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Montag, 6. Oktober 2008

Meine Mutter

geht jetzt ins Fitnessstudio (erzählt sie mir stolz am Telefon), mit 74. Natürlich noch neben ihrem Töpferkurs, ihren "Bridge"-Runden, ihren Seniorenfahrten und Verlagstreffen, ihren Kinogängen, ihren Reisen, ihren Computer-Volkshochschulkursen, ihren täglichen Besuchen im Pflegeheim, ihren Entrümpelungsaktionen zu Hause und Shoppingtouren. Und dann höre ich sie immer seufzen: "Als Rentner ist man einfach nur noch im Stress und hat überhaupt keine Zeit mehr..."
So langsam verstehe ich, woher mein Bruder das hat. Ich schlage da ziemlich eindeutig nach der phlegmatischen Art meines Vaters. Allerdings frage ich mich immer, jetzt, wo diese Anlage meiner Mutter so richtig zum Ausbruch kommt, da mein Vater nicht mehr im Weg ist, wie sehr sich die beiden wohl tatsächlich über 50 Jahre angenervt haben. Vielleicht noch heftiger, als ich mir überhaupt vorstellen kann.

Sonntag, 5. Oktober 2008

Die richtige Jahreszeit

für eine Kaminofenattrappe ist es jetzt wieder. Den Balkonplatz habe ich den Vögeln überlassen (welche ihn gleich lustvoll mit Körnern vollgesaut haben, wie man sieht).

Kaminofenattrappe

Herbstvogel

...

„Ein Verwundeter liegt im Sterben und will wissen, wofür er stirbt. Er lässt die Krankenschwester rufen und sagt ihr: 'Ich sterbe als Soldat und möchte wissen, für wen ich sterbe.' Die Schwester antwortet: 'Sie sterben für Führer und Volk.' Der Soldat fragt dann: 'Kann dann nicht der Führer an mein Sterbebett kommen?' Die Schwester antwortet: 'Nein, das geht nicht, aber ich bringe Ihnen ein Bild des Führers.' Der Soldat bittet dann, dass ihm das Bild zur Rechten gelegt wird. Weiter sagt er dann: 'Ich gehöre der Luftwaffe an.' Da bringt ihm die Schwester das Bild von Reichsmarschall Göring und legt es zur Linken. Daraufhin sagt der Soldat: 'Jetzt sterbe ich wie Christus - zwischen zwei Verbrechern.'„
Das Lachen bleibt einem im Halse stecken, wenn man weiß, daß für das Erzählen dieses politischen Witzes Priester Joseph Müller am 11. September 1944 durch das Fallbeil hingerichtet wurde. Er hat sich übrigens bei den Vernehmungen immer geweigert, den Namen desjenigen zu nennen, der ihm diesen Witz erzählt hatte.

Samstag, 4. Oktober 2008

Schon wieder

so ein blödes Horroskop:

Zwanzig Einfälle am Stück, dazwischen Geistesblitze en masse, doch der Inhalt deiner Ideenkiste kommt in den Köpfen der Menschen nicht an.

Ist das irgendwas Neues? Darauf muß ich mir jetzt erst einmal die letzte halbe Flasche Baileys genehmigen.

Die Wurzel

Die Wurzel

Das Gewichtige ist des Leichten Wurzel.
Die Stille ist der Unruhe Herr.

(Lao Tse)

Gegenüber vom Schlossplatz (wieder ausgebuddelt)

Gegenüber vom Schlossplatz

Berliner Schlossplatz im Winter (wieder ausgebuddelt - das Foto, nicht der Platz)

Schlossplatz im Winter

Freitag, 3. Oktober 2008

...

"Und was Ihre Äußerung zum Sinn des Daseins angeht, so ist mein 'Daseinsinn' etwas vollkommen von diesem...." - er klopfte sich auf den Leib - "erbärmlichen Protoplasma Geschiedenes. Ich kenne ein Wozu des Lebens; das Wie kann ich ertragen. Ich habe für zehn Jahre Gründe zu leben, eine Mission. Ich gehe schwanger, hier..." - er tippte sich an die Schläfe - "...mit Büchern. Fast gereiften Büchern, Bücher, die nur ich gebären kann. Manchmal betrachte ich meine Kopfschmerzen als zerebrale Geburtswehen."
(aus "Und Nietzsche weinte" von Irvin D. Yalom)

Mark Twain über Richard Wagner-Opern

Es war wunderbar, aber danach kam freilich der Gesang, und es erscheint mir, dass für einen Uneingeweihten und Ungebildeten nichts eine Wagner-Oper vollkommener machen würde, als den Gesang auszulassen....

...Der große Meister, der es so gut verstand, hundert Instrumente zum Jubeln zu bringen und dazu, dass sie ihre Seele in einheitlichen melodischen Gezeiten wunderbarer Töne ergießen, bietet nur karge Soli in den Stimmen. Es mag sein, dass er tiefgründig war und den Gesang in seinen Opern nur hinzufügte, um einen Gegensatz zur Musik zu bieten. Gesang! Es scheint der falsche Name dafür zu sein. Streng gesagt besteht er hier hauptsächlich aus einer Übung schwieriger, unangenehmer Intervalle.

(aus dem Essay "Am Schrein von St. Wagner")

Für diese Worte könnte ich Twain KÜSSEN, denn genau dasselbe denke ich auch immer, wenn ich Wagner-Opern höre:
"Warum? Warum nur in Gottes Namen und denen aller Heiligen dieser schreckliche Gesang? Ohne diesen wäre es wirklich gut."
(Weshalb ich von Wagner generell nur noch Ouvertüren höre.) Und dafür zähle ich mich gerne zu den Ungebildeten. Mark Twain - ich liebe Sie!

Die perfekte Beinwippe und Eidotter als Gabe für die Götter

Bei einer Turnstunde, die von einer Frau geleitet wird. Sie beschäftigt sich zuerst mit jemandem einige Meter vor mir und möchte, daß er eine Weile die gestreckten Beine vom Boden abhebt. Allerdings soll dies nicht zur Körperertüchtigung dienen, sondern ist eine Art Test, durch welchen sie sich nicht nur ein Bild von den körperlichen Fähigkeiten, sondern sogar von der gesamten Persönlichkeit eines Menschen machen kann. Jetzt kommt sie zu mir und stellt mir die gleiche Aufgabe. Ich strecke meine Beine durch, lehne mich zurück (ist es nicht ein bißchen zu weit zurück?) und hebe sie an. Ruhig und gerade schweben sie über dem Fußboden, während die Frau prüfend ihre Handflächen ein Stückchen darüber hält. So geht das mehrere Minuten, die Beine darf ich erst wieder herunternehmen, wenn sie es sagt. Trotzdem habe ich keine Probleme, es geht völlig leicht, ich könnte noch Stunden so sitzen. Die Frau scheint ziemlich angetan vom Ergebnis des Tests. Sichtlich bewundernd sagt sie wie zu sich selbst: "Daß Sie Ihre Beine so ruhig halten können!". Sowas hat sie anscheinend noch nicht gesehen. Nun werde ich neugierig und frage, ob das etwas zu bedeuten hat. Denn schließlich kann sie aus dem Ergebnis ja eine allgemeine Einschätzung der gesamten Person ableiten. Doch sie wird jetzt ausweichend und behauptet, wenig überzeugend, daß dies nichts zu bedeuten hätte. Na gut, anscheinend will sie mir ihre Schlußfolgerungen nicht mitteilen. Auch gut. Ich bekomme jetzt ein Handygespräch von ihr mit, in welchem sie irgendwo anruft und fragt, ob es reicht, wenn sie gegen sieben oder acht Uhr kommt. Sie gehört einem Streiftrupp an, der nachts gewisse Wege abgeht, um die Sicherheit dort zu erhöhen, da an diesen Plätzen ein Verbrecher ein Unwesen treibt. Dann wendet sie sich einer Küchenanrichte zu, um dort einen Kräuterquark zuzubereiten. Dazu öffnet sie eine Tupper-Schüssel mit hartgekochten Eidottern und gibt einige Löffel davon in den Quark. Dies macht sie jedoch nicht zur Geschmacksverfeinerung, sondern, wie ich ihren gemurmelten Worten entnehme, ist das eine Art rituelles Opfer. Indem man einige Löffel hartgekochte Eidotter in den Quark gibt, werden launische Geistwesen und Götter friedlich gestimmt.

Bemerkung: Sollte das schon die Traumvorbereitung auf die Krankengymnastik sein? Ich fürchte allerdings, daß diese Übung im Traum nicht viel Wirkung auf die Bauchmuskeln hat. Wenn ich die real mache, halte ich nur wenige Sekunden durch.

Der Abgrund

Der Abgrund

Der Sinn ist immer strömend.
Aber er läuft in seinem Wirken doch nie über.
Ein Abgrund ist er, wie der Ahn aller Dinge.
Er mildert ihre Schärfe.
Er löst ihre Wirrsale.
Er mäßigt ihren Glanz.

(Lao Tse)

Bücherliste

Der Bücher-Kanon bei Elsa ist ja ganz nett, aber ich mache lieber meinen eigenen. Alle Bücher sind GARANTIERT gelesen, allerdings denke ich, daß man mindestens die Hälfte davon nicht wirklich gelesen haben muß:

1. ALLES (Gesammelte Werke) von Theodor Storm
2. Die Liebe in den Zeiten der Cholera - Marquez
3. Hundert Jahre Einsamkeit - Marquez
4. Chronik eines angekündigten Todes - Marquez
5. Der scharlachrote Buchstabe - Hawthorne
6. Rot und Schwarz - Stendhal
7. Ilias - Homer
8. Die Edda
9. Die Bibel
10. Candide - Voltaire
11. Notre-Dame von Paris - Victor Hugo
12. Der Tod in Venedig - Thomas Mann
13. Frühe Nächte - Norman Mailer
14. Der englische Patient - Michael Ondaatje
15. Der Steppenwolf - Hesse
16. Der schwarze Mönch - Tschechow
17. Dracula - Bram Stoker
18. Faust I+II - Goethe
19. Hunger - Hamsun
20. Hamlet / Romeo und Julia von Shakespeare
21. Der Tag zieht den Jahrhundertweg - Aitmatow
22. Doktor Glas - Söderberg
23. Das Gespenst von Canterville - Wilde
24. Antigone - Sophokles
25. Murphy - Beckett
26. Nathan der Weise - Lessing
27. Märchen und Erzählungen von E.T.A. Hoffmann
28. Sämtliche Kurzgeschichten von Poe
29. Glück und Unglück der berühmten Moll Flanders - Defoe
30. Die Schatzinsel - Stevenson
31. Robinson Crusoe - Defoe
32. Gullivers Reisen - Swift
33. Fünf Wochen im Ballon / 20.000 Meilen unter dem Meer / Die Kinder des Kapitän Grant / Reise zum Mittelpunkt der Erde / Reise zum Mond und diverses von Verne
34. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit - Proust
35. Ulysses - Joyce
36. Lady Chatterley - Lawrence (heimlich)
37. Fleisch - Erler
38. Die Sturmhöhe - Bronte
39. Illuminatus - Shea/Wilson
40. Per Anhalter durch die Galaxis - Adams
41. Das Totenschiff - Traven
42. Der Zentaur im Garten - Scliar
43. Daisy Miller und andere Erzählungen von Henry James
44. Also sprach Zarathustra - Nietzsche
45. Marnie - Graham
46. Die Herren der Insel - Conroy
47. Sämtliche James Bond-Romane von Ian Fleming
48. Sakrileg und Illuminati - Brown
49. Die Geisha - Golden
50. Jenseits von Afrika - Blixen
51. Medea und Kassandra von Christa Wolf
52. Das Parfum - Süskind
53. Tao Te King
54. Vom Winde verweht - Mitchell
55. Rebecca - Daphne du Maurier
56. Die Abenteuer des Sherlock Holmes - Doyle
57. Die Säulen der Erde - Follett
58. Der Gefangene - Grisham
59. Die Apokryphen
60. Der grüne Delphin - Goudge
61. Mozart auf der Reise nach Prag und Erzählungen von Mörike
62. Harry Potter (zwei oder drei der Bücher)
63. Die Zeitmaschine - Wells
64. Der Mondstein - Collins
65. Der Graf von Monte Christo - Dumas
66. Madame Bovary - Flaubert
67. Mein Weg aus dem Dunkel - Helen Keller
68. Geheimlehre I+II - Blavatsky
69. Götzendämmerung - Nietzsche
70. Tagebücher und Erzählungen - Kafka
71. Das Tibetische Totenbuch
72. Das Ägyptische Totenbuch
73. Winnetou, Shurehand und diverses von Karl May
74. Sofies Welt - Gaarder
75. Der Alchimist - Coelho
76. Schlafes Bruder - Schneider
77. Der Name der Rose - Eco
78. Der Liebhaber - Duras
79. Wem die Stunde schlägt - Hemingway
80. Die Abenteuer des Werner Holt - Noll
81. Ganz unten - Wallraff
82. Die Prophezeiungen von Celestine - Redfield
83. Kabale und Liebe - Schiller
84. Effi Briest - Fontane
85. Geh wohin dein Herz dich trägt - Tamaro
86. Das Bildnis des Dorian Gray - Wilde
87. Rheingold / Wodans Fluch von Grundy
88. Friedhof der Kuscheltiere / Carrie von King
89. Kleider machen Leute und anderes von Keller
90. Die Chronik der Sperlingsgasse - Raabe
91. Briefe von Rilke
92. Der Golem - Meyrink
93. Die Regulatoren in Arkansas - Gerstäcker
94. Streif- und Jagdzüge durch die Vereinigten Staaten Nordamerikas - Gerstäcker
95. Die Abenteuer Tom Saywers / Querkopf Wilson von Twain
96. Erzählungen von Björnstjerne Björnson
97. Schloß Gripsholm / Rheinsberg von Tucholsky
98. Und morgen war Krieg / Im Morgengrauen ist es noch still von Wassiljew
99. Das siebte Kreuz - Seghers
100. aber eigentlich lese ich ja mehr Sachbücher...

38

ist wirklich ein merkwürdiges Alter. Früher hieß es immer nur: dafür bist du noch zu jung, dann wird man 38 und bildet sich ein, endlich alt genug zu sein und was bekommt man zu hören? Dafür bist du zu alt - oder wahlweise je nach Situation weiterhin "Dafür sind Sie noch zu jung!" Mit anderen Worten, sobald man älter wird, ist man doppelt angeschmiert, weil man stets für irgendwas entweder zu jung oder zu alt ist.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Das Tor, durch das alle Wunder treten

Das Tor, durch das alle Wunder treten

Der Sinn, der sich aussprechen läßt,
ist nicht der ewige Sinn.
Der Name, der sich nennen läßt,
ist nicht der ewige Name.
"Nichtsein" nenne ich den Anfang von Himmel und Erde.
"Sein" nenne ich die Mutter der Einzelwesen.
Darum führt die Richtung auf das Nichtsein
zum Schauen des wunderbaren Wesens,
die Richtung auf das Sein
zum Schauen der räumlichen Begrenztheiten.
Beides ist eins dem Ursprung nach
und nur verschieden durch den Namen.
In seiner Einheit heißt es das Geheimnis.
Des Geheimnisses noch tieferes Geheimnis
ist das Tor, durch das alle Wunder hervortreten.

(Lao Tse)

Mittwoch, 1. Oktober 2008

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analog ISO 400, Scan mit Farbentwicklung

Heirate mich!



Sie zicken mit Mars-Pluto!

Dienstag, 30. September 2008

Tabak

Tabak

Analog ISO 400 mit Doppelbelichtung und "Filmriss"

Wichtiger als nichts

Wichtiger als nichts

Herbstnachmittag analog

Herbstnachmittag analog

Delta professional ISO 400

Montag, 29. September 2008

Herbstnachmittag

Herbstnachmittag

Your just a number...



Ich glaube, diesem Song verdanke ich mein Überleben.

Sonntag, 28. September 2008

...

...

Samstag, 27. September 2008

Fundstück

Herbst

Ich leiste Abbitte.

Ok, Die ersten 120 Seiten von "Der Frosch mit der Maske" waren blaß, unverständlich und extrem einschläfernd, dafür wurde es ab ca. Seite 170 von ca. 270 Seiten um so furioser und überraschender, sozusagen eine Wandlung von Valium zu Amphetamin, wenn auch etwas unlogisch. Aber wen interessiert schon Logik in einem Kriminalroman. Jedenfalls läßt mich das für die weiteren vier Romane und 700 Seiten hoffen.
development