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Mittwoch, 24. Oktober 2007

Auf der Suche nach dem Schlafzimmer

Ich finde mich in einer mir unbekannten großen Wohnung wieder, von der ich realisiere, dass es wohl meine eigene neue Wohnung ist. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob sie mir tatsächlich schon gehört oder ob ich sie erst besichtige. Außerdem liegt sie wohl in meinem ehemaligen Elternhaus und ich frage mich, warum man mir wohl dort eine Wohnung geben sollte, denn schließlich arbeite ich ja nicht bei der Kirche. Doch ich stehe in dieser Wohnung und je mehr ich sehe, um so sicherer bin ich, dass ich sie unbedingt haben will. Der Wohnraum, den ich jetzt überblicke, ist riesig. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Möbel so klein sind, sie sehen richtig etwas verloren darin aus. Ich überlege mir, dass ich bei so viel Platz auch noch einen Eßtisch mit Stühlen hineinstellen könnte. Neben dem großen Zimmer liegt ein sehr viel kleineres, in welchem ich meinen Schreibtisch unterbringen möchte. Dann fällt mir auf, dass ich noch gar kein Schlafzimmer gesehen habe. Sollte es etwa gar kein anderes Zimmer mehr geben? Außerdem beunruhigt es mich ein bißchen, dass ich bisher keine Verbindung zur Natur gefunden habe, weder etwas Grünes noch einen Balkon. Ich weiß nicht, ob ich so auf Dauer leben könnte. Ich suche in dem großen Wohnzimmer nach weiteren Türen zu anderen Zimmern und werde fündig. Dabei bemerke ich eine Meise, die gegen das Wohnzimmerfenster fliegt. Also gibt es hier wohl zumindest Vögel. Durch die neue Tür gelange ich in einen riesigen Gang, von dem ich erst meine, dass er anscheinend nicht mehr zur Wohnung gehört, denn er wirkt wie ein Hausflur. Dann entscheide ich aber mehr oder weniger, dass er doch zur Wohnung gehört. Vom Gang geht eine Tür ab, hinter der ich hoffe, das Schlafzimmer zu finden. Was ich hinter der Tür entdecke überrascht mich. Es ist eine Art offener Wintergarten. Die Wand am anderen schmalen Ende des Zimmers fehlt gänzlich und der Raum geht nahtlos in eine große Terrasse über. Das Zimmer selbst ist wie ein verwunschener Garten mit grünen Pflanzen und dekorativen Ruinenresten eingerichtet. Griechische Säulen ragen zerbrochen in die Luft. Um den Garten zu betreten muss man einige flache Steinterrassen hinunterschreiten. Wow, wie klasse! Nun bin ich mir absolut sicher, dass ich diese Wohnung will, egal ob mit Schlafzimmer oder ohne. Zurück auf dem Gang bemerke ich, wie eine Gestalt schattenhaft an mir vorbeihuscht. Ich drehe mich um und sehe noch eine zweite Gestalt vorbeigehen. Latschen hier etwa fremde Leute durch meine Wohnung? Ich rufe ihnen etwas hinterher und sie wenden sich mir zu. Leider kann ich mich nicht erinnern, was sie antworteten. Auffällig ist ihre Kleidung. Es sind lange bunte Gewänder und auf dem Kopf tragen sie eine Art flachen Turban. Sie wirken irgendwie altertümlich.

Bemerkung: Kein Wunder, dass ich das Schlafzimmer nicht finde. Ich schlafe ja eh nicht mehr. *fg*

Gartenarbeit

auf dem Balkon im Winter macht alleine deshalb schon keinen Spaß, weil man in den Zeiten, in denen man zur Gartenarbeit kommt, nichts mehr sieht. Woher soll ich wissen, ob ich gerade die dunkelrote oder die orangefarbene Heide pflanze, wenn es stockduster ist?

vergelesen

"vor allem Besserwisser geben wieder deutlich mehr Geld für Luxus aus" statt "vor allem Besserverdiener geben wieder deutlich mehr Geld für Luxus aus"

Und ich wollte mich schon wundern, was das für eine psychologische Komponente ist, die Besserwisser mehr Geld ausgeben läßt. *gg*

Dienstag, 23. Oktober 2007

TERRANISCHE ARCHIVE 2803:

Zu Ehren der Muttergöttin Kybele kastrierte sich der syrische Vegetations-Gott Attis. Seine Jünger machten es ihm nach und kastrierten sich gleichfalls. Schließlich infiltrierte die Sekte auch Rom und übte großen Einfluß auf die frühe Christenheit aus, wo Origen, ein bedeutender Theologe seiner Zeit, sich nach dem Vorbild der Attis-Sekte kastrierte. Später schworen die christlichen Priester den Eid des Zölibats und erhoben die Kastration damit in einen psychologischen Bereich. In Rußland kastrierten sich bis ins 19. Jahrhundert hinein (manchmal heißt es sogar, bis ins 20.) die Skopsi, eine gnostisch-christliche Sekte. Ähnliche Überzeugungen und Praktiken haben wir auf über 23 Millionen Planeten gefunden, wo man daran glaubte, daß Geschlechtsverkehr schlecht für die Ernte sei. Umgekehrt haben wir aber auch auf über 17000 Planeten Verherrlichung der Sexualität und phallische Götter entdeckt. Dort verkündeten die Schamanen, daß Geschlechtsverkehr gut für die Ernte sei. Die Erde war einzigartig, denn auf ihr predigten miteinander wetteifernde Schulen von primitiven Magiern und Theologen beide Theorien. Fast ein ganzes Jahrhundert vor der Wilson-Ära demonstrierte sogar ein englischer Anthropologe namens Sir James George Frazer in seinem epochalen zwölfbändigen Werk Der Goldene Zweig, daß alle einander widersprechenden Systeme der terranischen Religion von einer dieser beiden primitiven schamanisti-schen Ideen abstammten. Die Puritaner waren Attisianer, die dem Klüngel von Ideen und Assoziationen folgten, die dem Glauben entsprangen, daß Geschlechtsverkehr schlecht für die Ernte ist. Die tantrischen Hexen und andere Untergrundsekten, mit denen unser erhabener Barde offensichtlich engen Kontakt pflegte, glaubten dagegen, daß Geschlechtsverkehr gut für die Ernte ist. Und so ist es der politischen Macht der Puritaner zuzuschreiben, daß ein Großteil der Brieftauben in verschlüsselter Form abgefaßt wurde.
(aus "Schrödingers Katze - Die Brieftauben" von Robert Anton Wilson)

Zucker sagt,

der Dativ ist am Codex Hammurapi vor Entkräftung gestorben.

vergelesen

"zur Vermeidung von Zahnlücken" statt "zur Vermeidung von Zahlungslücken"

Montag, 22. Oktober 2007

Youtube ist blöd.

Nie finde ich die Versionen oder Aufführungen, die mir am besten gefallen. Dieser Schlagrhythmus im Hintergrund nervt mich total und bei den anderen Videos bekomme ich von den männlichen Sängern Ohrenschmerzen.

Feuerlauf

(M)Ein nackter Fuß springt furchtlos in ein züngelndes Feuer um darin zu verweilen. Das Feuer wird ihn wie Wasser kühlen und erfrischen. Ein Gefühl von Begeisterung, Abenteuerlust und Dankbarkeit verbunden mit einer wunderbaren Leichtigkeit erlebe ich. Doch plötzlich lande ich wieder im Tagesbewußtsein und erinnere mich nun dessen sofort, dass Körper im Feuer brennen. Schlagartig ist das Gefühl der Leicht(füß)igkeit verflogen.

Bis zum Februar

bekomme ich etappenweise noch ca. dreimal so viel Akten dazu, wie ich sie jetzt habe. Einen Tag, als ich nicht da war, kam die Gruppenleiterin zu Herrn N. und meinte, man müsse das beobachten, ob es nicht zuviel werden würde für mich. Darauf antwortete Herr N. ihr - ach, ich würde das schon machen, ich sei belastbar. Super. Klasse. Wenn man solche Kollegen hat, braucht man keine Feinde mehr....

Zucker sagt,

studiert alte Weisheit in den hohen alten Räumen.

Aus Katharina von Sienas "Gespräch von Gottes Vorsehung"

Wer die Wolke der Eigensucht durch Selbsterkenntnis in sich zerstreut hat, den läßt dieses Blut die Wahrheit erkennen, und er wird sich in unsäglicher Liebe an Meiner (Gottes) Erkenntnis entzünden; diese Liebe aber schafft der Seele auch dauernde Pein, keine belastende zwar, die sie bedrücken oder ausdörren würde, im Gegenteil, sie läßt sie aufblühn. Aber weil sie Meine Wahrheit und ihre eigene Schuld wie auch den Undank und die Blindheit des Nächsten erkannt hat, leidet sie unbeschreiblich; sie leidet, weil sie Mich liebt....
Ohne Liebe kann die Seele nicht leben, sie will stets etwas lieben, besteht sie doch aus dem Stoff der Liebe, weil Ich sie aus Liebe erschaffen habe...
Sie werfen das Netz mit der Rechten [Joh. 21.6] statt mit der Linken aus, wie es meine Wahrheit Petrus und die übrigen Jünger nach der Auferstehung tun hieß, denn die linke Hand der Eigenliebe ist in ihnen tot, die rechte aber lebt von der wahren, lauteren, seligen Gottesliebe, mit der sie das Netz des heiligen Verlangens in Mich, das Meer des Friedens auswerfen.

(aus "Der Berg der Liebe. Europäische Frauenmystik")

Sonntag, 21. Oktober 2007

Zucker sagt,

ich hab hier leider niemanden zum Anbrüllen, deshalb mache ich Bratkartoffeln.

Die erstaunliche Tänzerin

Bei Creature habe ich gerade einen witzigen Gehirnhälften-Test gefunden. Meist sehe ich die Tänzerin in Uhrzeigerrichtung tanzen, aber manchmal reibe ich mir die Augen und denke, "Was ist das?", denn dann tanzt sie plötzlich andersherum. Total seltsam. Wenn das wirklich kein Trick ist, sondern nur mein Gehirn, dann ist es schon verblüffend, wie unterschiedlich die Wahrnehmung sein kann.

Was hatte Margarete Porete, was Birgitta von Schweden nicht hatte?

Aus "Der Spiegel der einfachen Seelen" von Margarete Porete:

"Die Güte des Heiligen Geistes vereinigt sie (die Seele) in der Liebe des Vaters und des Sohnes. Diese Vereinigung versetzt die Seele in ein Sein ohne Sein, welches das Sein selbst ist...
...Die Seelen jedoch, von denen wir reden, haben die Tugenden an ihren Platz verwiesen; denn solche Seelen tun nichts um derentwillen. Vielmehr tun , umgekehrt, die Tugenden alles, was solche Seelen verlangen, ohne Bemühen und Widerreden. Denn solche Seelen sind Herrinnen über sie....
...Und daher machen solche Seelen von allen gemachten und erschaffenen Dingen Gebrauch, so wie die Natur ihrer bedarf, in einem solchen Herzensfrieden, wie sie ihn der Erde gegenüber einhalten, auf der sie gehen....
....Der Friede aber, spricht die Liebe, die Wirkung meines Wirkens, er verbleibt in der Seele, solange ich wirke. Er ist dermaßen köstlich, daß ihn die Wahrheit Speise der Herrlichkeit nennt. Keiner, der im Begehren verharrt, kann jedoch damit gespeist werden....

Aus den Offenbarungen der Birgitta von Schweden:

"Hierauf erschien ein Mohr (Teufel), schrecklich von Ansehen und seinen Gebärden nach wie erfüllt von Neid und großem Zorn, welcher sprach und ausrief: 'O gerechter Richter, erkenne mir diese Seele zu und vernimm ihre Werke, da sie nur wenige Zeit zum Leben noch übrig hat. Erlaube mir auch, den Leib samt der Seele zu bestrafen, bis sie voneinander getrennt werden'...
....Die Finsternis, welche sich um den Ofen her zeigte, heißt die Vorhölle und kommt von der Finsternis her, welche im Ofen ist, beide jedoch sind nur ein Ort und eine Hölle; jeder, der dorthin kommt, wird nimmer eine Wohnung bei Gott erhalten. Über dieser Finsternis aber ist die größte Pein des Fegfeuers, welche Seelen erleiden können. Jenseits dieses Ortes aber ist eine andere Stätte, wo die Pein geringer ist, und nur in dem Mangel an Kräften, Schönheit und ähnlichem besteht....(Kap. 20)
(Jungfrau Maria): Und obwohl ich Dir in Neapel hierüber einiges gezeigt habe, namentlich in welcher Stellung ich mich befunden, als ich meinen Sohn gebar, so magst Du doch als gewiß wissen, daß ich in jener Stellung geboren habe, wie du es jetzt gesehen, nämlich auf den Knien liegend und allein im Stalle betend. Ich habe ihn unter so großer Freude und Seelenjubel geboren, daß ich keinerlei Beschwerde und keinen Schmerz fühlte, als er meinen Leib verließ....Als Joseph solches sah, verwunderte er sich unter großer Freude und Fröhlichkeit darüber, daß ich so ohne Beistand geboren hatte. Weil aber die große Menge von Leuten wegen ihrer Aufschreibung in Bethlehem viel beschäftigt war, deshalb hatten sie ihre Aufmerksamkeit hierauf gerichtet, so daß die Wunder Gottes unter ihnen keine Verbreitung finden konnten. Obwohl es Menschen gibt, welche nach ihrem Verstande die Behauptung wagen, mein Sohn sei auf die gewöhnliche Weise geboren, so ist es doch volle Wahrheit und ohne Zweifel, daß er so geboren worden, wie ich Dir, damit Du es wissest, anderwärts gesagt habe.....(Kap.22)"
Gerade diese Vision hat sich von Italien aus rasch über Europa ausgebreitet und die Weihnachtsdarstellung in den bildenden Künsten stark beeinflußt.

(aus "Der Berg der Liebe. Europäische Frauenmystik")

Margarete Porete wurde 1310 auf dem Scheiterhaufen verbrannt, während Birgitta von Schweden 1391 heilig gesprochen wurde. Ich finde, das sagt alles.

Samstag, 20. Oktober 2007

Stichpunkte zum heutigen Tag

Windmühlen eignen sich auch außerordentlich gut als Wassermühlen.

Wenn man einen 3D-Wale-Bildschirmschoner laufen läßt, sollte man sich nicht wundern, wenn plötzlich seltsame Laute und Pfeiftöne erklingen.

Am Nachmittag fiel mir ein merkwürdiger Geruch in meiner Wohnung auf, allerdings so schwach, dass ich mir nicht sicher war, ob ich ihn tatsächlich rieche oder mir das nur einbilde. Der Geruch hatte etwas vertrautes, ich konnte ihn aber nicht zuordnen, bis es mir plötzlich aufdämmerte - es roch genauso wie früher in der Wohnung meiner Großeltern. Und das verwunderte mich.

Nachdenken über die Tragik dessen, dass ich früher die Römergläser aus der Annahütte überhaupt nicht mochte, was vielleicht daran lag, dass ich diese Meinung mir habe von meiner Mutter anerziehen lassen und diese Römergläser in der DDR so etwas wie ein Statussymbol waren, das in fast jeder DDR-Schrankwand herumstand. Heute jedoch könnte ich mich für die Römergläser begeistern und würde sie sogar als Weingläser kaufen, aber heute gibt es sie nicht mehr (ebensowenig wie die Glashütte), bzw. nur noch zu Liebhaberpreisen. Also müssen die drei Römer-Likörgläser reichen, die ich einst von meiner Patentante bekam und die ich glücklicherweise nicht verschenkt habe, obwohl sie jahrelang verachtet in einem Karton schlummerten.

Freitag, 19. Oktober 2007

Ich finde es

immer wieder bemerkenswert, wie vielen Dumpfbacken man auf Ciao.com begegnet. Ok, man begegnet ihnen eigentlich überall, aber dort scheinen sie gehäuft aufzutreten. Die Plattform an sich ist ja ganz nützlich, vor größeren Anschaffungen schaue ich gerne in die entsprechenden Produktberichte. Irgendwann dachte ich, ich könnte selbst ebenfalls mal anderen meine Erfahrungen zu Verfügung stellen, hauptsächlich aus Überzeugung an dem verbraucherbasierten Informationssystem. Von den paar Cents, die man dafür erhält, könnte ich meinen gutbezahlten Bürojob eh nicht an den Nagel hängen und um mein Ego aufzupolieren, dazu habe ich ja schon ein anderes Medium.
Anfangs noch völlig unerfahren in den dort herrschenden Mafiamethoden, staunte ich nicht schlecht, als ich mit den dortigen Be- und Empfindlichkeiten näher bekannt wurde. Das Bewertungssystem aus "besonders hilfreich", "sehr hilfreich", "hilfreich", "weniger hilfreich", "nicht hilfreich" und "Thema verfehlt" erschien mir auf den ersten Blick einleuchtend, ich ahnte jedoch bald, dass es wohl noch ein anderes internes und unsichtbares Bewertungssystem geben muss. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass ich auf eine "Hilfreich"-Bewertung einen anmaßenden privaten Gästebucheintrag mit der subtilen Androhung von entsprechenden Rachebewertungen bekomme (uhhhh, wie ich zittere). Was nun? Kommen irgendwann zwei Herren mit Sonnenbrille bei mir vorbei, die mich höflich mit einem Maschinengewehr darauf hinweisen, dass ich mich bei der Bewertung versehentlich im Button geirrt habe? Muß ich gar untertauchen und mir eine neue Identität zulegen? *schon mal die Koffer pack*

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Zucker sagt,

Rosmarin für die Römer!

Zucker sagt,

ich erwarte, dass er vom Sternzeichen Schütze ist.

Zucker sagt,

in Prag geht es ein bißchen wilder und unwissenschaftlicher zu.

Der zerbrochene Schlüssel

Im Traum in einem Sessel eingeschlafen mit über dem Kopf gekreuzten Armen. Etwas unbequem, sogar so unbequem, dass ich aufwache und feststelle, dass ich tatsächlich mit über dem Kopf gekreuzten Armen daliege und mir schon die Schultern schmerzen. Wie ich das gemacht habe, ist mir unklar, da ich während des Lesens eingeschlafen bin und das Buch noch neben mir liegt. Wieder schlafen und davon träumen, dass ich von einer Klassenfahrt nach Hause komme. Ich schlafe erst einmal tief, da ich müde bin, und werde dann wach, weil mein Vater neben dem Bett wartet. Es gibt zwei Probleme, die ich ihm erzählen muß, das zweite habe ich vergessen, aber das erste ist, dass ich den Schlüssel für das Sicherheitsschloß zerbrochen habe. Es sind jetzt zwei Teile und ich frage mich, wie ich überhaupt in die Wohnung gekommen bin, ohne dass er es schon erfahren hat. Ich erzähle es ihm und erstaunlicherweise bleibt er total ruhig statt sich aufzuregen, so wie ich erwartet hätte. Er nimmt die beiden Teile und verschwindet damit. Ich gehe in das Wohnzimmer, wo ein kleiner Weihnachtsbaum brennt - es ist wohl schon wieder soweit. Neben dem Wohnzimmer verläuft eine lange Terasse, eine ganze Herde rosiger Schweine stiebt wie wild darauf entlang. Man sollte sich ihnen nicht in den Weg stellen, sonst könnte es sein, dass man umgerannt wird.
Dann bleibt von der Nacht noch eine Erinnerung an einen Traum, eigentlich mehr an einen Traum in einem Traum, so unwirklich und wie aus einer anderen Nacht, dass A. bei mir war. Er war bei mir zu Besuch und anscheinend wieder in Berlin.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Zucker sagt,

wir könnten auf viele giftige Behandlungsmethoden verzichten, wüßten wir uns noch im Schneckentempo fortzubewegen.

Zucker sagt,

das Gehirn von Kleinkindern hat in der Kapelle gestanden, dort bei den Predigermönchen, wo es wie in einem Saustall aussieht.

Zucker sagt,

es ist kein Zufall, dass Gegensätze paarweise auftreten.

Über Mechthild von Magdeburg und ihre Schrift "Das fließende Licht der Gottheit"

Mit den großen Mystikern teilt Mechthild die Erfahrung der Nacht, der Abwesenheit Gottes, als Gegensatz zur Liebes-Unio. Doch trägt diese Erfahrung bei ihr ganz eigene, spezifische Züge. Dem Aufstieg der Seele zum "hohen Bergder gewaltigen Minne" muß auf der anderen Seite notwendig der Abstieg entsprechen....
...Die Freiheit Gottes, der sich der Seele schenkt, aber auch entzieht, wie und wann er will, ist der Grund für dieses der Seele unbegreifliche Geschehen, das gleichwohl zur mystischen Erfahrung unabdingbar dazugehört...
...Sie bringt, hierin kühner als Bernhard von Clairvaux, selbst in das Geheimnis der göttlichen Trinität ihre persönliche mystische Erfahrung ein. Im Bewußtsein von unendlicher Distanz bei unendlicher gnadenhafter Nähe von Gott und Seele sagt sie über die Liebes-Unio: Dies "wage ich kaum zu nennen...Das ist spielende Minneflut, die von Gott heimlich in die Seele fließt, und sie ihm wieder entgegen mit seiner Kraft nach ihrer Macht" (VI,22)....
....Erst die Annahme der Gottesentfremdung, die vorübergehend auch den Unglauben einschließt, erfährt die Seele die "vollerwachsene" Liebe.

(aus "Der Berg der Liebe. Europäische Frauenmystik.")

Sonntag, 14. Oktober 2007

Wo Fürst Pückler residierte

Obwohl Samstag, war diesmal keine Zeit zum Ausschlafen, denn pünktlich mußte ich am Treffpunkt für unseren jährlichen Ausflug sein. Es ging diesmal zum Anwesen von Fürst Pückler, der durch das gleichnamige Eis in aller Munde ist. Auf unserer Hinfahrt machten wir Zwischenstopp an einem Bekleidungsgeschäft in Königs-Wusterhausen. Ich habe dort keine Sachen gesehen, die mir gefielen, bis auf eine ecrufarbige, sportliche Jacke mit ziemlich vielen silbernen Nieten, die ich aber nicht gedachte zu kaufen, weil ich genug Jacken besitze. Als meine Mutter mit so einer komischen anderen Jacke anfing, wie gut mir die sicher stehen würde usw., erwähnte ich beiläufig, dass mir die ecrufarbene besser gefällt. Meine Mutter inspizierte daraufhin die Jacke eingehend und erklärte mir kategorisch und naserümpfend: "Das ist eine Jacke für 16-jährige, du gehst auf die 40 zu." Toll! Ich liebe es, mit der Familie unterwegs zu sein. Man wird immer wieder auf den Boden der Tatsachen gestellt.*gg* "Ist sie nicht heute wieder nett?" fragte mich meine Tante lachend. Gegen Mittag endlich im Spreewald angekommen, nahmen wir erst einmal ein Essen am Stammtisch ein, wo uns der Wirt noch jeweils ein Fläschchen "Mückenblut" offerierte.

Meine Tante ist auch lustig. Als wir die Hofgebäude so betrachteten, meinte sie:
"Das sieht irgendwie russisch aus."
Ich: "Russisch?"
Sie: "Na ja, oder irgendwie chinesisch."
Ich: "Chinesisch? Hm, vielleicht eher englisch?"
Sie: "Ja, oder englisch."
*grins*

Fürst Pückler war etwas extravagant und ließ sich als letzte Ruhestätte eine Pyramide mitten im Wasser errichten. Dort ruht er mit seiner Gattin, nachdem sein Herz in Schwefelsäure aufgelöst und sein Körper in Ätznatron gebettet worden ist.

Nach dem Rundgang im Park waren wir noch im Schloß selbst. Es ist zwar im Gegensatz zu anderen nicht wirklich sehr groß und protzig, aber trotzdem auf eine eigene Art auserlesen und mit allem nötigen Komfort, wie eine Heißluft-Zentralheizung und einer eigenen Rennbahn im Garten, ausgestattet. Fürst Pückler wußte, was gut ist und war außerdem weitgereist. Davon zeugen die Räume des Schlosses, wo es außer dem roten, blauen und gelben Salon, einem mintfarbigen Musizierzimmer und weiteren Räumlichkeiten, ebenfalls zwei orientalische Zimmer gibt. Fürst Pückler hat natürlich von seinen Reisen diverse Souvenirs mitgebracht unter anderem eine 12jährige äthopische Sklavin, die er von einem Sklavenmarkt kaufte und welche seine Geliebte wurde. Allerdings starb sie schon 16jährig an Auszehrung. Angeblich soll ihr das kühle Klima in der Lausitz nicht bekommen sein. Neben seinen Möbeln, seiner Bibliothek und seiner Souvenirsammlung kann man im Schloß auch eine Totenmaske ihres Gesichts und ihrer Hand besichtigen.

Freitag, 12. Oktober 2007

Herr N. und der Kürbis

Gestern bekam Herr N. von einer Kollegin einen großen Kürbis, allerdings in Grün. Er erklärte, er wolle daraus Kürbissuppe und -gemüse machen. Heute fragte ich ihn, ob er den Kürbis schon geschlachtet hat, oder ob er bis Halloween wartet. Er erwiderte, dass Halloween seinethalben in Amerika bleiben könne. Da zögen ja dann wieder die rotzigen Kinder durch die Gegend und klingeln überall. Im vierten Stock (das hat er sich also gemerkt) könne ich ja den Kürbis aus dem Fenster auf die Kinder werfen, aber er im Paterre könne ihnen den Kürbis höchstens vor die Füße rollen. Ooch, meinte ich darauf, wenn der Kürbis groß genug ist, reicht das schon. Das ist dann wie Kegeln. (Genaugenommen hatte ich aber an DIESEN Verwendungszweck eines Kürbis zu Halloween nicht gedacht. *gg*)

Mein Timing war heute mal wieder unschlagbar.

Kurz nach vier Uhr wache ich auf und kann nicht mehr einschlafen. Ich wälze mich hierhin, wälze mich dorthin und denke mir schließlich - he, bevor ich mich hier sinnlos im Bett herumwälze könnte ich eigentlich auch aufstehen und ausnahmsweise mal SEHR pünktlich auf Arbeit sein. Zwar habe ich nur drei Stunden geschlafen, aber egal, schließlich gab es auch schon Nächte, in denen ich überhaupt nicht geschlafen habe. Ich also los, mitten in der Nacht, Bus, U-Bahn, alles wie am Schnürchen. Dann komme ich zur S-Bahn - nix fährt, Streik. Prima. Ich mitten in der Nacht die wirklich lange Strecke zu Fuß und das auch noch in dieser dunklen "Milieuecke". Keine Ahnung, was das nun wieder für ein Karma ist, aber IMMER, wenn ich absichtlich oder unabsichtlich eher aufstehe, brauche ich für meinen Fahrtweg doppelt so lange, weil irgendwas nicht fährt, ausfällt, ein Hubschrauber landet, sich jemand vor die S-Bahn schmeißt oder ein anderer eine Fliegerbombe ausgräbt. ES BRINGT EINFACH NICHTS! Die einzige Möglichkeit, den Fahrtweg so kurz wie möglich zu halten, ist tatsächlich, bis 7:30 h zu schlafen und auf den letzten Drücker im Büro zu erscheinen. Nun war ich diesmal allerdings trotzdem immer noch SEHR pünktlich auf Arbeit, so pünktlich, dass mich mein Computer nicht rein lassen wollte - "Ihr Konto erlaubt Ihnen keinen Zugriff um diese (nachtschlafene) Zeit". Äh, sag mal, gehts noch? Ich träume wohl. Erst um 6 Uhr bequemte er sich endlich, aus dem Tiefschlaf zu erwachen. Tja, und zurück bin ich dann heute eine andere Strecke mit dem Schienenersatzbus gefahren, der für eine Straßenbahn eingesetzt wurde, die ebenfalls nicht fährt. Wie nicht anders zu erwarten, stand er die meiste Zeit im Stau rum und der Bus, in den ich umsteigen wollte, fuhr mir vor der Nase fort. Also lief ich wieder eine lange Strecke bis nach Hause, im Grippewetter, obwohl es mir Herr N. strengstens untersagt hat. Er ist der Meinung, immer noch besser ich komme früh um Sechs, als dass ich krank werde....
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