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Dienstag, 28. September 2010

To have and to hold

Die hochansteckende Geldkrankheit

Vermutlich wirkt nicht nur mein Heuschnupfen seuchenartig ansteckend, besser gesagt übertragbar (denn ich selbst niese ja nicht, sondern nur die anderen um mich herum, und das immer mehr und immer häufiger - die Kollegin im Nebenzimmer hat heute gar nicht mehr aufgehört zu niesen). Ansteckend muß auch mein diesjähriger Geldsegenstern sein, welcher an dem Symptom erkennbar ist, daß mich ständig irgendwelche Leute mit der Frage belästigen, wohin sie mir Geld überweisen sollen. Doch ist es hier eher eine Art Ausweitung der Reichweite, die meine Umgebung infiziert. Dauernd bekommen Klienten von mir riesige Geldnachzahlungen oder haben plötzlich zehntausend Euro auf dem Konto, die ich dann unter Berücksichtigung der Freigrenzen als Ersatz für die gewährten Leistungen fordern muß. Natürlich nicht für mich, sondern für meinen Arbeitgeber, der so ebenfalls von meinem Geldstern profitiert. Auch Herrn N. ist das bereits aufgefallen. Er fragt schon immer, wieviel es jetzt wieder ist. Heute habe ich zum Beispiel neuntausend Euro eingenommen. Wenn das so weiter geht, saniert Berlin mit mir noch seinen gesamten Haushalt. Und das Beste ist - anscheinend wirkt sich dies indirekt erneut auf mich aus, denn jetzt werden plötzlich Beförderungen in Aussicht gestellt, etwas, das ich bisher nur vom Hörensagen kannte. Aber stopp, bevor nun alle zu meinem Haus pilgern: Das Berühren der Figüren kostet Fünf Euro pro Nase und ich übernehme keine Verantwortung für etwaige Unfälle, bei denen statt der Geldkrankheit die Rückenpest oder der Heuschnupfen übertragen werden.

Montag, 27. September 2010

vergelesen

"die Maus auf dem Käse"

statt

"der Mann auf der Karte"

Der Wind steht günstig

und weht aus der Richtung Streuselschnecke by Backkombinat. Zumindest riecht er so, wenn man an der Bushaltestelle steht, was die Wartezeit ungemein verkürzt und Wahnsinnshunger macht. Die Packung Pfannkuchen aus der Tiefkühltruhe, noch vom letzten Dezember, kann da nicht wirklich mithalten. Nicht auszudenken, man würde in der Nähe des warmen Streuselschneckenwindes wohnen und den ständig um sich haben. Ab heute bin ich "alleinstehend", denn Herr N. hat mehr als zwei Wochen Urlaub. Ich hatte ihm ja versprochen, seine Akten umzuhängen und neu zu sortieren, am besten nach den Vornamen. Seinen Schreibtisch könnte ich auch ein bißchen in Unordnung bringen, aber das wird er allein bei den täglichen Massen von Post und Akten. Und beim Sport brauchten wir heute tatsächlich nur den linken Fuß kreisen, was mir sehr gelegen kam. Der rechte hat diesmal einen geschwollenen Knubbel am Gelenk, dafür aber immerhin keine neuen Blutergüsse. Auf dem Rückweg habe ich beschlossen, das mit dem Duschen für die nächsten Tage erst einmal sein zu lassen, so lange ich bei jedem Schritt auf die Straße tropfend nach Hause komme. Scheinbar macht der Oktober in diesem Jahr Urlaub und der November hat sich schon angemeldet.

Sonntag, 26. September 2010

Ich kann mir

für einen Sonntagnachmittag nichts Schöneres vorstellen, als mich bei der Herumtragerei von Umzugstaschen bis auf die Haut durchnässen zu lassen. Da ich sowieso bereits tropfte, verzichtete ich, mit dem Bus zu fahren und lief nach Hause. Meinen Rücken kann ich kaum noch bewegen, mein Fuß tut schon wieder weh, warum auch immer, und ich fühle mich wie ein Eisblock. Wenigstens haben sich die anderen Unannehmlichkeiten inzwischen verzogen. Glück ist, wenn sich alles hübsch der Reihe nach einstellt. Nicht auszudenken, ich würde alles gleichzeitig kriegen! Gastritis und Schmerztabletten machen sich zusammen besonders erfolgreich. Und ich frage mich, ob meine Bemühungen um gesunde Lebensweise und Ernährung, die ich zumindest im Urlaub und während des Hamburger Modells ganz gut durchgehalten habe, einfach für die Katz sind, oder ob ich den Ernst der Lage verkenne, weil ohne das alles noch schlimmer gekommen wäre.
Aber nichtsdestotrotz hat dieses kräfte- und nervenzehrende Jahr durchaus auch positive Seiten. Wenn man nämlich die einzigen Ereignisse nur noch Krankheiten sind, man ständig gezwungenermaßen um die eigenen Probleme kreist, einen einzig interessiert, wie man den nächsten Tag übersteht, und dabei nicht gerade vor Lebensfreude überschäumt, sondern sich irgendwann vor lauter vergeblicher Anstrengung, sich nichts anmerken zu lassen, und Schwarzseherei selbst nicht mehr leiden kann, von Zukunftsängsten geplagt wird und aus entsprechenden Erfahrungen heraus noch mißtrauischer wird als sonst und selbst an den Menschen zweifelt, denen man eigentlich vertrauen sollte, dann, ja dann, stellt sich ziemlich bald heraus, wer die wahren Freunde sind. Und das sind nicht unbedingt die, mit der höchsten Betroffenheitsskala, sondern manchmal nur die, mit der größten Geduld. Aber eines steht fest: Noch so ein Jahr überstehe ich nicht. Das nächste Jahr muß einfach besser werden. Und dann werde ich wieder da sein, stärker als je zuvor, wenn niemand mehr mit mir gerechnet hat. Oder aber, das alles bleibt nur ein Traum. 999.995 von 1.000.000 nehmen ihren Vorsatz "Euch werde ich es noch zeigen!" mit ins Grab.

Physiotherapie in Los Angeles

Auch in dieser Nacht wieder gereist, diesmal jedoch von Physiotherapie zu Physiotherapie. Zuerst hatte ich nur einen Physiotherapietermin, dann hieß es irgendwann, ich solle in eine Physiotherapie-Wohngemeinschaft ziehen. Ich landete in einer großen Halle, in der die Patienten wie auf dem Fließband abgefertigt wurden. Eine Liege neben der anderen. Und es war so viel Betrieb durch die vielen Patienten und Physiotherapeuten, daß ich meine Physiotherapeutin, ziemlich jung mit langen dunklen Haaren, nie verstand, wenn sie mir etwas sagte. Das ist ja wie bei mir auf der Arbeit, dachte ich, während ich auf der Liege lag und sie weiter auf ihre Uhr zeigte. Schließlich verrstand ich. Drei Minuten, sagte sie. Doch was will sie mir damit sagen? Doch wohl nicht, daß die Behandlung nur drei Minuten dauert? Das kann ja eigentlich nicht möglich sein. In der nächsten Physiotherapie war man gerade sehr aufgeregt, weil es irgendwelche neuen Bestimmungen darüber gab, wer behandelt werden dürfe, weshalb ich lange nicht an die Reihe kam, sondern lebhaft diskutiert wurde. Dafür gab es eine Art Kantine, in der bereits einige Leute bei Kaffee und Kuchen saßen. Ich setzte mich dazu und fand es recht gemütlich, aber irgendwann war ich auf dem Weg zur nächsten Physiotherapie. Hier sah ich eine Patienin, die herausgeführt wurde und um die Beine irgendeinen Schutz hatte, der dem Schutz von Cowboys ähnelte. Er war mit Sicherheitsnadeln am Slip befestigt, vielleicht, damit man ihre Beine nicht sieht. Schließlich stand ich vor einer Physiotherapie in Los Angeles, traute mich aber nicht hinein, weil man mir gesagt hatte, daß hier die Stars hingehen. Stattdessen spähte ich nur neugierig über den Zaun und in die Fenster. Alles war sehr elegant mit weißen Wänden und dunklem Holz eingerichtet, allerdings nicht sehr groß, sondern wirkte fast etwas beengt. Es gab ein kleines Cafe und eine Art Bühne mit schräg abfallenden Zuschauersitzen, von denen jeder einzelne einen durchsichtigen Vorhang zum Schutz gegen einfallende Sonnenstrahlen besaß. Ab und zu ging jemand hinein oder wieder hinaus, aber niemand, den ich erkannte. Insgesamt ging alles recht ruhig zu. Nachdem ich nun genug gesehen hatte, stand ich auf einem riesigen Platz, der an den um die Dresdner Frauenkirche erinnerte. Es begann zu regnen und ich wußte nicht wohin ich gehen sollte, sondern irrte ziellos umher.

Samstag, 25. September 2010

Die milchige Eiswürfelstraße

Vor einem kleinen Park inmitten unseres Bezirkes, an welchem ich in meiner Kindheit öfter vorübergekommen bin. Mir fällt auf, daß ein Weg durch den Park geradewegs in die Ferne führt, der nur mit Eiswürfeln gepflastert ist, die wie Kieselsteine abgerundet wurden. Ich untersuche ihn genauer und stelle fest, daß man die Eiswürfel einzeln aus dem Weg herausnehmen kann. Und ich entdecke überraschend am fernen Horizont das Meer, welches einigermaßen bewegt zu sein scheint, denn selbst von hier aus sind größere Wogen auszumachen. Mein Herz beginnt sofort höher zu schlagen und ich sage zu meiner Begleitung: "Laß uns diesen Weg hinunter bis zum Meer laufen!", befürchte aber, daß der Weg ihr vielleicht zu beschwerlich und lang ist.

Auf Reisen. Von einem schnellfahrenden Zug aus versuche ich Fotos durch die Fenster hindurch zu machen. Erstaunlicherweise gelingt das auch, denn immer, wenn ich ein Motiv fokussiere, scheint der Zug langsamer zu fahren oder sogar stillzustehen. So fotografiere ich gespenstisch weiß leuchtende Baumkronen eines Waldes und altertümliche Häuser mit hohen, kunstvollen Giebeln. Schließlich nehme ich einen historischen Hof mit einer Kutsche ins Visier. Das diesmal längere und genauere Fokussieren hat zur Folge, daß ich direkt in den Hof hineinversetzt werde. Ich fokussiere weiterhin, während eine Gemüsehändlerin in der Nähe mir einige Worte zuruft.

Hm,

im Lexikon für Früchte und Gemüse lese ich gerade, daß sich in Granatäpfeln das größte bekannte Vorkommen an natürlichen Östrogenen befindet. Soll ich die jetzt trotzdem essen? Nicht daß mir noch Brüste wachsen...

Freitag, 24. September 2010

...

Schweigsam am Himmel
trotten die Schäfchen,
spätgestreifte Wespen
knuspern am Häuschen,
die sterbende Sonnglut
wirft sich verschwenderisch
in winterwachsende Schatten.

Donnerstag, 23. September 2010

Ich weiß zwar,

daß ich Vierzig bin, daß ich damit aber schon zu den Senioren zähle, war mir neu. Doch auf einem Aushang las ich heute: "Neu! Senioren-Selbstverteidigung. Für alle ab 35."
Außerdem fand ich im Internet das Expose einer irren Wohnung gleich in meiner Nähe: Zwar nur zwei Zimmer, aber alles riesig. Bad riesig, Küche riesig, die Zimmer mit Stuckraumteilern und Stucksäulen, schöne, ruhige Lage. Und für 145 qm finde ich die Miete sogar sehr günstig. Doch in 145 qm alleine verlaufe ich mich sicher, und überhaupt, schon bei nur 48 qm geht dauernd der Urlaub für das Sauberhalten drauf. Derselbe Immobilien-Anbieter hat auch schnuckelige Wohnungen jeder Größe in denkmalgeschützen Backsteinvierteln in Potsdam. Aber so lange ich noch arbeiten muß, ist Potsdam ein bißchen weit.

Traumsplitter

Im Traum bin ich mit A. zusammen. Nach einem opulenten und ausgiebigen Frühstück chillen wir zufrieden, glücklich und faul in einem loftartigen Raum. Während ich auf einem Sofa oder Bett liege, sitzt er daneben, betrachtet mich mit aufgestützten Armen und macht freche Bemerkungen. Dafür packe ich ihn an der Nase und drehe sie herum, so daß er lachend "Aua!" ruft. Jetzt betreten einige Verwandte den Raum, machen einige fröhliche Sprüche über das "junge Paar" und beginnen die große rechteckige, mit einem weißen Tischtuch bedeckte Tafel abzuräumen. Auf ihr liegen wild durcheinander und zu einem kleinen Hügel aufgetürmt anscheinend die Reste unseres Frühstücks aber auch noch sehr viel mehr Dinge. Wir bequemen uns dazu, denn schließlich können wir die anderen ja nicht alleine aufräumen lassen.

Mittwoch, 22. September 2010

Dresden zu Land, zu Wasser und zur Luft - Teil 4

Auf dem Plan stand der Zwinger. Wenn man diesen vollständig mit allen Ausstellungen besichtigen will, braucht man bestimmt einen ganzen Tag. Da wir so viel Zeit nicht hatten, mußte eine Ausstellung reichen und wir entschieden uns für die Alten Meister mit der Sonderausstellung zum Frühwerk Vermeers. Am interessantesten fand ich den Raum, in welchem das Bild "Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster" zusammen mit einer Unmenge von Kopien und Nachempfindungen dieses Bildes gezeigt wurde. Es gab natürlich auch ein Wiedersehen mit der Sixtinischen Madonna, deren Engel meine Eintrittskarte zierten. Aber mein Lieblingsbild dieses Rundgangs ist "Frühstück mit Brombeerpastate" von Heda. Eigentlich auf den ersten Blick kein spektakuläres Werk, doch die wirklich gekonnt fast fotorealistische Darstellung macht mich atemlos. Nun weiß ich, daß fotografisch realistische Darstellungen unter Malern und bildenden Künstlern eher verpönt ist. Schließlich habe ich in Kindheit und Jugend viel mit bildenden Künstlern zu tun gehabt und selbst gemalt. Man legt zumindest heutzutage viel Wert auf persönliche Ausdruckskraft. Früher, als es noch keine Fotografie gab, war das etwas anders. Wenn man sich dagegen heute für solche Kunstwerke begeistert, wird einem gerne ein guter Kunstgeschmack abgesprochen. Doch bei mir ist es so, daß ich einfach auch immer das wirkliche handwerkliche Können dahinter sehe, das, wie ich finde, sehr viel rarer gesät ist als persönliche Kreativität, und es ist genau dieses Können, welches in mir Ehrfurcht auslöst. Wahrscheinlich ist das für mich bei Gemälden wie mit den tausendseitigen, spannenden Romanen. Wenn jemand einen solchen schreibt, der zwar nicht im besonderen Maße künstlerisch wertvoll ist, aber von der ersten bis zur allerletzten Seite eine wirklich fesselnde und berührende Geschichte erzählt, macht mich dieses Können mehr sprachlos, als jemand, der eine zwölfseitige sprachlich und stilistisch spektakuläre Kurzgeschichte schreibt. Faszinierend an diesem Können ist gerade, daß es sich in eigenartiger Bescheidenheit trotz vollendeter Perfektion hinter der zu erzählenden Geschichte oder aber der abzubildenden Szenerie versteckt, sich zurücknimmt, und damit selbst eine Art von Ehrfurcht gegenüber dem ausstrahlt, was sich hier in wesenseigener Reinheit zur Weitergabe darbietet.

Nach der Gemäldegalerie besuchten wir das Nymphenbad, ein magischer Ort (besonders wenn man alleine dort ist, was aber heute wahrscheinlich nicht mehr allzu oft möglich ist), der in luftiger Höhe von Unmengen an pausbäckigen, wenig bekleideten Nymphen und Nymphchen belebt wird, welche in ewiger Verspieltheit und Leichtigkeit sich über die Stadt unter ihnen zu amüsieren scheinen.

Und es stand eine Führung durch die Semperoper auf dem Programm. Wenn bis hierher mein Rücken relativ brav war, wurde es jetzt kritisch, zumal gerade das langsame Gehen zum Beispiel durch die Gemäldegalerie, besonders anstrengend ist. Unglücklicherweise bestand außer uns die gesamte Gruppe aus Reisenden der Studiosus-Reisen, im Schnitt zwischen 65 und 85 Jahren alt. Es gab zwar auf den Fluren einzelne Sitzplätze, allerdings traute ich mich nicht, mich hinzusetzen, weil unsere Vortragende, immer wenn sie von der Jugend sprach, zu mir herüber schaute, und ich mir dachte, wenn ich mich jetzt setze, hagelt es bestimmt böse Blicke oder aber Sprüche über die verweichlichte, bzw. egoistische Jugend. Zum Glück fand die zweite Hälfte der Führung im Zuschauerraum statt, wo nun alle einen Platz fanden. Als Essenz der Führung habe ich mitgenommen, daß so gut wie alles an der Semperoper falsch ist, also sozusagen eine riesige Bühnenkulisse, was aber niemanden stört, und daß man in das Gießwasser von Hortensien Alaun tun soll, damit sie blau blühen. Es gab noch einen Bummel über die Brücke zum Goldenen Reiter und über den umwerfend großen Töpfermarkt, dann hieß es auch schon Abschied nehmen von Dresden. Die Zeit war wie im Fluge vergangen.

Dresden Souvenirs

Jan Vermeer van Delft - Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster

Willem Claesz Heda - Ein Frühstückstisch mit einer Brombeerpastete

Keuchhusten und Ambrosia

Eine Kollegin versetzte uns die letzten Tage in Panik, während sie mit Schniefnase und kaum noch vorhandener Stimme Akten und Schriftstücke verteilte. Ich hätte am liebsten jedesmal ein Abwehrzeichen gemacht, wenn sie das Zimmer betrat, aber ich möchte ja niemanden diskriminieren. Ich bin mit anderen gesundheitlichen Baustellen genug beschäftigt, eine Erkältung wäre das letzte, das ich noch gebrauchen könnte. Also vermied ich es, die abgelegten Schriftstücke früher als nach drei Stunden zu berühren, frei nach dem Motto, nach drei Stunden haben sich sämtliche Viren und Bakterien auf dem Papier zu Tode gelangweilt. Heute ging nun das Gerücht um, daß sie Keuchhusten hätte, den man wohl auch trotz Impfung bekommen kann. Und Herr N. erzählte mir, daß man in Berlin eine riesige Brache voller Ambrosia gefunden habe, eines der stärksten Allergene überhaupt. Bisher dachte man, diese Pflanze gäbe es nur in Übersee. Ich empfinde es jedoch als riesigen Witz, wenn ich auf der Ambrosia-Webseite lese, daß die Verbreitung der Pflanze unbedingt verhindert und alle auftretenden "Herde" ausgerottet werden sollen. Wenn man so denkt, kann man gleich alles ausrotten, was um uns herum kreucht und fleucht. Stattdessen sollte man lieber mal ehrlich und schonungslos, und nicht nur um gewinnbringende Allergiemedikamente abzusetzen, untersuchen, warum solche Immunstörungen immer mehr zunehmen. An den "bösen" Pflanzen liegt das bestimmt nicht. Bekannt ist zum Beispiel, daß Pollen um so aggressiver werden, wenn sie sich mit vielen Rußpartikeln in der Luft verbinden. Die Pflanzen auszurotten, und das womöglich noch mit chemischen Giftbomben, erscheint da geradezu als ein Schildbürgerstreich. Es wundert mich, daß ich bei meinem Glück von Ambrosia noch nichts gemerkt habe. Überhaupt ist mir aufgefallen, daß ich, seit Herr N. ständig mit einem merkwürdigem Schnupfen herumschnieft, nicht ein einziges Mal mehr geniest habe. Ich glaube fast, sein Heuschnupfen ist meiner, d.h. ich habe ihm meinen Heuschnupfen angehext. Früher mußte er ständig 'Gesundheit!' sagen, jetzt bin ich es. Ich habe angemerkt, dies sei die Rache dafür, daß er immer dumme Bemerkungen gemacht hat, wenn ich dauernd niesen mußte. Und er antwortete, daß er ja schon gar nichts mehr sage. Nun müßte ich nur noch herausfinden, wie ich es mit den Rückenschmerzen genauso mache. Ich wüßte einige Kandidaten, denen ich die gerne mal probehalber anhexen würde. Oder auch länger.

Verleser zur Gesundheitsreform

"zentrales Verbrechen der Koalition"

statt

"zentrales Versprechen der Koalition"

Dienstag, 21. September 2010

Schade,

daß es interessante Software meist nur in Englisch gibt. Deshalb ist meine am häufigsten benutzte Software in Englisch, was eigentlich, nach einiger Einarbeitung, auch ganz gut geht, allerdings bin ich faul und hätte nichts dagegen, wenn es in meiner Muttersprache so etwas ebenfalls gäbe. Da wäre zum Beispiel die Smart Diary Suite, meine Tagebuch-, Befindlichkeits-, Listen-, Organizer-, Kalender-, Notes- und Rezeptezentrale. Ausbaufähig und immer nur fast perfekt, allerdings mit einem großartigen Support, den ich hiermit einmal lobend erwähnen möchte, denn so etwas ist heute nicht mehr selbstverständlich. Auch wenn ich im Forum mit schlechtestem Denglisch meine Vorschläge, Wünsche oder Schwierigkeiten darlege, bekomme ich immer und das sehr schnell, Antwort oder Hilfe vom Entwickler. Die Software wird mit viel Enthusiasmus unter Einbeziehung der Nutzermeinungen- und -vorschläge weiterentwickelt, was nicht unbedingt jeder Software zur Vorteil gereicht, hier konnte ich bisher allerdings tatsächlich nur Verbesserungen feststellen. Dann die Traumsoftware Alchera, die es so mit ihren Funktionen nicht ein zweites Mal gibt, die aber leider anscheinend nicht weiterentwickelt wird. Zum Support kann ich nichts sagen, da ich ihn bisher über alle Plattformen von WinMe bis Win 7 nicht benötigte, was ja auf andere Art ein Qualitätsmerkmal darstellt. Und nun habe ich eine weitere Software gefunden, die es mir angetan hat, nämlich Visual-Tarot. Ich dachte sonst eigentlich: Tarotsoftware? Wozu braucht man sowas? Im Web findet man zehntausende von Seiten, um online Tarot zu legen, wenn es denn online sein muß. So denken anscheinend viele, denn Tarotsoftware findet man nicht sehr häufig und die meisten Versionen sind eher rudimentär. Ein bis zwei Decks, zwei bis drei Legungen, wenig Deutung und mit viel Glück noch eine Speichermöglichkeit. Das alles ohne Konfigurations- oder Ausbaumöglichkeiten. Die Speichermöglichkeit ist einer der Vorteile von Software, denn online kann man Legungen meist nicht speichern und "Handlegungen" habe ich mühsam im Tagebuch notiert. Doch Visual-Tarot kann noch mehr. Es ist möglich, eigene Auslegeformulare anzulegen und abzuspeichern, sehr praktisch, wenn man sich gerne eigene Muster ausdenkt. Deutungen können für jede Karte frei editiert und angelegt werden. Eine unbegrenzte Anzahl an Tarotdecks kann hinzugefügt werden, wobei es im Internet bereits eine große Anzahl davon zum Herunterladen gibt. Und falls man immer noch lieber per Hand auslegt, gibt es die Möglichkeit, auf dem entprechenden Muster die Karten per Hand nachzuvollziehen und abzuspeichern. Möchte man mit auf dem Kopf stehenden Karten arbeiten, gibt es verschiedene Optionen, um die Anzahl zu steuern, und man kann auch nur mit den 22 großen oder den 56 kleinen Arkanen spielen. Und und und...Bei verschiedenen Lizenzpaketen bekommt man die ähnliche Version für Lenormandkarten und Runen gratis mit dazu. Nun interessieren mich Lenormandkarten oder Runen weniger, aber die Software für Lenormand ist für 36 Karten angelegt, also auch für Zigeunerkarten geeignet. Leider können aber keine Kartenkombinationsdeutungen angezeigt werden, die ja bei den Zigeunerkarten recht essentiell sind. Und leider ist die Tarot-Software zwar für hunderte von Tarotsdecks mit 22, 56 oder 78 Karten angelegt, aber nicht für das bisher nur in Englisch erhältliche Minchiate-Deck mit 97 Karten, welches ich gerade erst als Mängelexemplar zum Schnäppchenpreis erstanden habe. Und eher negativ fällt auf, daß es auf der Website weder FAQs noch ein Forum oder ähnlichen Support gibt. Nun ja, man kann nicht alles haben.

Ich gehöre nicht wirklich

zu den großartigen Verschwörungstheoretikern, aber immer mal wieder beschleicht mich das merkwürdige Gefühl, daß die meisten um mich herum in irgendeinem Punkt ein ganz wichtiges, entscheidendes Hintergrundwissen darüber besitzen, wie ein unbekannter Hase läuft, welches ich nicht habe und das sie mir gegenüber unter Androhung der Todesstrafe mit strengster Geheimhaltung behandeln.

Montag, 20. September 2010

Dresden zu Land, zu Wasser und zur Luft - Teil 3

Einer der Reisetage war ganz dem Elbufer vorbehalten. Von mehreren Perspektiven aus durften wir es besichtigen. Tagsüber bei einer "offenen" Stadtrundfahrt und abends bei der Fahrt mit einem historischen Raddampfer. Praktisch an den Bussen der Stadtrundfahrt ist, daß man an den Haltepunkten bei allen interessanten Sehenswürdigkeiten aussteigen und später wieder in einen der nächsten Busse zusteigen kann. Trotzdem mußten wir das Aussteigepensum kürzen und einige Haltepunkte auf den anderen Tag verschieben, weil es sonst zu eng geworden wäre. Nicht so schön an diesen Stadtrundfahrten ist, daß die Busse meist voll sind, und wenn man später zusteigt, kann man das Pech haben, daß es knüppeldicke kommt. Außerdem sind die Scheiben ungeputzt und wenn man doch noch hinten einen Platz ergattert, sieht man durch die Scheiben erst recht nicht viel. Wirklich geeignet sind die Busse eigentlich nur als separates Touristenverkehrsmittel. Durch diese Busscheiben sahen wir also zuerst das Elbufer mit den vielen Villen und entsprechend grau wirkte es. Oben auf den Hängen machten wir Halt bei den kleinen Schlößchen und Bierterrassen. Hier sah alles schon viel farbiger aus und man hat eine fantastische Aussicht auf Dresden. Rechts kann man die Kuppel der Frauenkirche in der Ferne erkennen und links das Blaue Wunder. Die Elbe selbst wirkt relativ harmlos und klein, man kann sich jedenfalls, wenn man die Hochwassermarken sieht, kaum vorstellen, daß dieses dünne Flüßchen tatsächlich in der Lage ist, so hoch zu steigen. Die Schlößchen sind ganz allerliebst, wenn auch nicht so prunkvoll und groß, wie die in Potsdam, und weitläufige Schloßgärten sucht man vergebens. Stattdessen wechseln sich kleine und idyllische terrassenartige Gärtchen mit Weinhängen ab, die man beide über mehr oder weniger versteckte Treppen erklimmen kann. Mich würde interessieren, ob diese Hänge natürlich "gewachsen" sind oder künstlich angelegt wurden, denn die Gegend um sie herum ist so flach, daß die Hänge eher unpassend wirken. Vielleicht hat sich ja ein König gedacht, er bastelt eine Moselufer-Attrappe, um eigenen Wein anbauen zu können?

Nächster Stopp war der sogenannte "schönste Milchladen der Welt", der sich gleich gegenüber einer Hostienbäckerei befindet. Der Laden mit der märchenhaften Fliesenaustattung ist tatsächlich sehr schön, allerdings würde ich ihn wahrscheinlich beim nächsten Dresdenbesuch auslassen, denn dies scheint ein Touristennadelöhr zu sein, wo sie sich gegenseitig auf die Füße treten. Nirgends schienen sie mir so zahlreich wie hier. Das kann aber auch an den beengten Verhältnissen der Straße und des Ladens liegen. Hier kaufte ich mein Dresden-Souvenir, ein Wachswindlicht. Und hier stürmten die Massen so die Busse, daß wir wie die Heringe darin standen und uns teilweise aus den Augen verloren. Deshalb konnten wir nicht an der nächsten Haltestelle aussteigen, sondern mußten die vollen zwei Haltestellen bis zum Ende der Tour mitfahren. Ich dachte, das kann nicht wahr sein, als der Busfahrer, obwohl die Leute dicht an dicht standen, trotzdem noch im Schritttempo an den Sehenswürdigkeiten vorbeifuhr und seinen Text abspulte, während man in den Seilen hing, schwitzte und eigentlich nur so schnell wie möglich wieder raus wollte. Was mich aber besonders verwunderte - die Kathedrale von Dresden wird bei der Stadtrundfahrt weder in den Bussen noch auf der Tourenkarte mit einem Wort erwähnt. Vielleicht ist sie ja in Ungnade gefallen, aber ich empfinde die Kathedrale, neben dem Nymphenbad, als eines der interessantesten und schönsten Bauwerke von Dresden. Das liegt eventuell daran, daß man dort so viel entdecken kann, oder aber der Grund ist, daß sie angeblich eine Widder-Löwe-Entsprechung hat. Überhaupt ist erstaunlich, was sich in Dresden überall auf den Dächern tummelt und was man dort hinauf gehievt hat. Insbesondere die goldglänzenden Gestalten auf jedem Türmchen erscheinen manchmal fast schon ein wenig verspielt albern. Die Kathedrale glänzt nicht golden, ebensowenig die vielen Figuren auf ihrem Dach. Sie wirken eher unansehnlich dunkel, gebrannte Kinder, nehme ich an. Aber gerade deshalb lohnt es sich, zweimal, dreimal, viermal oder auch fünfmal hinzuschauen - man wird jedesmal Neues entdecken, das man vorher übersehen hatte.

Vom Bus ging es wenig später direkt auf den historischen Raddampfer, der allerdings sehr wenig historisch aussah. Wir konnten ein gemütliches Tischchen auf dem Sonnendeck besetzen und ließen im schönsten Abendsonnenschein noch einmal das Elbufer an uns vorübergleiten. Auf dem Dampfer bemerkt man sofort die starke Strömung der Elbe, denn selbst wenn das Schiff noch gar nicht fährt, hat man bereits das Gefühl, sich zu bewegen, was alleine an dieser Strömung liegt und bei der Spree nicht halb so stark vorhanden ist. Bei der Rückkehr in den Heimathafen durften wir zufällig den Start eines Heißluftballons am anderen Ufer miterleben. Und nachdem anfangs nur einer zu sehen war, kamen bald darauf noch ein zweiter und ein dritter Ballon zum Vorschein, welche die historische Silhouette von Dresden entlang schwebten.

Einkaufstüte

Wachslicht

Palais Ideal du Facteur Cheval

Dort ist es verboten, nichts zu berühren. Dieser Palast, von einem Briefträger erbaut, ist einfach unglaublich. Unbedingt Eingangsvideo auf der Homepage anschauen!

Ich könnte mich ohrfeigen!

Da hab ich doch heute den Sport verschlafen und das ohne jede Abmeldung. Allerdings war ich auch seit 30 Stunden ohne eine Minute Schlaf auf den Beinen. Zum Sport wollte ich trotzdem, also sollte der Wecker seine Pflicht tun, was er sicher auch getan hat, aber ohne mich zu wecken. Die ganze Nacht unbeabsichtigt zum Tag gemacht hatte ich. Nachdem ich vor lauter Streß nicht runterkommen und einschlafen konnte, war es irgendwann gegen 4:00 Uhr morgens. Ich überlegte, ob ich noch eine Schlaftablette einwerfen oder lieber aufstehen soll, und entschied mich für letzteres, da zum Schlafen sowieso nicht mehr viel Zeit war. Hätte ich heute nicht arbeiten müssen, wäre ich bereits eher aufgestanden, da man sich ja dann auch jederzeit wieder hinlegen kann, aber so denkt man sich immer "Ich muß jetzt schlafen!", was natürlich überhaupt nichts ändert. Auf dem Weg zur Arbeit fühlte ich mich noch ganz munter, aber wenn man dann erst einmal im Büro sitzt, hat man arg zu kämpfen, die Augen offen zu halten. Besonders gemerkt habe ich den Schlafentzug daran, daß ich im Computer ständig daneben geklickt habe und mich wunderte, warum sich nichts tut. Außerdem hatte ich öfter Sekundenträume. Ich nenne es nicht Sekundenschlaf, sondern Sekundentraum, weil ich dann tatsächlich für den Bruchteil von Sekunden Bilder oder Situationen einer anderen Welt vor mir sehe. Teilweise ist es so, daß man ständig mit offenen Augen hin- und herswitcht, ohne dabei wirklich zu schlafen. Aber die fieseste Nebenwirkung des Schlafentzugs ist, daß die Zeit so unendlich langsam vergeht. Da versucht man mühsam, sich gerade auf dem Stuhl zu halten, sich auf die Arbeit zu konzentrieren und denkt, es sind mindestens zwanzig Minuten vergangen, aber wenn man dann auf die Uhr schaut, scheint diese auf der Stelle zu stehen. Bin schließlich pünktlich gegangen, um mich unbedingt vor dem Sport wenigstens noch eine Stunde aufs Ohr zu packen, denn anders hätte ich sonst beim Sport kein Bein mehr hochbekommen und der Rest ist Geschichte. Am besten, ich gehe gleich wieder ins Bett, denn ich kann mich selbst nicht mehr leiden.

Sonntag, 19. September 2010

Meine Krankenkasse

lädt mich am 10.10. um 10:10 h zu einem 10 km-Lauf ein, für den ich als Startgebühr nur 10,10 EUR als verbilligte Startgebühr zahlen müßte. Außerdem erhalte ich 500 Punkte für das Bonusprogramm der Krankenkasse. Wenn man 100 000 Punkte gesammelt hat, gewinnt man wahrscheinlich ein Gratis-Fieberthermometer, oder so. Lieber wäre mir ja, wenn ich statt eines Fieberthermometers Antwort auf meine Emails bekommen würde. Ich wundere mich immer, wenn ich das KK-Magazin lese, daß dort ständig Gütesiegel für besten Internet/Service usw. abgedruckt sind. Angeblich soll diese Krankenkasse mit 76 Prozent Zufriedenheit besser als andere Kassen sein. Anscheinend gehöre ich also zu der restlichen 24- Prozent-Minderheit, die über Email gar keine Antworten und über Post nur Antworten mit dem Gütesiegel "Thema verfehlt" bekommt. Aber ich ahne schon, woran das liegt: Ich habe zu wenig Punkte.
Heute war jedoch erst einmal Gewichte stemmen angesagt, denn wir haben die ersten Taschen mit Krempel in die neue Wohnung meiner Mutter getragen. Zum Glück sind es nur ca. 300 Meter bis dorthin. Irgendwie ist es seltsam, wie im zeitlichen Ablauf in Bezug auf meine Eltern alles ineinandergreift, als wäre es so vorbestimmt. Es hört sich pervers an, aber sogar meine Mutter sagt, daß es zumindest für sie auf eine Art eine gute Fügung war, wie alles mit meinem Vater gelaufen ist. Mein Vater kann sich dazu eh nicht mehr äußern. Bereits wenige Tage, nachdem er ins Krankenhaus gekommen war, fing sie an seinen gehorteten Müll aus der Wohnung zu werfen, zu sortieren, zu entsorgen und aufzuräumen. Wir sagten damals zu ihr, sie solle sich jetzt damit nicht zusätzlich belasten und könne sich Zeit lassen, aber sie sagte immer, sie müsse es machen, es sei die beste Gelegenheit, und selbst wenn er (unerwartet) wiederkommen würde, wäre ihr egal, was dann passiert. Über fünf Jahre hinweg haben wir tonnenweise Bücher, Müll, Krempel sortiert, entsorgt oder verteilt, und heute sehe ich selbst, daß es gut so war. Denn um eine Sanierung, bzw. einen Umzug wären sie in diesem oder spätestens im nächsten Jahr nicht herum gekommen und wäre mein Vater noch da, hätte es eine Katastrophe gegeben. Selbst wenn er die Handwerker in die Wohnung gelassen hätten, wären sie bei seinen Kistenbergen nicht einmal in das Zimmer hineingelangt und bei einem plötzlichen Umzug, wenn er sich denn hätte überreden lassen, was ich bezweifle, wäre meine Mutter zusammengebrochen.
Der letzte große Bücherstapel für das Antiquariat ist heute aussortiert worden und ich habe wieder einige Bücher mitgenommen, allerdings liegen dafür jetzt stapelweise Zeitschriften bei mir herum, die ich entsorgen muß, weil im Regal kein Platz mehr ist. Unter den Zugängen die gesammelten Werke und Briefe Mörikes in zwei Bänden, ein dickes Buch über chinesische Medizin, Traum und Traumdeutung von C.G. Jung, Tao des Zufalls und ein Buch mit dem Untertitel "Erfolgreich tagträumen". Nun bin ich ja sozusagen ein Experte im Tagträumen, aber wer weiß, vielleicht kann man es tatsächlich noch zu weiterer Meisterschaft bringen. Immerhin habe ich auch endlich geschafft, die Hängeschränke aus der Küche abzunehmen und zu entsorgen. Die Küche ist seit fünf Jahren Baustelle und eigentlich wäre es schön, wenn ich endlich dieses imaginäre Baustellenschild abnehmen könnte, das Leute daran hindern soll, meine Küche zu betreten und einem gähnenden Loch in der Tapete und Wand gegenüberzustehen. Nachdem der Elektriker durch die Wohnung gefegt war, hatte ich sämtliche Räume renoviert, aber bei der Küche kam erst die Sache mit meinem Vater und dann der Rücken dazwischen, auf den ich mich noch immer nicht wieder verlassen kann. Jedesmal, wenn es besser geht und ich vorhabe, endlich etwas Größeres in Angriff zu nehmen, fängt er an zu streiken. Gerade ist er zum Beispiel sehr ungnädig und deshalb gehe ich jetzt eine Runde schaukeln.
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