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Freitag, 21. April 2006

Erdnussversteck

Ich bin gerade dabei meine Balkonkästen zu entrümpeln und musste dabei direkt in der Blumenerde einige völlig intakte Erdnüsse samt Schale entdecken, welche sich eigentlich einmal im Vogelfutterhaus befanden. Also entweder bin ich auf das geheime Vorratsversteck eines eifrigen Hamstervogels gestoßen, wobei ich gerne wissen würde, ob er die Verstecke jemals wiederfindet, oder aber ich habe in einer umnachteteten Stunde versucht, Erdnussbäume zu züchten. Letzteres glaube ich aber weniger.

Dienstag, 18. April 2006

Der alte Mann und das Weiß

Feierabend. Ich stapfe die schiefgetretenen Treppen des verlassenen Bürogebäudes hinunter und mache mich auf den Weg. Ich weiß noch nicht wohin, doch es geht nicht nach Hause, nein. Wie so oft am Freitagnachmittag juckt es mich in den Fingern, neue Motive mit meiner Kamera aufzunehmen. Die richtige Einstimmung für das Wochenende. Ich spüre die Schwere des Fotoapparates in meiner Manteltasche, meine Hand tastet über das kühle und handliche Gehäuse. Bilder fangen, Leben fangen, es vervielfältigen und beweisen, dass es da gewesen ist. Vorfreude auf neue Entdeckungen erfüllt mich, als ich die mir wohlbekannte, hunderte Male entlanggeeilte Straße, hinunterschlendere. Alles ist wie immer. Alles schon gesehen. Doch ich weiß, irgendwo wartet es auf mich, etwas, das ich noch nicht kenne. Eine neue Situation, eine winzige Veränderung, ein übersehenes Detail.

Ich überquere die Brücke. Kleine graue Eisschollen treiben träge auf dem Wasser. Die gegenüberliegende Seite der Straße erklimmend, befinde ich mich nun auf einem höhergelegten Gehweg, der zur abfallenden Häuserschlucht hin durch ein Geländer gesichert ist. Alles wieder und wieder gesehen, alles schon bekannt. Doch nein, etwas hat sich geändert, ist mir bisher nicht aufgefallen. Etwas hatte ich noch nie vorher wahrgenommen. Was ist das für ein weißes Haus, welches sich dort fast unsichtbar in die bunte Perlenschnur der Mehrgeschosser einreiht? Stand es schon immer dort? Ich bin stehengeblieben und starre aufmerksam hinüber. Je mehr ich es betrachte, um so seltsamer erscheint es mir. Die durchgehend weiße, fast durchscheinende Fassade fasziniert mich, insbesondere die kleinen Vorsprünge, Winkel und Skulpturen, die an ihr zu erkennen sind. Ich gehe näher an das Geländer heran und schaue nach unten, zum Eingang. Was ich jetzt sehe, fesselt mich noch mehr. Um es besser erkennen und vielleicht fotografieren zu können, versuche ich einen vorteilhafteren Platz am Geländer zu finden. Ich streiche durch einige Büsche und steige über rutschiges Geröll, bis ich ein besseres Blickfeld habe. Hier befinde ich mich gegenüber und schaue direkt in den kleinen, offenen, in das Haus eingelassenen und überdachten Vorhof. An sich nichts Besonderes, doch er ist ebenso weiß, wie das gesamte Haus und das Entzückendste ist, dass ebenfalls alles, was sich darin befindet, weiß ist. Da sehe ich weiße steinerne Tulpen auf weißen Regalen stehen, ebenso wie weiße Bücher und verschiedene andere weiße Dinge, die ich nicht erkennen kann. In einer Ecke türmen sich große weiße, steinerne Kugeln, die teilweise noch nicht fertig sind und auf ihre Vollendung warten. Und, zu allem Überfluss, liegt am Boden des Vorhofes ausgebreitet an großer, schneeweißer gehäkelter Teppich mit unzählbar vielen gehäkelten Blüten, Sternen und Schneeflocken, die daraus hervorblitzen.

Ich greife zu meiner Kamera und will gerade ein Foto dieses wundersamen Hauses machen, als ein Mann aus einer Türe in den Vorhof tritt. Auf den ersten Blick sieht er alt aus, denn er hat schlohweißes Haar und trägt eine große Brille, die ausnahmsweise nicht weiß ist. Ich lasse die Kamera sinken. Der Mann macht sich an einem Regal zu schaffen und sieht mich, nach einem kurzen Blick nach hinten, am Geländer stehen. Doch es scheint fast so, als hätte er auf mich gewartet.
„Ein schönes Motiv dieses Haus, nicht wahr? Fotografieren Sie ruhig.“ Seelenruhig macht er sich weiter an dem Regal zu schaffen, völlig unbekümmert darüber, eventuell mit auf dem Foto zu erscheinen. Deshalb setze ich die Kamera erneut an, um den netten alten Herrn mitsamt dem seltsamen Haus aufzunehmen. Aber irgendetwas hält mich davon ab, den Auslöser zu drücken. Es ist die Neugier, eine unbezähmbare Neugier, stärker als der Wunsch, das festzuhalten, was ich sehe. Ermutigt von der einladenden, ruhigen Art des Mannes spreche ich ihn an.
„Wohnt hier ein Bildhauer?“ frage ich.

„Ja“ antwortet er, „hier wohnt ein Bildhauer. Diese Dinge vor dem Haus gehören ihm.“

Mehr will er anscheinend nicht verraten und interessiert schaue ich die Fassade des Hauses hinauf, um zu erraten, hinter welchem Fenster der Bildhauer wohl zu finden ist.

„Hier kommen viele Menschen her, um zu fotografieren. Wie Sie sehen, ist alles in weiß. Er stellt nur weiße Skulpturen her. Das ist für viele wohl ein ungewöhnlicher Anblick.“
Er erzählt gerne. Fast könnte man meinen, er freue sich darüber, mit jemandem sprechen zu können, so wie das bei alten Menschen oft der Fall ist, wenn sie allein leben und nicht oft Besuch haben.

„Wenn hier so viele Menschen fotografieren, warum ist mir dann dieses Haus noch nie aufgefallen?“ hake ich nach.

Er zuckt mit den Schultern. Dann zündet er sich eine Zigarette an und legt sich flach mit dem Rücken auf den schneeweißen Teppich, ebenso weiß wie sein Haar. Versonnen blickt er in die Luft, die Hand mit dem Tabakstummel neben sich gebreitet. Ich fühle, dass er zu einem Plausch bereit ist, obwohl er lange schweigt. Ich weiß ebenfalls nichts zu sagen, doch es ist ein angenehmes Schweigen, ein vertrauliches Schweigen.

Er sieht irgendwie jung aus, wie er da auf diesem Teppich liegt. Jugendlich. Und rebellisch. Vielleicht liegt es an dieser Pose, die man von älteren Herrschaften nicht gewohnt ist, welche meist sogar Schwierigkeiten haben, wieder aus einem Sessel hochzukommen und die sich deshalb stets gesetzt in ihren schmalen Bahnen bewegen. Nun möchte ich viel lieber ihn fotografieren als das Haus. Er ist ebenso wundersam. Vielleicht noch wundersamer.
Ich frage ihn, ob er einverstanden ist. Er nickt und ich nehme mir vor, ihm einen Abzug des Fotos zu schicken. Doch irgendetwas lässt mich erneut zögern, den Auslöser zu drücken. Bevor ich es tun kann, schaut der alte Mann direkt nach oben, in mein Gesicht, schaut sehr ernst, schaut durch seine große Brille, und fragt mich, ob ich noch Zeit hätte. Etwas an der sonderbaren Betonung der Frage irritiert mich, ich bin mir nicht sicher, ob ich sie richtig verstehe. Ich nicke trotzdem und sage: „Ja, bis es dunkel wird. Dann muss ich nach Hause.“

Er wirkt zufrieden und greift nach einem weißen Buch von einem Stapel in seiner Nähe. „Schauen Sie!“ und er streckt mir das Buch entgegen, es öffnend und in den Seiten blätternd, „Schauen Sie, alle Blätter weiß, vollkommen weiß, mhh.“
Ich bin überrascht. Viele weiße Bücher mit leeren weißen Blättern, wie verrückt! Der alte Mann jedoch ist nicht befremdet, sondern geradezu stolz. Behutsam, fast liebevoll, streicht er über die leeren Seiten. Mein Wunsch wird stärker, diese seltsame Szene festzuhalten, diesen seltsamen Mann festzuhalten.

Es beginnt zu schneien unter hinter dem schneeweißen Vorhang aus tanzenden Flocken scheint das Haus zu verschwimmen, mit dem Schnee zu verschmelzen, bis es sich beinahe nur noch schemenhaft erahnen lässt. Ein Schneegespinst, weiß in weiß.
Mich von diesem Anblick losreißend beschließe ich, nun endlich das Haus zu fotografieren. Prüfend schaue ich durch den Sucher. Das Haus ist nicht zu sehen. Also schwenke ich den Sucher langsam nach links und rechts, nach oben und unten, aber so viel ich auch suche, ein weißes Haus will nicht im Sucherfenster erscheinen. Entnervt lasse ich den Fotoapparat sinken. Vor mir erstreckt sich eine Reihe roter und brauner mehrgeschossiger Ziegelhäuser. Doch ein weißes Haus ist nicht dabei. Verwirrt, auch ein wenig erschrocken, lasse ich meine Augen die Straße hinauf- und hinunterwandern. Das kann doch nicht sein! Wo ist das weiße Haus? Träume ich? Atemlos blicke ich mich um, entdecke neben mir einen alten Mann, der mich unverwandt anschaut. Er sieht anders aus als der Mann aus dem wundersamen Haus. Ein schneeweißer, kurzer Backenbart umrahmt sein Gesicht und auf den schneeweißen Haaren trägt er eine schwarze Schiffermütze. Doch seine schalkhaft blitzenden, dunklen und jugendlichen Augen verraten ihn sofort. Ich bin mir sicher, dass er es ist. „Wo ist das Haus? Was ist passiert?“ frage ich verwundert, mich zu ihn hinwendend. Brillenlos und unergründlich lächelt er mich an. „Sehen Sie dieses rote Jugendstil-Haus da drüben?“ Noch immer lächelnd zeigt er mit dem Finger irgendwohin die Straße hinunter. „Wäre das nicht ein schönes Motiv für Sie und Ihre Kamera?“

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Seite 122-233 - Bd. II

Ein außerordentlich vielseitiger Bordellbesuch, nicht nur voller sexueller Ausschweifungen aller Art, sondern auch mit diversen anderen Amüsements, Schlägereien, Wahrsagereien, Rollenspielen, Absurditäten, Skurilitäten und gleich mehreren Geistererscheinungen (wahrscheinlich aufgrund des Alkoholpegels). Endlich weiß ich auch, warum ich immer so müde Füße habe - ich bin ein Donnerstagskind.

Ein Donnerstagskind hat weit zu laufen.(Weissagung Zoes beim Handlesen)

Durch silberstille Sommerluft rollt Bloom, zur Kleiderpuppe verpummelt, zur Mumie vermummelt, rotierend von der Lion's Head Klippe in die purpurnen wartenden Wasser.

Wochenfazit: ...eine neue Ära dämmert herauf. Wahrlich, ich Bloom sage euch, daß sie schon jetzt nahe herbeigekommen ist. Ja, auf das Wort eines Bloom, bald schon werdet ihr einziehen in die goldene Stadt, welche da ist das neue Bloomusalem in der Nova Hibernia der Zukunft.

H.C. Andersen und der Sex

Gestern und heute lief am frühen Vormittag eine zweiteilige Dokumentation über das Leben des Dichters H.C. Andersen, besser gesagt irgendwie hauptsächlich über sein Sexleben, oder noch genauer - sein sexuelles Nichtleben. Dieses scheint man ziemlich genau rekonstruieren zu können, den Andersen schrieb Zeit seines Lebens akribisch Tagebuch, so akribisch, dass er mit Schnörkeln zwischen den Wörtern vermerkte, wenn er sich einen runtergeholt hatte. Allerdings frage ich mich, woher man weiß, dass die Schnörkel diese Bedeutung haben, denn wenn er gewollt hätte, dass man es weiß, hätte er es auch gleich hinschreiben können, ohne das Ereignis zu "verschnörkeln".

Desweiteren erfährt man von den wenigen hoffnungslosen Romanzen, in denen sich der Dichter verstrickte. Da gab es zum Beispiel eine Angebetete, welche ihn eines schönen Weihnachtsfestes sträflich vernachlässigte und sich erst am zweiten Weihnachtsfeiertag Zeit für ihn nahm, um ihm ein Stück Seife mit dem Aussehen eines Käses zu schenken. Ich denke mir dabei, dass seine Angebetete entweder einen ausgeprägten Sinn für Humor hatte oder aber ihm mit diesem Geschenk sehr subtil eine Botschaft vermitteln wollte. Eventuell lautete diese Botschaft "Wenn du dich öfters waschen und nicht mehr wie ein Käse stinken würdest, dann würde ich dich vielleicht doch heiraten." Leider hat der Dichter diese Botschaft anscheinend nicht verstanden, so dass er sich bald darauf mit einem Ballettänzer namens Scharf trösten musste (keine Ahnung, ob der Name auch so geschrieben wird). Möglicherweise hätte sich ja das Zusammenleben von Andersen, welcher der englischen Sprache nur sehr rudimentär mächtig war, und Charles Dickens, der ersteren zu sich nach England eingeladen hatte, sehr viel erfreulicher gestaltet, wenn Dickens ebenfalls die Strategie der subtilen und sprachlosen Botschaften genutzt hätte. Doch statt dem hängte er nach Andersens Abreise nur einen Zettel über dessen Waschstelle auf, in welchem es sinngemäß hieß: "H.C. Andersen wohnte fünf Wochen in diesem Zimmer. Der Familie erschien es wie eine Ewigkeit." und antwortete nie wieder auf Andersens Briefe. Nun sinniere ich gerade darüber, ob es zwischen dem Ort der Platzierung des Zettels, nämlich der Waschstelle, und dem symbolträchtigen Weihnachtsgeschenk irgendeinen verborgenen Zusammenhang gibt.

Jedenfalls sieht man an diesem Beispiel sehr schön was passiert, wenn ein bekannter Schriftsteller und Dichter zu genau Tagebuch führt. Wenn er Glück hat, gehen die Tagebücher verloren, wenn er Pech hat, werden sie detailgenau ausgewertet und mitsamt aller sexuellen und zwischenmenschlichen Katastrophen in ausführlichen Dokumentationen der Nachwelt vorgeführt.

Sonntag, 16. April 2006

Eigentlich....

....eigentlich (ich liebe dieses Wort - ein Bruchteil einer Sekunde und alles guten Vorsätze, die zu fassen allein schon zwei Sekunden länger gedauert hat, sind in Ungnade gefallen), also eigentlich, aber nur eigentlich, hatte ich mir vorgenommen, über Ostern tatsächlich mal eine Pause einzulegen. Doch irgendwie will mir das nicht so recht gelingen. Mit dem Renovieren und Ummöbilieren ist es wie mit einer Lawine, hat man erst mal einen Stein losgetreten, folgen immer mehr nach, bis man total unter ihnen verschütt gegangen ist. Immerhin habe ich mir gestern die Zeit genommen, wieder 50 Seiten des Ulysses zu lesen (der noch längst nicht vergessen ist). Doch heute war erneut Räumen angesagt. Wahrscheinlich würde das sogar viel schneller gehen, wenn ich nicht dauernd was zum Spielen in den Schränken finden würde. Diesmal waren es diese witzigen Tierkarten aus DDR-Produktion, entworfen von Manfred Bofinger, der auch den Alfons Zitterbacke illustriert hat, mit denen man lustige Genmutationen bauen kann, wie z.B. das Katzengiraffenpferd, den Zebrakamelelefanten oder das Papageienhundnashorn.

Bei der Gelegenheit fiel mir auch das witzige Kinderbuch wieder ein, in welchem man Bilder und die dazugehörigen Reime durcheinanderschütteln konnte, wobei dann z.B. sowas rauskam:

Mein Töchterschen hat einen Spatz,
das ist ihr allergrößter Schatz.

Fängt er sich eine kleine Maus,
schimpft er sie sieben Stunden aus.

Und abends kettet man ihn an,
damit ihn keiner stehlen kann.

Freitag, 14. April 2006

Der orangefarbene Koffer

Hatte ich schon mal erwähnt, wie lustig es ist, Schränke um- und auszuräumen? Man entdeckt darin oftmals Dinge, die man noch nie zuvor gesehen hat. Ok, dass ich noch einen alten Spielekoffer aus meiner Kindheit besitze, wusste ich ja. Aber ich habe ihn eben nicht mehr wahrgenommen, obwohl ich ihn jedesmal sah, wenn ich den Schrank öffnete. Erst als ich für all diese Dinge einen neuen Platz finden musste, richtete ich meine bewußte Aufmerksamkeit wieder auf diesen orangefarbenen Koffer. Ich hatte noch eine ferne Ahnung, was sich darin befand, allerdings wirklich außerordentlich fern, da ich als Erwachsener nie mehr in die Verlegenheit gekommen bin, mich zu langweilen und deshalb ein Damespiel herauskramen zu müssen.
Doch was ich fand, als ich den Koffer öffnete, übertraf alles mir Vorstell- und Erinnerbare (Man beachte im übrigen auch das kreative und geordnete Chaos darin!).

Völlig fremd sind mir, außer dieser Magnum-Flasche mit den Magnum-Würfeln, auch die LKW-Frachtbriefe und Führerscheine. Dass ich trotzdem mal mit ihnen gespielt haben muss und sie nicht irgendjemand hineingeschmuggelt hat, beweisen jedoch meine zeichnerischen Kunstwerke, die ich in weiser Voraussicht darauf hinterlassen habe. Und wenn ich nicht rein zufällig jetzt in den Koffer hineingeschaut hätte, wären sie wohl sogar meiner Nachwelt erhalten geblieben, aber nun werden sie bedauerlicherweise für immer verschollen bleiben.

Nachtrag: Falls Interesse an einzigartigen und kunstvollen Porträtzeichnungen besteht, zum Beispiel für einsame Wandnägel über Kaminen, bitte ich, lukrative Angebote an oben angegebene Email-Adresse zu richten.

Montag, 10. April 2006

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Tag 17 - Seite 78-122, Bd.II

Immer mal was neues. So auch diesmal in Form eines surrealen Theaterstücks. Unwillkürlich fragt man sich, ob das vielleicht alles nur ein Traum ist. Vielleicht der Traum, an den sich Bloom schon den ganzen Tag versucht zu erinnern? Aber vielleicht ist Bloom auch einfach nur stockbesoffen und nicht mehr ganz zurechnungsfähig?

Anschließend sandte er mir ein Edelweiß, auf den Höhen gepflückt, wie er sagte, mir zu Ehren. Ich ließ es von einem botanischen Experten untersuchen und wurde dahingehend aufgeklärt, daß es sich um eine auf heimatlichem Bodem gewachsene Kartoffelblüte handele, welche von einem Mistbeet der Musterfarm entwendet worden sei.
Tagesfazit: Vollkommen crazy.

Donnerstag, 6. April 2006

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Tag 16 - Seite 30-77, Bd.II

Gott sei dank! Es ist vollbracht. Ich habe das Kapitel hinter mich gebracht und muss jetzt erstmal meine postnatalen Schwächezustände kurieren.

Aus dem Begleitheft von Ulysses: "Allein für die Episode in der Geburtsklinik brauchte er nach eigenen Angaben etwa tausend Stunden."
Das glaub' ich gerne. Annähernd so lange habe ich wohl auch für das Lesen gebraucht. Ich empfehle ein vorheriges Studium alter Sprachen.

Meine teure Kitty sagte mir erst heute noch, sie würde eher in einer Sündfluth tanzen, als in solch einer Heilsarche zu verhungern, denn, so rief sie mir vor das Gedächtniß (mit piquantem Erröthen und im Flüstertone dicht an meinem Ohr, obschon niemand zugegen war, der ihre Worte hätte aufschnappen können, als nur taumelnde Schmetterlinge), Mutter Natur habe es uns doch, dank göttlicher Gnade, ins Herze gepflanzet und sey es auch ein alltäglich Wort geworden, daß il y a deux choses, für welche die Unschuld unseres Ursprungskleides, unter anderen Umständen ein Verstoß gegen die Schicklichkeit, die passendste, ja die einzig mögliche Bekleidung darstelle.
Tagesfazit: Eine schwere Geburt. Deshalb: Jeder 'ne Molle auf seine Olle!

Freitag, 10. Februar 2006

Ok, da meine Blogfreunde ja Bescheid wissen....

...können sie diese Mail auch ruhig lesen:

Liebe Zucker,

neon muß und möchte seinem lieben onlineschätzchen doch mal wieder etwas mailen; vielleicht versucht er es heute auf die ulyssesmäßige art und sie antwortet sogar; wenn nicht ist das aber auch nicht so schlimm, sie soll ruhig ihre stille freude haben, wenn es denn geht, und irgendwann wird man weitersehen;
neon ist in den letzten tagen mit google earth schon ein paar mal über pankow geflogen, hat zucker aber nirgends entdeckt, auch nicht beim warten
an irgendeiner bushaltestelle; krank scheint sie nicht zu sein, sonst würde sie nicht so viel bloggen; sie ist wohl nur ganz gern auf tauchstation und
wartet auf wunder die hoffentlich kommen, hat damit auch wohl nicht ganz unrecht, denn wunder wird es tatsächlich brauchen, um hier zu einem glücklichen ende zu kommen;
na ja jedenfalls hat neon die frage „mag zucker neon oder mag sie ihn nicht“ noch einmal mit akribischer durchsicht der letztwöchigen beiträge und kommentare gecheckt, ergebnis: das liebe große mädchen hat den herrn neon
doch auch wohl ganz gern, und ihre blogfreunde sehen das auch so, jedenfalls für diese affenscharfe xchen ist der fall sicher klar; na ja ich bin auf diesem sektor schon immer etwas dämlich gewesen; wenn ich mich irre müsste zucker das spätestens jetzt aber klarstellen;
nun erst mal was für die seele:
"Sehnsucht versteckt
sich wie ein Insekt,
im Schlaf merkst du nicht,
dass es dich sticht."
- ich denke sie kennt die lieder alle -
und dann geht es weiter mit dem was mir so einfällt:
dass sie die kommentare abgestellt hat, ist schon ein echt großes opfer, ich weiss wie sehr sie daran hängt, ob sie das wohl lange durchhält?
Austestenwill ich das aber nicht, dafür mag ich sie zu sehr und werde auch noch etwas weiter mailen, vielleicht nicht jeden tag, war ja zB gestern erst ganz spät
zu hause vom verein, aber sie soll ruhig regelmäßig post kriegen, ausser sie will nicht mehr;
dass sie mit ihrer wohnung so weitermacht und diese renoviert finde ich toll und hätte das auch extra im blog kommentiert; ich weiss ja selbst wie das
ist, wenn man viel zu lange in einer „eigentlich“ viel zu kleinen wohnung sitzt und dies noch dazu in einem „eigentlich“ nicht mehr ganz passenden
wohnumfeld; es geht hier rein um die psychische leistung, nicht um das renovieren, es geht um das kluge sichabfinden mit einer nicht ganz glücklichen situation, die auch ihre vorteile hat (ich vermute problemlose nachbarn, putzdienst, sichere energie und heizung, leidlich funktionierender
hausmeister- und reparaturdienst), neon hat das auch mal an einer 40qm wohnung fast 20 jahre festhalten lassen, als neon schon längst eine neue wohnung hatte;
für neon stand nach dem bloglesen immer felsenmäßig fest‚ dass zucker von berlin nie weggehen wird; neon kann sich aber vorstellen, nach seiner pensionierung mal für ein paar jahre nach berlin zu gehen und danach open
end;
neon hat heute nach einigem hin und her eine neue brille bekommen und sieht jetzt etwas besser, ist jedenfalls der erste eindruck;
war heute übrigens ein ganz ruhiger tag und neon konnte mittags lange in seinem kleinen lieblingsrestaurant sitzen und mit der exotischen bedienung quatschen, die fast die ganze zeit kaum was zu tun hatte; irgendwie hatte
heute keiner zu was lust,
außer natürlich zucker zum bloggen; zu welchen zeiten die bloggen kann wird mir immer ein rätsel bleiben, heute zB um 13 uhr, ich glaube fast die macht
das sogar per handy vom klo, denn von der firma soll es doch angeblich nicht gehen, oder sie hatte eben einen freien tag, was ihr auch gegönnt sei;
habe heute mehrmals hintereinander im auto das rammsteinlied „ohne dich“ gespielt, was irgendwie geheimnisvoll und anrührend ist, sie mag rammstein
wohl ganz gern wie ich auch;
irgendwann wird zucker sich schon noch melden und klar machen ob sie hier einen schnellen showdown haben will mit fotos und dem ganzen kram oder diese onlinesache noch lieber länger pflegen will, um auch wenn es nicht gut
ausgeht eine schöne erinnerung zu behalten; wir werden sehen, ich kann diese onlinesache lange aushalten, bin ja sowas wie ein einsamkeitsfanatiker, der kaum eine an sich ran lässt, habe auch keine lust eine neben mir zu
haben die mir abends was von kontoauszügen und vom garten erzählt;
zucker kann man, glaub ich fest, gut neben sich liegen haben, schön im arm halten, ohne dass sie einem blödsinn vorquatscht, denkt in solchen momenten
sicher viel lieber an ihre gedichte und anderen eigenen kram wie ich auch;
wenn sie vor mir stünde, müßte ihr haaransatz mir etwa bis an die nasenspitze reichen, was ich ideal finde;
und feuer hat sie wenns drauf ankommt auch wie damals als ich das von dem zwerg gepostet hatte; na ja wenn sie mir gemailt hätte sie habe wegen des vielen stresses und ihrer unglücklichen lage leider im letzten jahr zehn
kilo zugenommen hätte ich ihr auch gemailt „ich dichte nicht für dampfwalzen“. So hat sie glaub ich nur 2 kilo zugenommen, na wollen wir hoffen nicht jedes jahr.

Liebe gruesse an das liebe grosse mädchen
Dein Uli


Da bildet sich der liebe Herr Neon doch ein, nur weil er kein eigenes Leben hat, den ganzen Tag in meinem Blog herumstöbert, die Fotos von mir archiviert und ein paar Kommentare hinterläßt, auf welche ich höflicherweise antworte, er hätte mit mir eine "Onlinesache", was immer er darunter versteht. Nun hör mal gut zu, ich sage es nur dieses eine Mal: ich bin nicht dein Online-Schätzchen und auch nicht dein kleines oder großes Mädchen. Ich habe kein Interesse daran, dass du mich ständig mit Mails zuspammst und auch in anderer Hinsicht interessierst du mich einen feuchten Dreck. Ich habe was dagegen, dass du meine Quelltexte ausliest und mir per Google hinterherspionierst. Du bist krank! Du nervst! Und deine Mails landen bei mir zukünftig im Spam-Filter.

Diebische Elster

Vor meinem Bürofenster habe ich so ein Meisenfutterteil zu hängen, ein Stück Holz mit Löchern, in welche die Körnermasse gefüllt ist. Es waren auch schon Meisen in diesem Winter da, allerdings ziemlich wenige und selten. Ich vermute, dass sie von den in Massen um das Haus herumscharwenzelnden Elstern vertrieben werden. Heute nun konnte ich beobachten, wie eine Elster auf dem Fensterbrett landete, das Meisenfutterteil entdeckte und versuchte, etwas daraus zu erwischen. Da Elstern sich nicht wie Meisen daran festkrallen können, gestaltete sich das allerdings etwas schwierig. Sie nahm also Anlauf, flatterte hoch und pickte wohl relativ erfolglos mit dem Schnabel darin rum, denn nach zwei bis drei Malen gab sie es wieder auf und flog davon.

Donnerstag, 9. Februar 2006

White Noise

Zuerst mal - der Film ist spannend, ohne Frage. Nur leider zerreibt er sich etwas zwischen zwei, für sich genommen sehr interessanten Themen, die hier aber zu einem nicht wirklich sehr tief gehenden typischen Thriller verarbeitet werden. Da ist zum einen die Geschichte eines Mannes, der sich in völliger Bessenheit zu einer Sache verfängt, welche ihm letztendlich zum Verhängnis wird. Spätestens als sein Sohn das häusliche Treiben ungläubig kommentiert mit in etwa den Worten: Wozu brauchen wir denn so viele Fernseher?, ahnt man das Unheil nahen. Das andere ist das Thema des Hörens, bzw. Sehens von Verstorbenen über Rundfunk-, Fernseh- oder Telefonwellen, etwas was hier ziemlich in Fantasy-Manier abgehandelt wird und dadurch immer auch ein ganz klein wenig unfreiwillig komisch wirkt.

Ich verspürte zwar nicht, so wie bei "Ring", den Drang, den Fernseher nach dem Film auszuschalten, aber trotzdem bin ich ganz froh, dass Verstorbene mit mir nur über Träume kommunizieren, nicht aber mein Handy oder Radio in Beschlag nehmen. Und sollten sie das doch mal versuchen wollen, so würde ich es wohl genauso halten wie die Ex-Frau des Protagonisten, nämlich abschalten.

...

Der Wissende weiß, dass er glauben muß.
(Friedrich Dürrematt)

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Tag 15 - Seite 1-29, Bd.II

Was ist das denn? Altägyptisch gepaart mit Mittelhochdeutsch? In der englischen Ausgabe die altenglische Version zu lesen, wäre wahrscheinlich einfacher. Aber ok, mit viel Phantasie lässt sich gerade noch so entziffern, was der Dichter uns hier sagen will. Vielleicht sollte ich eine direkte schriftliche Übersetzung anstreben, vielleicht aber auch nicht, und die Seiten nach flüchtigem Erfassen des Inhalts einfach überblättern. Aber das, was sich erahnen lässt, scheint doch überaus amüsant, allerdings nur in Kombination mit dieser Sprache. Niederkunft in Form eines Heldenepos.

Und es lagen uf diser tavel gar furhtbaere swerter und messer die da gemacht werden in ein groz hoel von boezer geister hant und werden gemacht us wize flamen und bevestiget in dem gehürne von bueffelen unde hirschen so aldort leben in wunderbaer vuelle. Und waren schuezzelen da und geschirre und waren gemacht durch den zawber Mahounds us mers sant und us luft von eim hecsemeister mit sin odem welchen er in sie eineschnobt daz sie werden als wie groze blazen.
Tagesfazit: der Walhalla nahe

Dienstag, 7. Februar 2006

...

Heute rief mein Kumpel an. Erst hielt er mir 15 Minuten lang einen wissenswerten Vortrag über Glasfaserkabel, weil ich unvorsichtigerweise in Zusammenhang mit seiner Arbeit die Bemerkung machte, dass ich den Begriff zwar kenne, aber nicht wirklich weiß, was das ist. Leider hatte ich dabei vergessen, dass er Fachmann ist. Ich gebe zu, dass ich nur die ersten 5 Minuten zugehört habe. Danach erzählte er mir, dass es "unsere" Diskothek, welche wir vielleicht einmal im Jahr besucht haben, nicht mehr gibt. Das ist etwas, dass mich ziemlich ankotzt, denn auch, wenn wir inzwischen stark gealtert und wohl deshalb nur noch selten auf der Piste zu finden sind, hatte man doch für etwaige Übermutsanfälle einen Zufluchtsort. Aber kaum hat man mal ein Lokal gefunden, in dem man sich nicht wie beim Kinderschubsen fühlt und die Musik stimmt, ist es auch schon wieder weg. Außerdem erzählte er mir, dass man Fliesen nicht nur an die Wand kleben kann, sondern auch auf eine, an einen Lattenrost befestigte leichte Wand, wo man dann nur den Lattenrost an der Wand befestigt, falls der Vermieter nicht fliesen möchte. Sowas habe ich bisher noch nie gehört. Er hat mir auch angeboten, mir das für die Küche zu machen, mal schauen, vielleicht wäre das ja wirklich eine gute Idee. Aber die Küche kommt ganz zum Schluss dran und bis dahin vergeht noch viel Zeit. Morgen kommt erstmal mein neuer Kleiderschrank, weshalb ich heute in mich gehen und ein paar Stoßgebete zum Himmel schicken werde, dass diesmal alles unversehrt ist und nicht wieder so ein Reklamationsmarathon beginnt.

Außerdem erhielt ich mal wieder einen Brief von einer gewissen Gedichte-Bibliothek. Ich habe ja so langsam schon ein richtig schlechtes Gewissen, weil ich deren dickbäuchige Gedichtsammlungen nicht kaufe und kein Lyrik-Fernstudium belege. Auch diesmal wollen sie mich locken, mit einem vierwöchigem kostenlosen Schnupperkurs, einem 100 Euro-Scheck und der Aussage: "Beginnen Sie das vielleicht größte Abenteuer Ihres Lebens: Werden Sie Dichter!"
Also ich weiß ja nicht. Wenn ich wirklich große Abenteuer erleben will, fallen mir ganz andere Dinge ein. Selbst Fotografieren erscheint mir da noch abenteuerlicher, bzw. zumindest das, was man dabei erlebt. Gegen 100 Euro hätte ich dagegen nichts einzuwenden, doch wenn ich danach für jeden Monat Fernstudium 110 Euro berappen muss, habe ich nicht wirklich ein gutes Geschäft gemacht. Und überhaupt, wenn ich unbedingt Kritik für meine lyrischen Ergüsse will, kann ich sie mir genauso gut in der Leselupe oder ähnlichen Foren holen. Dort krieg ich sie umsonst. Doch letztendlich hat mir das so und so noch nicht viel gebracht, weil nämlich eigene Gedichte, in welchen andere "herumgepfuscht" haben, und seien sie noch so verbesserungsbedürftig gewesen, immer ein ungutes Gefühl bei mir hinterlassen. Es ist ungefähr das gleiche Gefühl, als müsste ich meine allerliebsten Lieblingspralinen mit jemandem teilen und sehe sie eine nach der anderen in dessen Schlund verschwinden. Da verstecke ich meine Lieblingspralinen doch lieber dort, wo sie niemand findet.

Montag, 6. Februar 2006

Ulysses - ein Selbstversuch mit Folgen oder die Kunst, einen Berg zu besteigen - Tag 14 - Seite 522-554

Pilchern mit saftigem Abgang. Was ich schon immer über Männer/Frauen wissen wollte.
Unter anderem weiß ich jetzt auch, wodurch die Missverständnisse zwischen Männern und Frauen entstehen - Frauen denken in vollständigen Sätzen, während echte (?) Männer ihrer Meinung nach überflüssige Satzteile gerne weglassen. Wohl ein Überbleibsel der menschlichen Entwicklungsgeschichte. Denn wenn ein urzeitlicher Jäger einem angriffslustigen Säbelzahntiger begegnete und seinen inneren Monolog etwa in dieser Art abhielt: "Oh, da ist ein Säbelzahntiger! Es sieht ganz so aus, als wolle er mich angreifen. Da muss ich auf der Hut sein. Dieser Säbelzahntiger würde aber durchaus einen schönen Bettvorleger abgeben. Dieses aparte Muster und diese leuchtenden Farben. So einen Bettvorleger hat nicht einmal der Heini von der Erna. Dabei gibt der immer so an mit seiner exklusiven Luxushöhle. Vielleicht könnte man sich daraus ja auch eine neue Pelzjacke machen. Sowas hat nicht jeder. Und die ist bestimmt kuschelig warm. Wo habe ich denn meinen Speer gelassen? Und was macht eigentlich der ganze Kram hier in meiner Felltasche?", so konnte er sich sicher sein, dass ihm spätestens beim dritten Satz der Säbelzahntiger im Nacken sitzt. Ein richtiger Jäger, der in der Lage sein wird, seine Gene weiterzuvererben, denkt beim Anblick eines angriffslustigen Tigers nur:"Tiger! Er oder ich! Töten!"

Aber es lag eine unendliche Fülle von Erbarmen in jenen Augen, und so winkte auch ihm wohl ein Wort der Verzeihung, selbst wenn er ein Sünder war und in die Irre gegangen und ruhelos gewandert.

Tagesfazit: *die Häkeldeckchen bügeln geht*

"Land gewinnen"

Umgangssprachlich oft in Form einer Aufforderung gebraucht: "Sieh zu, dass du Land gewinnst!"
Diese Aufforderung soll in einer halbwegs höflichen Umschreibung andeuten, man möchte sich doch bitte und unverzüglich ein anderes Stückchen Erde suchen, auf das man seine Füße setzt, je eher und je weiter weg, desto besser. Auch wenn diese Aufforderung für sich alleine harmlos klingt, so schwingt in ihr doch meist eine versteckte Drohung mit, deren Umfang und Gefährlichkeit der Aufgeforderte nur der Körpersprache und der Tonlage des Auffordernden entnehmen kann. Hier gilt es klug zu entscheiden, wo einem das schrecklichere Schicksal droht, denn da Landbesetzungen in der Geschichte stets oder fast immer mit kriegerischen Auseinandersetzungen verbunden waren, reichte es also nicht aus, sich irgendwo anders niederzulassen, sondern man musste das fremde Land erst siegreich erobern, indem man blutige Schlachten gewann.

Auch in einer zweiten Bedeutung werden diese Worte gerne verwendet, wie zum Beispiel: "Erst nach der dritten Aufgabe der Klausur dämmerte mir langsam, was von mir verlangt wird, und ich gewann wieder Land unter den Füßen."
Hier soll die Phrase andeuten, dass man des Bodens unter den Füßen verlustig gegangen war und in einem abgründigen, stürmischen Meer ziel- und orientierungslos herumtrieb, bis man sich mit allerletzter Kraft wieder an das sichere Ufer retten konnte.

Zu guter Letzt soll es aber tatsächlich Leute geben, die ihren Landbesitz einer Tombola zu verdanken haben.
development