die alptraumhafte Sequenz einer Theatervorstellung erfolgt. Auffällig ist ebenfalls das alte Ehepaar, welches sowohl am Anfang, als auch am Ende des Filmes auftritt. Ich denke, der Anfang ist nicht der Anfang und das Ende nicht das Ende, sondern das alte Ehepaar markiert einen Schnittpunkt, an dem beide Teile aneinandergefügt werden müssen. Damit wäre dann der zweite Teil der erste und der erste der zweite. Unter diesem Gesichtspunkt wird der erste Teil der Story schon etwas klarer.
Diane (später Betty), eine junge angehende Schauspielerin, verliebt sich in Hollywood in ihre Kollegin Camilla (später Rita). Diese spielt mit ihr und schnappt ihr die Hauptrolle zu einem Film weg. Später läd sie Diane (Betty) zu einem Essen bei dem Regisseur ein, macht vor ihren Augen mit diesem rum und verkündet schließlich, dass sie ihn heiraten wird. Diane (Betty) kocht vor Eifersucht, trennt sich und beschließt einen Auftragskiller auf Camilla (Rita) anzusetzen. Diesen trifft sie in einem Diner, wo sie auf dem Schild der Bedienung den Namen Betty liest, und er gibt ihr einen Schlüssel. Sie fragt, was der Schlüssel öffnet, aber der Killer gibt keine klare Antwort. Diane (Betty) versinkt nun in immer tieferer Trauer und Schuldgefühlen, wird mit ihren eigenen Dämonen konfrontiert (das Ehepaar als Todesdämonen?) und erschießt sich selbst. Ist der Tod das Ende?
Ab hier wird es jetzt schwierig, da kommt selbst Sherlocka Holmes nicht so recht weiter. Sie könnte sagen, dass beide Filmteile völlig getrennt voneinander existieren und der eine einfach die bunte Glitzerwelt und der andere die Abgründe Hollywoods zeigt, aber das wäre zu einfach. Dazu greifen sie zu sehr wie Zahnräder ineinander und zeigen merkwürdige Parallelen.
Hier kommt die Großstadtschamanin ins Spiel, die von der Existenz verschiedener, nebeneinander, bzw. ineinander bestehender Welten ausgeht. Diane könnte zum Beispiel von ihren Todesdämonen in einer Zwischenwelt, einer Matrix, abgeliefert worden sein, wo sie Gelegenheit hat, ihr Handeln durch eine gute Tat wieder auszugleichen. Die gute Tat besteht darin, Rita (Chamilla) dabei zu helfen, ihr nach einem Autounfall verlorenes Gedächtnis wiederzufinden. Das würde auch erklären, warum Betty (Diane) mit einem Mal verschwindet, als Rita (Chamilla) den blauen Würfel mit dem Schlüssel öffnet und anscheinend ihre Erinnerung zurückkehrt. Solange sie von dem Autounfall traumatisiert war und nicht wußte, wer sie ist, konnte sie mit Betty (Diane) kommunizieren. Dass es sich bei dem ersten Teil nicht um reine Realität handelt, scheint auch die Theatervorstellung anzudeuten, in welcher der Showmaster auf der Bühne raunt, es sei alles, ALLES Illusion. Doch die große Frage ist, wessen Illusion? Ich glaube, dass es Bettys (Dianes) ist, denn angenommen, sie ist die Frauenleiche in dem Haus, worauf alles hinweist, dann sagt der mysteriöse Cowboy zu IHR, dass es Zeit ist aufzuwachen. Wenn man von zwei, völlig unabhängig voneinander existierenden, Filmteilen ausgeht, könnte es auch die Illusion des Regisseurs sein. Sehr geheimnisvoll ist die Funktion des kleinen blauen Würfels, welcher mit dem Schlüssel geöffnet wird. Mich erinnert dieses Bild an die Büchse der Pandora. Eventuell enthält er das Böse, das in die Welt gelassen wird. Diane (Betty) erhielt den Schlüssel dazu, hat ihn benutzt und ist selbst daran zugrunde gegangen. Unter diesem Gesichtspunkt könnte die Rückkehr in eine Zwischenwelt oder Matrix aber auch ganz anders motiviert sein. Betty (Diane) kehrt zurück, um Rita (Chamilla) dazu zu bringen, ebenfalls den Würfel zu öffnen, ihr Gedächtnis wiederzuerlangen und schließlich, durch das entwichene Unheil ebenso wie Betty (Diane) ihren Dämonen zu erliegen. Nun nach dem Autounfall, nachdem sie weiß, dass sie von Killern gejagt wird und Diane in ihrem Haus hat verfaulen sehen, stehen die Chancen gut. Dies wäre dann eine andere Möglichkeit ausgleichender Gerechtigkeit, aber noch wahrscheinlicher ist es, das beide Motive gar nicht voneinander zu trennen sind, da höhere Gerechtigkeit weder böse noch gut ist, sondern einfach ein Gleichgewicht herzustellen sucht.
Leider habe ich nicht mitbekommen, wie der Schlüssel von dem Couchtisch Dianes in die Tasche von Rita gekommen ist. Darauf will ich beim nächsten Mal noch einmal besonders achten. Stimmt meine zweite Theorie, müßte er von Betty (Diana) bewußt oder unbewußt dort hineingetan worden sein. Meine Hoffnung ist gering, dass es so ist, aber vielleicht ist im Film auch überhaupt nichts dazu zu sehen. Womit ich anfangs ein wenig Probleme hatte, das war die Szene, in der sich Rita (Chamilla) die Haare abschneiden will und von Betty (Diane) eine blonde Perücke verpasst bekommt, mit der sie ihr verdammt ähnlich sieht. Ich hatte immer das Gefühl, dass dies eine Schlüsselszene ist, konnte sie aber nicht einordnen, bis ich es so erklärt habe, dass Rita (Chamilla) seit dem Besuch in Dianes Haus irgendwie wußte, dass sie von Killern gejagt wird. Trotzdem bleibt immer so ein kleines Kribbeln, welches mir zu bedeuten scheint, dass noch mehr dahinter steckt, ebenso wie hinter diesen Besetzungs- und Namensspielchen. Aufgefallen ist mir dazu die Szene, in welcher eine Chamilla Rhodes beim Casting singt und genauso aussieht wie Betty (Diane), während sich diese eiligst verabschiedet, und würde erklären, warum Rita meint Diane zu heißen, als sie den Namen auf dem Schild der Bedienung liest. Doch wenn ich dieser Möglichkeit weiter folgen will, versagt das Vorstellungvermögen meiner kleinen grauen Zellen.
Vielleicht hat Diane (Betty) alias Chamilla sich als Chamilla (Rita) alias Diane ausgegeben, um zu der Hauptrolle zu kommen, deren Besetzung wie man weiß, von unsichtbaren Drahtziehern vorher schon bestimmt wurde. Der Cowboy sagt zu dem Regisseur, dass dieser ihn noch einmal sehen wird, wenn er richtig gewählt hat, aber zweimal, wenn er falsch wählt. Eventuell sagt er das nicht nur dem Regisseur, sondern auch den Zuschauern. Deshalb sind das Dinge, auf die ich ebenfalls beim nächsten Anschauen nochmals mein Augenmerk richten will.
Interessant wäre außerdem eine Deutung des Männchens hinter den Vorhängen und des Cowboys. Als Großstadtschamanin finde ich die Metapher sehr amüsant, das kleine Männchen im Rollstuhl hinter den Vorhängen (des Theaters?) wäre Gott und der Cowboy sein Gesandter/Engel, der den Willen Gottes verkündet. Als Sherlocka Holmes sage ich, dass es auch nur ein Mächtiger Hollywoods sein könnte, der gerne Gott spielt. Überhaupt keinen Reim machen kann ich mir auf den träumenden Mann und den Mann im Traum des träumenden Mannes.
Sicher ist aber, dass ich diesen Film nicht das letzte Mal gesehen haben werde.
Zwischen Steinen fand ich ihn,
im Graben bei der Kirche,
gesucht hatte ich ihn lange,
einen Tag und eine Nacht
mit flatterndem Herzen
und pochendem Blute,
der Sturm in den Adern,
der wirbelnde Taifun,
wollt sich nicht legen.
Der Sturmvogel schrie
in regennassen Wolken
hinter meiner Brust
und unruhig hockten
die Geister in ihren Höhlen,
da schüttete in reicher Fülle
er strahlende Sterne aus
(mit offenen Händen fing ich sie).
Zur Zeit versuche ich ja, mich beim Kommentieren etwas zurückzuhalten, um mich vor den Fettnäpfchen in acht zu nehmen, also ist es gerade die richtige Zeit, um mir generell über mein Kommentierverhalten Gedanken zu machen. Mir ist dabei aufgefallen, dass es sich zur Zeit wieder mehr meinem Verhalten im realen Leben annähert, wo ich sehr schüchtern bin. In meinen letzten Blogs hatte ich trotzdem komischerweise keine Probleme auf fremden Blogs Kommentare zu hinterlassen. Diese Fremde-Blog-Hemmung habe ich erst hier bei twoday.net entwickelt. Vielleicht liegt das daran, dass ich mich bei twoday nicht wirklich sehr wohl fühle, obwohl ich nicht benennen könnte, warum. Irgendwie kommt es mir manchmal so vor, als ob hier jeder ziemlich einsam ist, und irgendwie finde ich die Blogger manchmal etwas, na ja, elitär. Ich habe mich schon einige Male gefragt, ob es daran liegt, dass es ein österreichischer Anbieter ist, kann mir aber nicht wirklich vorstellen, dass das so viel Unterschied macht. Natürlich gibt es hier auch viele sehr sympathische Blogger, auf jeden Fall die, die ich noch von 20six kenne, und obwohl ich mich selbst nicht viel hinaus wage, so verirren sich doch stets genug Leute auf mein Blog, so dass ich mich nicht langweilen muss und trotzdem immer wieder neue interessante und nette Blogger kennenlerne. Ich verrate ein Geheimnis: bevor ich das 20six-Weblog hatte, führte ich schon einmal ein Testweblog auf twoday.net, welches ich aus eben jenem Grund, dass ich mich nicht wirklich wohl fühlte, wieder aufgegeben habe. Nach dem Niedergang von 20six war twoday jedoch die beste Alternative und nachdem ich inzwischen über ein Jahr lang dieses Blog aufgebaut habe, werde ich mich erst hier wegbewegen, wenn ich vertrieben werde. Ich habe einfach nicht die Zeit und die Geduld, dauernd an neuen Blogs zu basteln. Ein bißchen Paranoia mag da ebenfalls mitschwingen, zumal ich doch einen gewissen kleineren Bekanntheitsgrad noch aus den Zeiten von 20six annehme und weiß, dass es Blogger gibt, die mich nicht leiden können. Ich möchte sie keineswegs in die unangenehme Lage bringen, durch einen Irrtum meinerseits Kommentare von mir auf ihrem Weblog zu haben. Ich gestehe, dass ich ab und zu etwas nostalgisch an mein allererstes Blog auf freenet denke und stelle fest, dass
Schreibman der "älteste" Blogger ist, den ich kenne und nicht aus den Augen verloren habe. *mal hinüberwink*
Nun, da die Beller hunden, nun, da die Kräher hähnen,
nun, da morgengrauend die Klänge glocken,
Und die Schnauber eseln und die Pieper vögeln,
Und Pfeifer nachtwächtern und Grunzer schweinen,
Und das morgenrotige Rosa die weiten Golder feldet
Perlend Flüssiges, wie ich vergossen träne
Und vor Beben kälte, indes die Glut seelt,
Klag ich meine Seufzer fensternd unter deinem.
(Jose Manuel Marroquin)
Schade, dass es von dem anscheinend kein deutsches Buch gibt. Würd' ich sofort kaufen, zumal es ja bei mir auch manchmal weckert. Ich glaube, wenn man das stundenlang liest, hat man danach nur noch Quark im Kopf. Ich liebe sowas. *gg*
nach einer passenden schönen Postkarte in meinem unermesslichen Vorrat, da fällt mir eine Karte mit folgendem Spruch in die Hände:
Schreibe wie du redest, so schreibst du schön.
(Gotthold Ephraim Lessing)
Also ich weiß nicht. Vielleicht war das früher so, aber ob das heute noch seine Gültigkeit hat, da habe ich doch einige Zweifel, besonders sobald ich manche Leute reden höre. Erkan und Stefan möchte ich jedenfalls weder hören noch lesen.
Ich halte mich im Wege einer Reise in einem entlegenen Ort auf, der sich in einem Tal zwischen hohen Bergen befindet. Nicht weit entfernt blicke ich auf drei mächtige, schneebedeckte Gipfel. In diesem Ort gibt es eine alte Ruine, sowie eine Kirche, mit einem sehr schmalen, aber dafür um so höheren Turm. Er wirkt etwas unproportional und nicht sehr stabil. Das interessante an der Kirche ist, dass sie gleichzeitig den einzigen Zugang zur äußeren Welt bildet. Insgesamt ist die Landschaft des Ortes etwas merkwürdig, obwohl ich nicht benennen könnte, woran das liegt. Ich glaube, es ist der Boden - irgendwas ist am Boden anders. Er ist weich, aber keine Erde und auch kein Gras, heller. Die alte Ruine habe ich mir mit dem Arbeitskollegen J.L. bereits angeschaut, jetzt besichtige ich die Kirche. Als ich die Tür öffne, fallen mir die wie in einer Rumpelkammer übereinandergestapelten hölzernen Kirchenbänke auf. Sie sind so riesig, als wären sie für Riesen gemacht, werden aber anscheinend nicht benutzt. Stattdessen wird die Kirche als eine Art Werkstatt für straffällig gewordene Frauen genutzt, allerdings sehe ich nur eine einzige an einem Tisch sitzen und etwas basteln. Ich gehe durch alle Räume bis zur anderen Seite, dem Ausgang zur äußeren Welt. Neugierig gehe ich hinaus und steige ein paar Treppenstufen hinauf. Anscheinend befindet sich hinter dem versteckten Ort eine Stadt mit hoher Populationsdichte. Vor dem Ausgang stehen Jugendliche in Grüppchen und schauen mich ebenso neugierig an, weil sie wissen, dass ich aus dem versteckten Ort komme. Es scheint so, als wollten sie in die Kirche hineinschauen oder sogar hineingehen, da ziehe ich mich wieder langsam zurück, weil mir so viel Aufmerksamkeit unangenehm ist.
Bei meiner Mutter musste ich mich wie im Knast aufstellen und wurde von vorne und von der Seite fotografiert. Dann erklärte sie mir, dass sie meinen Kopf in Ton modellieren will und wenn der was wird, bekomme ich ihn. Prima! Ich bin überzeugt, dass der was wird, aber muss es ausgerechnet mein Kopf sein? Ich glaube kaum, dass ich mir den ins Wohnzimmer stellen möchte, der löst wahrscheinlich nur negative Gefühle aus, da ich ja sowieso ein gespaltenes Verhältnis zu meinem Wasserkopf habe. Und verschenken kann ich ihn dann auch nicht, da wohl niemand wirklich meinen Kopf haben will, zumindest nicht in Ton.
Weise Zeichen webt der Alte
mit den Händen in die Lüfte,
nun in düstren Kammern walte,
fügend sich, der Geist der Düfte.
Myrrhe, Salbei und Benzoe
strömen engelsgleich hernieder,
zitternd wellt das Haar, das lohe,
rein und hell wie weißer Flieder.
"Hör, was ich dir sagen will,
Sonne, Mond und alle Sterne,
glaub es nur, steh'n niemals still,
deshalb schau sie an und lerne.
Sieh Saturn mit seinen Ringen
auf der kalten Bahn verweilen,
niemand kann die Zeit bezwingen,
noch gäbe es den Grund zu eilen.
Das Kreuze trägt er Jahr um Jahre,
auch des Löwen kühnen Schweif,
denn er ist der Herr, der wahre,
der Erde schönster Schicksalsgreif."
Der müde Magier legt sie nieder,
Falterhände, die sich breiten,
wird sie nicht gebrauchen wieder,
alt die Zeichen, neu die Zeiten.
Ich assoziere, dass ein Tattoo sowas wie eine Taufe ist.
Darüber, dass ich manchmal den Fotoapparat oder ein Diktiergerät mit in meine Träume nehmen möchte, habe ich schon geschrieben. Diesmal hätte ich gerne Zeichenblock und Bleistift mitgenommen, denn während des Träumens überkam mich das unwiderstehliche Verlangen, diese skurrile Landschaft zu zeichnen, die ich vor mir sah. Ich befand mich auf einem höher gelegenen Hang und blickte also von sehr hoch auf eine Landschaft, die wie eine stark vergrößerte Kaffeetafel auszusehen schien, als wäre ich zu murmelgröße geschrumpft und befände mich irgendwo auf einem Kaffeetisch. Da sah man tassen- und kannenähnliche Häuser und Abhänge, die wie Untertassen überliefen, allerdings nicht mit Kaffee, sondern mit Wasser. Das alles war mit Natur überzogen, so dass es schon wie eine echte Landschaft aussah, aber die Formen einer Kaffetafel waren eindeutig zu erkennen.
seit meinem letzten Urlaub, bin ich schon wieder urlaubsreif. Keine Ahnung wieso, aber zur Zeit versuche ich auf Arbeit und zu Hause bloß noch den Kopf über Wasser zu halten, dabei gäbe es so viel zu tun. Anstrengendere Arbeiten, besonders körperliche, sind kaum zu bewältigen. Natürlich könnte ich die Schuld auf das physische biorhythmische Tief, auf den benebelnden Neptun gegenüber Mars und transitierendem Saturn oder auch auf den rückläufigen Merkur schieben, aber was nützt mir das? Alle acht Wochen Urlaub machen geht trotzdem nicht und die Wochenenden reichen kaum, um zumindest für den Montag wieder zu Kräften zu kommen. Dabei brauche ich doch immer meine regelmäßigen längeren Gammelphasen, um wieder lospreschen zu können. In meinem Horoskop für Mittwoch steht:
Hegen Sie keine Schuldgefühle, weil Sie nicht so funktionieren, wie andere dies von Ihnen erwarten. Sie sind goldrichtig!
Danke. Das tut gut sowas zu lesen. Selbst wenn es mir nicht wirklich weiterhilft.
normalerweise höre ich das Deutschlandradio ganz gerne, besonders wegen der Beiträge, aber zwei- bis dreimal in der Woche haben die abends ein Musikprogramm, dass es einem vor Schmerz bis in die Zehen zieht und ich mich in Krämpfen auf dem Klo winde, in Hörkrämpfen. Wer wissen will, was ich meine, schalte JETZT ein. Das wiederum ist der beste Beweis dafür, dass man Lärm auch leise und klassisch machen kann.
Edit halbe Stunde später: Mist, ich musste schon wieder ins Bad, und ich frage mich ehrlich, wer sowas eigentlich hören will, aber ok, das frage ich m ich ja bei Death-Metal auch immer.
Weil durch und in der menschlichen Form sie fortschreitende Wesen werden, während die Natur des Engels rein intransitiv ist; deshalb hat der Mensch in sich die Kraft, die Fähigkeit der Engel zu übersteigen. Deshalb sagen die Initiierten, daß der Brâhmane, der Zweimalgeborene, die Götter oder Devas beherrscht; und Paulus wiederholt es in seinem Briefe an die Korinther:
Wisset ihr nicht, daß wir (die Initiierten) über die Engel richten werden.
Schließlich wird in jeder alten Schrift und Kosmogonie gezeigt, daß sich der Mensch ursprünglich als eine leuchtende unkörperliche Form entwickelte, über welche, wie das in die Form des Bildhauers gegossene geschmolzene Erz, das physische Gerüst seines Körpers von, durch und aus den niederen Formen und Typen des tierischen, irdischen Lebens aufgebaut wurde. Der Zohar sagt:
Die Seele und die Form, wenn sie auf Erden herabsteigen, ziehen ein irdisches Gewand an.
Sein protoplastischer Körper war nicht aus jenem Stoffe gebildet, aus dem unsere sterbliche Hüllen geformt werden. Als Adam im Garten Eden weilte, war er in das himmlische Gewand gekleidet, welches das Gewand des himmlischen Lichtes ist . . . Licht von jenem Lichte, welches im Gebrauch stand in dem Garten Eden. Der Mensch (der Himmlische Adam) wurde geschaffen von den zehn Sephiroth der Jetziratischen Welt, und durch ihre gemeinsame Kraft erzeugten die sieben Engel einer noch niedrigeren Welt den Irdischen Adam. Zuerst fiel Samael, und dann, den Menschen betrügend (?), verursachte er auch dessen Fall. Der Satz, „sie waren Schatten der Schatten der Herren“ - d. i. die Vorfahren schufen den Menschen aus ihren eigenen Astralkörpern - erklärt einen universalen Glauben. Man glaubt im Osten von den Devas, daß sie keine eigenen „Schatten“ haben. „Die Devas werfen keine Schatten“, und dies ist das sichere Zeichen eines guten, heiligen Geistes.
....
Er ist einer von den planetarischen Elohim der Regentengruppe des Saturn. Vers 26 des Kapitels IV der Genesis, wenn richtig gelesen, würde allein schon ihnen ein solches Recht geben, denn er nennt die neuen Menschenrasse - entsprungen von Seth und Enos - Jehovah, etwas ganz verschiedenes von der in der Bibel angenommenen Übersetzung, welche lauten sollte:
Ihm ward auch geboren ein Sohn, Enos; da begannen die Menschen sich selbst Jah oder Yah-hovah zu nennen, nämlich, Männer und Weiber, die „Herren der Schöpfung“. Man braucht bloß den oben erwähnten Vers im hebräischen Originaltexte und im Lichte der Kabbalah zu lesen, um zu finden, daß an Stelle der Worte, wie sie jetzt übersetzt stehen, die richtige Übersetzung lauten sollte:
Da begannen die Menschen sich selbst Jehovah zu nennen; und nicht:
Zu derselben Zeit fing man an zu predigen von des Herren Namen;
welches letztere eine Missübersetzung ist, einerlei ob absichtlich oder nicht. Wiederum die wohlbekannte Stelle:
Ich habe einen Mann von dem Herren.
sollte lauten:
Ich habe einen Mann gleich Jehovah.
Luther übersetzt die Stelle auf die eine Art, die römischen Katholiken anders.
Bischof Wordsworth übersetzt sie:
Cain - ich habe erzeugt - Kain von Kâ´nithi, ich habe erzeugt.
Luther:
Ich habe den Mann, den Herren (Jehovah).
Und der Verfasser von The Source of Measures:
Ich habe gemessen einen Mann gleich Jehovah.
Die letzte ist die richtige Übersetzung, denn (a) ein berühmter Rabbiner, ein Kabbalist, erklärte die Stelle der Schreiberin auf genau dieselbe Art, und (b) diese Darstellung ist identisch mit der, welche in der Geheimlehre des Ostens mit Bezug auf Brahmâ enthalten ist.
(aus "Die Geheimlehre II" von Blavatsky)
wie ein Tischgebet abgehalten wird. Ich finde, dass dies ein immer mehr vernachlässigtes Ritual ist, welches so viel Desinteresse eigentlich nicht verdient hat. Früher wurde bei uns zu Hause immer, zumindest bei großen Mahlzeiten, ein Tischgebet gesprochen. Meistens musste ich das singen und ich gebe zu, ich habe es gehasst, was vor allem wohl daran lag, dass ich damals mit Gebeten noch nicht viel anfangen konnte und es mehr wie ein dressiertes Hündchen gemacht habe. Dazu kam, dass ich schrecklich schüchtern war und damit meine Schwierigkeiten hatte, wenn wir fremde Verwandte zu Besuch hatten. Einmal, ich war vielleicht 5 oder 6 Jahre, war ich so aufgeregt, dass ich statt "Amen" dreimal "Mahlzeit" gesungen habe. Meine Verwandten haben darüber gelacht und fanden es wahrscheinlich überhaupt nicht weiter schlimm, aber mir war das so peinlich, dass ich mich am liebsten unter der Festtafel verkrochen hätte. Trotz dieser eher schlechten Erinnerungen finde ich, dass man viel häufiger Tischgebete halten sollte. Zu wem man letztendlich betet, ist ja irgendwie egal, es geht vor allem darum, nicht alles für selbstverständlich zu nehmen, auch nicht das tägliche Brot, und sich stets daran zu erinnern, dass es etwas/jemanden Höheres gibt, das/der für unsere Nahrung sorgt, indem es das Getreide und die Früchte wachsen läßt, das Wasser gibt und vieles mehr. Dazu kommt, dass man Lebensmittel, besonders Wasser, auch mit Energien aufladen können soll, sei es nun mit positiven oder negativen. Nichts anderes ist im Prinzip ein Tischgebet. Es heiligt die tägliche Mahlzeit, indem es die Nahrungsmittel mittels positiver Gedanken energetisch aufläd. Und nicht zu vernachlässigen ist ebenfalls die positive Wirkung des Tischgebets darauf, dass wir uns wieder BEWUSST werden, was wir wann und wie essen. Vielleicht ist das die beste Diät überhaupt.
Es gab heute Schusterjungen mit Bärlauch-Frischkäse, Grünen-Tee-Joghurt, kleine Poffertjes mit Zucker, Fischfrikadellen, dazu Kartoffelpüree mit angebratenem Sauerkraut und Butter, und jetzt Vanillepudding mit Himbeersoße. ;o)
"Milch erschütterte ihre schlechte Gemütsverfassung" statt "Mich erschütterte ihre schlechte Gemütsverfassung"
Bei diesen beiden Büchern, wie bei "Tausend und einer Nacht", lernte ich ein für alle Mal, dass man eigentlich nur solche Bücher lesen sollte, die einen dazu zwingen, sie wieder zu lesen.
(aus "Leben, um davon zu erzählen" von Gabriel Garcia Marquez)
Vollkommen meine Meinung, nur leider ist es völlig unmöglich VORHER festzustellen, ob man ein Buch ein zweites Mal lesen wird. Da helfen alle Bestsellerlisten und Rezensionen der Welt nicht.