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Ich freue mich auf's Adventskranzbasteln....

.....auch wenn ich anscheinend alleine basteln werde. Hab mir heute einen Weidenkranz, Bindedraht und Dekomaterial besorgt. Tannenzweige hole ich erst in der Woche vorm 1. Advent und bis dahin muss ich rausfinden, wie man die dann an dem Kranz befestigt. Mal schauen, ob es Bastelanleitungen im Internet gibt. Und überhaupt, was ist gegen Adventskranzbasteln einzuwenden? Ich mag Weihnachten. Insbesondere das Weihnachten, wie ich es aus meiner Kindheit in der DDR kenne, wo der Kommerz sich noch schamhaft hinter der Ecke versteckte. Natürlich haben wir damals auch Geschenke gekauft, und das Kaufhaus am Alex war da ebenfalls schon kurz vor Weihnachten stark überlaufen, nur mit dem Unterschied, dass man von einem Ende bis zum anderen durchgucken konnte und schnell wieder draußen war, während man sich heute zwischen den Warenregalen und in den Warenangeboten regelrecht verläuft. Und immerhin wurde man nicht von aggressiver Werbung und Schokoweihnachtsmännern im September genervt. Letztere gab es nur kurz vor Weihnachten und man musste schnell sein, damit man noch welche abbekam.
Wegen der begrenzten Möglichkeiten, seine Kaufkraft irgendwie loszuwerden, war das Basteln eigentlich das ganze Jahr hindurch eine Lieblingsbeschäftigung des DDR-Bürgers. Da wurden Trabis aufgemotzt, alte Klamotten zu neuen umgenäht, Bettlaken gefärbt und zu topmodischen Taschen verarbeitet oder Stoffwindeln zu Halstüchern, Lampenschirme aus Makramee gefertigt, Vogelhäuschen gezimmert, Ohrringe aus Vogelfedern, Perlen und Sicherheitsnadeln gelötet, extravagante Netzshirts gestrickt - je dicker die Kochlöffel, die als Stricknadeln fungierten, um so heißer -, alte Möbel mit neuem Lack verschönert, Patchwork-Tagesdecken genäht, Kerzen gedrechselt, Diskokugeln aus zersprungenen Spiegeln zusammengesetzt, Handpuppen aus Pappmache geformt und vieles mehr. Vor Weihnachten konnte man zwar weniger konsumieren, hatte aber dadurch halt mehr Zeit zum Basteln, was auch eifrig getan wurde. Von Bastelzubehör wie heute (wie ich bei meinem Einkauf feststellte), konnte man damals nur träumen oder auf ein Westpaket hoffen. Meistens musste man sich deshalb auf Papiergirlanden, Papier- oder Strohsterne, Stoffbänder und Tannenzapfen beschränken. Ich kann mich noch sehr gut an das Weihnachten erinnern, als wir ein Carepaket aus dem Westen von einer Patengemeinde erhielten. Da ich meistens immer erst die leeren, bzw. halbleeren Westpaktete sah, also hauptsächlich die Pappkartons, hatte ich die Angewohnheit, diese gänzlich auseinanderzunehmen und noch in die Ritzen zwischen den einzelnen Pappschichten zu schauen in der vagen Hoffnung, dort eine sensationelle Entdeckung zu machen. Auch bei diesem Paket tat ich das, als meine Mutter den Karton schon fortnehmen wollte, und fand zu meiner überschäumenden Freude gepaart mit detektivischem Stolz ein Heft mit bunten Bastelfolien. Später vermutete ich, dass das eine abgekartete Sache war und meine Mutter der netten Frau St., die einmal bei uns zu Besuch gewesen ist, einfach gesagt hat, dass sie was zwischen den Kartonboden legen soll. Aber egal, die Bastelfolien habe ich gehütet wie einen Schatz.
Ja, ich habe als Kind gerne gebastelt. Ich nannte es zwar keine Lieblingsbeschäftigung, aber tat es, wenn ich dazu aufgefordert wurde mit Interesse und Freude und manchmal sogar unaufgefordert. Ich habe schon von klein auf alles geliebt, was irgendwie kreativ war. Zwar gab es auch damals Kinder, die das weniger gerne taten als ich, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass wir viel häufiger bastelten als die lieben Kleinen heute. Na klar, wir hatten ja noch keine Playstation.

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