Live aus der Anstalt
Das Grauen hielt uns auch heute in Atem. Meiner Knoblauchzehe setzte Herr N. noch ein Kruzifix hinzu. Immerhin half es soweit, daß wir trotzdem den ganzen Tag herzhaft lachten. Als die alte Hexe mal kurz durch unseren Raum fegte, sagte Herr N. hinterher, ihr Arsch darf reinkommen, aber das Gesicht soll draußen bleiben. Das Gesicht wird wohl noch eine ganze Weile waffenscheinpflichtig bleiben, da wir erfahren haben, daß unser dritthöchster Chef für einige Wochen, während diese im Krankenhaus ist, in das Zimmer unserer zweithöchsten Chefin zieht, der unmittelbaren Vorgesetzten unserer Teamleiterin. Diese ist dadurch in höchster Aufregung und traut sich am Montag, zu ihrem Geburtstag nicht, ein Frühstück zu machen, sondern hat dieses in die Mittagszeit verlegt. Außerdem schaute sie abends noch einmal ins Zimmer und ermahnte uns, wir sollten uns doch möglichst bemühen, ab Montag nicht nach 9 Uhr zu kommen, als würden wir ständig zu spät kommen. Herr N. meinte daraufhin, er dachte, sie würde gleich noch sagen, wir sollen uns ordentlich anziehen, so lange unser Oberguru im Gang haust. Je länger ich in der Verwaltung arbeite, um so mehr komme ich mir vor wie im Kindergarten. Das übersteht man wirklich nur mit Humor.
zuckerwattewolkenmond - Do, 22:39