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Mittwoch, 21. Mai 2008

Casa de la Plaza

Casa de la Plaza

Blogkonzepte

Hin und wieder überkommt mich die Einsicht, daß mein Blog unbedingt ein richtiges Konzept bräuchte. Bisher sprießt es hier wie Kraut und Rüben, von Youtube, bunten Stöckchen und albernen Piratengeschichten bis zu Blavatsky und Ulysses findet man so ziemlich alles (nur keine Katzen, aber nicht, weil ich die nicht mag). Das kann ja einfach nicht gut gehen. Das muß doch für jeden, der völlig unschuldig und ahnungslos dieses Blog betritt, ein regelrechter Kulturschock sein oder zumindest ein ernsthaftes Identifikationsproblem auslösen. Der überwältigte Leser dürfte sich sofort fragen, wo er denn hier gelandet sei und welches Niveaulevel ich zu drücken oder zu sprengen versuche. Ein gutes Konzept würden den ersten Eindruck des Blogs sicherlich verbessern und den Lesern einiges an Verwirrtheit ersparen. Aber hatte ich schon einmal erwähnt, daß ich es hasse, mich an Konzepte zu halten? Von Regeln will ich gar nicht erst sprechen. Bereits in der Schule zeitigte es ziemlich unterschiedliche Erfolge, wenn ich beim Hochsprung rücklings statt bäuchlings sprang, Aufsätze von hinten statt von vorne begann und im Kunstunterricht weite Landschaften trotz anderslautender, bewährter Gestaltungshinweise auf Schallplattencover quetschte. Und meine Eltern überzeugte ich schnell davon, daß kleine Kinder durchaus bis in die Nacht hinein draußen spielen dürfen. Der Einsicht folgt die Nachsicht mit weiser Voraussicht - Konzepte sind Stillstand, sind einfach nichts für mich.

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Wenn man schläft, betrügt man das System. Schlaf gehört einem selbst, nicht dem Staat.
(aus "Der Gefangene" von John Grisham)

Dienstag, 20. Mai 2008

Beschiss

Da schaue ich gerade die Bonus-DVD der Platinum "The sixth sense"-DVD-Box und denke, unter dem Menüpunkt Making of "The sixth sense Project" finde ich ein Making of des Films, aber denkste - es ist ein Making of der DVD. Wen interessiert ein Making of der DVD? Ok, ich sollte nicht denken.

Was von den Träumen der letzten Nacht übrig blieb



Das aber hartnäckig...

Die tantrischen Hexen vom Verlag Death Proof

Ich weiß genau, daß es Frau Audrii ist, aber dann, als ich zum Zombiehorror aus einer Bewußtlosigkeit "erwache", sind es Geister, die ich aus dem dunklen Schlund des Schrankes holte. Wir sollen Georg, den Drachentöter, begrüßen, warum auch nicht.
Er nahm Gestalt an, wie die Natur ihrer bedarf, in einem schönen Schreibtisch am Fenster, von denen angebetet, die zurückgeblieben sind. Mein Staunen wollte nicht aufhören, als er nachhakt: "Wir hätten Ihnen gern was Freches gesagt, das muß man zum Einstieg und für etwaige Zuschauer." "Ja," sagt Traumzeit, "so ist das Horrorskop. Obwohl Samstag, war diesmal keine Chance, ihr Augenlicht wiederzuerlangen. Dennoch träumt sie weiterhin in farbigen Bildern." Sollte ich diesen tollen Durchblick haben, der nie je einem Zimmerkollegen wiederfahren ist? In jedem dieser Fenster, so wußte ich, erwartete mich Onkel Albert und die Umhüllung von Licht, in der Schwimmhalle. Das Wasser ist sehr hoch, höher als bei den schwarzen Steinen des Zauberlandes. Der Kahnführer erklärte, daß der Wind tobte, auf der Südseite, wo die Pein geringer ist, wenn ein Flugzeug unterwegs ist und ewiges Leben hat. Ich ziehe mir die edle und interessante Einrichtung des Verlagshauses an. Rote Teppiche, Kristalllüster an den Hals. Wenigstens sorgte Olga dafür, dass sie ihre Energie wie funkelnden Schnee auf die Apostel herabsenkte, wenn sie mit übereinandergeschlagenen Beinen saß. Läuft Uranus durch das hindurchfallende Licht, was mit linkem und rechtem Bein abwechselnd geschieht, wird spontan ein Marilyn Monroe-Film daraus. Gunkanmaki sind einfach und machbar und es ist schon ganz interessant, welche Menschen sich so im Fusselsieb der Waschmaschine auflösen. Deshalb ist jede Erscheinung, die behauptet, die 14. Reinkarnation eines Computerwissenden zu sein, eine störende Unehrlichkeit, die so sehr dunkel ist, daß einige andere Frauen schnellstmöglich einen nicht unerheblichen Teil meines Anteils an ihm zurücklassen. Ich bleibe bei dem Gartenfest mit einem Rausch im Kopf und in der oberen Schädelform. Das ist ja, als sei früher jeder neue Film ein viel größeres Ereignis gewesen als mein Nasenflügel!

Montag, 19. Mai 2008

...

Denn ein überladener Magen macht es einem selbst in den Morgenstunden unmöglich, das Wahre zu schauen. Um Träume in ihrer vollen Reinheit aufzunehmen, war es geboten, den Körper von störenden Einflüssen, z.B. Überladung des Magens, zu bewahren. Setzt der Mensch, so folgert Platon (Staat 9, 571E – 572B), den begehrlichen Seelenteil weder dem Mangel noch der Übersättigung aus, wird er am besten die Wahrheit erfassen und reine Traumerscheinungen schauen.) ...
...Bei den Traumgesichten, die verstümmelt sind und die man sozusagen nicht in den Griff bekommt, ist eine gewisse Kombinationsgabe vonnöten, ganz besonders bei denen, in welchen etwas Geschriebenes geschaut wird, das keinen selbstständigen Gedanken enthält, oder nur ein sinnloses Wort; hier kann durch Umstellung, Änderung oder Zugabe von Buchstaben oder Silben, zuweilen auch durch Auffinden eines gleichwertigen Wortes der Zusammenhang geklärt werden. (Griechisch Isopsepha; da die griechischen Zahlen durch Buchstaben dargestellt werden, kann man jedes Wort als die Summe von Ziffern ansehen. So kann man jedes beliebige Wort durch Addition der Buchstaben in einen Zahlenwert umwandeln. Dabei können ganz verschiedene Wörter den gleichen Zahlenwert ergeben. Diese Isopsepha setzt die Traumdeutung auch sachlich gleich und gewinnt auf diese Weise neue Auslegungsmöglichkeiten. Siehe auch "Lebensalter", "Wiesel" usw.) ...
....Berücksichtige ferner, daß Leute, die einen guten und gesitteten Lebenswandel führen, weder Träume noch irgendwelche sinnlosen Trugbilder bekommen, sondern ausschließlich Traumgesichte, und zwar meistenteils theorematische; denn ihre Seele wird weder durch Befürchtungen noch durch Hoffnungen verwirrt, und dann sind sie auch Herr über die sinnlichen Leidenschaften. Kurz und gut, einem verantwortungsbewußten Menschen erscheint weder ein Traum noch sonst ein sinnloses Trugbild. Damit du dich aber nicht täuscht, so wisse, daß die große Menge nicht dieselben Träume hat wie jene, die sie zu deuten vermögen....
....Erstens gehen theorematische Traumgesichte auf der Stelle und sehr bald in Erfüllung, allegorische dagegen erst nach Ablauf einer längeren oder kürzeren Zeitspanne.

(aus der Oneirokritika von Artemidorus Daldianus)

Sonntag, 18. Mai 2008

Und weils so schön ist:

- Mein/e Ex schuldet mir heute noch einen präparierten Krebs.
- Ich höre gerade Indiana Jones.
- Vielleicht sollte ich auf unzurechnungsfähig machen.
- Ich liebe die Natur.
- Meine besten Freunde sind Männer.
- Ich verstehe nicht, wie man Differentialrechnung verstehen kann.
- Ich habe keinen Respekt vor billigen Manipulationsversuchen.
- Ich hasse Lärm und Hektik.
- Mein Nickname bedeutet Zucker Watte Wolken Mond.
- Liebe ist Finden.
- Irgendwo ist irgendjemand, der an dich denkt.
- Ich werde immer zu wenig wissen.
- Ewigkeit ist wie Ertrinken.
- Was ich niemals verlieren möchte ist das Lachen.

Universelles Lektorieren

Ich laufe durch die hohen Gänge der Uni, treppauf und treppab, kleine Funzeln brennen da und dort, die Reliefs an den Wänden sind schattenhaft verzerrt. Der Typograf aus dem Verlag meiner Mutter tritt mit grauem Bart aus der großen Flügeltür eines Vorlesungsraumes. Er grüßt mich und übereicht mir einen Stapel zweispaltig bedruckter Blätter. Das soll wohl eine Prüfung werden? Ich gehe in den Vorlesungsraum und bemerke, daß kreuz und quer im Saal verteilt, auf den Schreibpulten, ebenfalls beschriebene Papierseiten liegen. Er bittet mich, auf jeder dieser Seiten im ersten Wort den ersten Mitlaut, im letzten Wort den ersten Selbstlaut und von allen Wörtern den letzten Buchstaben wegzustreichen. Danach habe ich die Buchstaben, der Reihenfolge der erhaltenen losen Blätter entsprechend, zu ersetzen. Nun gut, daß ist nicht so schwierig, dürfte wohl mehr eine Fleißaufgabe sein. Ich mache mich an die Arbeit, finde es aber zunehmend schwerer, bei der Vielzahl der Buchstaben nicht durcheinander zu kommen. Außerdem versuche ich auch einen Sinn davon zu erhaschen - wie ändert sich der Text, wenn ich das tue? Die Sätze, die ich eilig nach der Änderung lese, nehmen mir den Atem. Das ist doch, das ist doch....Rilke! Na sowas! Da hat der seine Texte doch in allen möglichen neuen Texten versteckt und nur mit diesem Code findet man sie. Was hat er sich nur dabei gedacht?

Bemerkung: Hier vermische ich anscheinend die kabbalistische Wort- und Satzanalyse mit der Lektüre von "Der späte Rilke".

Samstag, 17. Mai 2008

Die Archäologie der Richtstätten

Zu den eher seltenen archäologischen Befunden und Funden sind die Relikte von Richtstätten aus dem hohen und späten Mittelalter und der Frühneuzeit zu rechnen. Sie fanden bislang im gesamten mitteleuropäischen Raum kaum Eingang in die Fachliteratur und sind nur selten im Bewusstsein der in der praktischen Bodendenkmalpflege tätigen Wissenschaftler präsent....

Sehr interessanter Artikel! Oftmals findet man ja noch in Ortsbezeichnungen und Erzählungen die Überreste früherer Gerichtsbarkeiten, aber selten wird einem das so richtig deutlich.

Freitag, 16. Mai 2008

Tagesfragmente

Da will man nur ein Päckchen von der Post abholen und wird dem übelsten Verhör unterzogen:
"Sind Sie bereits Postbankkunde?" - "Jaaa!"
"Und sparen Sie auch regelmäßig?" - "Aber natürlich!"
....ich muß ihr ja nicht sagen, daß ich bei einer ganz anderen Bank spare, sie wollte nur wissen, OB ich spare.

Wenn eine freie Wohnung als "Paradies für Leisetreter" angepriesen wird, weiß ich dank der unterschwelligen Information sofort, was mich erwartet, weshalb ich ganz schnell weiterblättere.

Wir hatten heute so einen einsamen und unerbittlichen Spatz vor dem Fenster, der tschipte den ganzen Tag ohne Punkt und Komma, Unterlaß und Pause aus voller Kehle. Das fand sogar ich nervtötend. Herr N. zeigte irgendwann auf einen Fenstersims und sagte, da säße ein Spatz völlig aufgeplustert und höre nicht mehr auf, lauthals zu tschipen. Darauf antwortete ich: "Vielleicht hält er eine Rede." und Herr N.: "Blöd nur, daß wir die einzigen sind, die ihm zuhören."

Donnerstag, 15. Mai 2008

Blutbad in der Küche

Ich wollte nur eine Zwiebel für meinen Quark schneiden und erwischte dabei einen Finger direkt in der Fingerkuppe. Das Blut tropfte blitzschnell auf den weißen Quark - dabei dachte ich an Schneewittchens Mutter, deren Blut in den Schnee tropfte -, auf Quark sieht es aber mindestens ebenso gut aus. Tropfte außerdem auf Küchentisch, Küchenboden.....tropf....tropf....tropf, trotz Absaugen mit dem Mund, so schnell konnte ich gar nicht saugen, wie es sprudelte, und dann saß die Wunde auch noch so blöd an der Fingerkuppe, daß kein Pflaster hielt. Und dies kurz bevor ich zur Arbeit mußte und der Magen knurrte böse. Eigentlich hatte ich nicht vor, Quark mit Blut zu essen, sondern Quark mit Zwiebel. Völlig Dracula-unlike. Und meine Küche sieht aus, als hätte ich da jemanden abgeschlachtet.

Überraschender Ostseeurlaub, die Sache mit dem Glück und Decken für Mosambique

Anfangs befinde ich mich auf Arbeit. Deutliche Erinnerungen habe ich nicht mehr, weiß aber, daß ich mich müde, ausgelaugt und lethargisch fühlte. Etwas später wache ich in meinem Bett auf. Auch jetzt fühle ich mich noch müde und kraftlos, möchte am liebsten liegen bleiben und bis mittag weiterschlafen. Ich habe keine Lust aufzustehen oder sonst irgendwas zu machen. Dann mache ich aber trotzdem die Augen auf und stehe auf, nur um etwas zu ändern (Vorhänge, Fenster zu?), damit ich besser schlafen kann. Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir das Meer. Zuerst reagiere ich gar nicht darauf, sondern bleibe apathisch, drehe mich wieder weg, um zum Bett zu gehen. Doch dann vollzieht sich wie ein Blitzschlag die Verwandlung - in dem Maße, wie mir bewußt wird, wo ich mich befinde, spüre ich regelrecht die Energie zurück in meinen Körper fließen. Das Gefühl ist so deutlich, daß ich bei mir denke, da muß ich nur an der Ostsee sein und schon bekomme ich wieder Energie und fühle mich - hier stocke ich kurz, weil ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich so ist - und fühle mich glücklich. Ja, es ist tatsächlich so. Ich bin wirklich glücklich. Von einem Moment zum anderen. Nun überlege ich, was ich weiter unternehme. Erst einmal anziehen und dann möchte ich auf jeden Fall Fotos von dem Zimmer und dem Meeresblick machen, alles für den Blog. Jetzt beginne ich auch, mich ein wenig genauer im Zimmer umzuschauen. Gleich neben dem Fenster steht ein riesiger Kühlschrank, anscheinend zur Selbstverpflegung. Luxuriös ist die Unterkunft nicht, aber wen kümmerts. Als nächstes gehe ich sofort hinunter zum Strand. Der Strand und der Platz vor der Pension ist ziemlich überfüllt, aber das stört mich im Moment noch nicht. Ich plane schon einen Strandspaziergang bis zu etwas ruhigeren Orten. Da bemerke ich, daß neben dem Meer am Strand zwei Gleise entlanglaufen. Ein seltsames Monstrum von Maschine kommt angefahren. Es ist keine Bahn, sondern wirkt mehr wie irgendein Teil zur Kohleförderung. Seltsamerweise verdüstert sich auch die Atmossphäre, wenn es angefahren kommt, der Himmel wird dunkel, als würde gleich ein Sturm losbrechen. Ich visiere das seltsame Ding durch den Sucher meiner Kamera und will ein Foto davon machen. Während ich mich auf das Fotografieren konzentriere, höre ich deutlich neben mir die Stimme meiner Tante väterlicherseits. Ich höre sie zwar, sie wird mir aber nicht bewußt, sondern geht als Nebengeräusch in meinem Bewußtsein unter. Erst einen Moment später registriere ich, wessen Stimme ich höre. Ich löse mich jedoch nicht von meiner Kamera, die Tante ist schon längst vorbei, und hoffe, falls sie mich erkannt hat, daß sie nicht sauer ist, weil ich nicht gegrüßt habe. Vielleicht hat sie mich aber auch gar nicht erkannt. Im Nachhinein weiß ich aber ganz genau, was sie der anderen Person neben sich erzählt hat. Sie sprach über das Monstrum am Strand und daß einem, wenn man in der düsteren Atmossphäre stehenbleibt und es betrachtet, ganz merkwürdig zumute wird. Ja, da hat sie recht. Außerdem verdanken wir wohl meiner Tante die Adresse dieser Pension.
Nun bin ich dabei Blogeinträge zu lesen, denn mein Notebook habe ich anscheinend mit an die Ostsee genommen. Elsa hat einen längeren Eintrag geschrieben, in welchem mein Name vorkommt. Ich lese ihn zweimal, weil ich ihn nicht gleich verstehe. Sie schreibt: "Und da ist Zucker, Zucker ist gut" und weiter, daß sie für mich eine Decke stickt(?) oder sonstwie macht. Die Decke soll dann aber wohl nicht für mich sein, sondern für Mosambique. Ich bin etwas ratlos. Warum macht sie für mich eine Decke, die dann für Mosambique sein soll? Meint sie etwa, ich bringe die dort hin? Auch über das "Zucker ist gut" muß ich noch reflektieren. Jedenfalls bekomme ich den Eindruck, daß sie eine extrem hohe Meinung von mir hat und irgendwie ist mir das peinlich. Wenn sie wüßte, daß ich keine Decken nach Mosambique bringe! Erst mache ich Ansätze, einen kurzen Kommentar zu hinterlassen, dann schleiche ich mich aber lieber von dannen.

Bemerkung: Die Adresse der Pension, in der meine Mutter immer ihren Ostseeurlaub auf Hiddensee macht, hat sie tatsächlich von meiner Tante bekommen. Was diese seltsame Monstermaschine auf Gleisen dort sein soll, bleibt mir allerdings ein völliges Rätsel.

Mittwoch, 14. Mai 2008

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Und irgendwo gehn Löwen noch und wissen, solang sie herrlich sind, von keiner Ohnmacht.
(Rainer Maria Rilke)

Aus dem Beides-wissen [Herrlichkeit und Ohnmacht] wird des Menschen Instinktlosigkeit, die ihn in die Möglichkeit entarten läßt, das im Rhythmus des Lebendigen und Wachstümlichen Gegebene zu versäumen, um dann - überholt und spät - dem Ungegebenen und Nichtverwirklichbaren sich aufzudrängen.
(aus "Der späte Rilke" von Dieter Bassermann)

Dienstag, 13. Mai 2008

Die Psychologie der Schubladen

Angeregt durch Dr. Schein öffne ich heute mal meine Schublade mit den wichtigsten Utensilien, die Frau braucht: Schokoriegel, Kräuterschnaps und homöopathische Globuli - die klassische Ausrüstung für jede Notsituation. *gg*

Die Psychologie der Schubladen

Montag, 12. Mai 2008

Die Freundinnen der Brüder

Ich habe nur einen Bruder und die Anzahl seiner Freundinnen hielt sich bisher in Grenzen, allerdings mußte ich heute beim Putzen an die Verflossenen denken - überhaupt denkt man beim Putzen ja manchmal an die merkwürdigsten Sachen - und mir fiel wieder das seltsame Phänomen ein, wenn sich die Beziehung dem Ende zuneigt oder bereits beendet ist, daß man als Schwester dann plötzlich extrem interessant wird. Man bekommt überraschende Anrufe mit Vorschlägen zum Kaffeetrinken, zu Kinobesuchen oder sonstigen Aktivitäten. Bei der ersten bin ich noch völlig unbedarft reingefallen. Wir saßen bei Kaffee und Kuchen, da fiel ihr ein, wir könnten doch mal zu M. ins Büro. Ok, meinetwegen, ich hatte ja noch keine Ahnung vom Stand der Dinge. Als ich dann allerdings mit der Schon-Ex oder Noch-Freundin dort auftauchte, schien mein Bruder nicht gerade sehr erfreut. Es blieb dann auch bei diesem einmaligen gemütlichen Beisammensein. Mit den späteren Freundinnen wiederholten sich zumindest die Anrufe regelmäßig. Nun weiß ich nicht, ob das so eine spezielle Strategie von Frauen ist, sich an die Schwester ranzuwalzen. Vielleicht machen das Männer ja auch so, das kann ich mangels männlichem Anschauungsmaterial nicht beurteilen. Irgendwie ist es aber schon etwas entmutigend, wenn immer nur zu taktischen Zwecken die eigene Gesellschaft gesucht wird, vor allem auch deshalb, weil ich selbst so völlig unstrategisch und naiv bin. Ich käme nie auf die Idee, mich mit jemanden zu treffen, der mich langweilt oder anstrengt, nur um irgendetwas zu erreichen oder Fäden zu spinnen. Da scheint mir irgendein bei Frauen weit verbreitetes Gen zu fehlen. Und die Nachteile dieses sozialen Handikaps sind mir nur allzu oft bewußt.
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